Neues aus Kuba
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19.05.2026 07:00 Uhr
US-Präsident Donald Trump erwägt offenbar militärische Maßnahmen gegen Kuba, da der wirtschaftliche Druck keine politischen Reformen erzwingt. Einem Politico-Bericht zufolge reichen die diskutierten Optionen von Luftangriffen bis zu einer möglichen Festnahme Raúl Castros.
Die Strategie des wirtschaftlichen Drucks gegen Kuba scheint aus Sicht des Weißen Hauses gescheitert. Nach Monaten verschärfter Sanktionen, diplomatischer Isolation und massiver Einschränkungen der Treibstoffversorgung für die Insel zieht die Administration von Präsident Donald Trump nun offenbar militärische Optionen in Betracht. Wie das US-Medium Politico unter Berufung auf hochrangige Regierungsbeamte und mit den internen Debatten vertraute Kreise berichtet, habe sich die Risikobereitschaft im Trump-Team grundlegend gewandelt. „Die Atmosphäre hat sich definitiv verändert“, zitiert der Bericht eine anonyme Quelle, die den Stimmungsumschwung als markant beschreibt.
Ursprünglich, so die Quelle, habe die Führung in Washington darauf gesetzt, dass die wirtschaftliche Talfahrt Kubas, gepaart mit weltweiter Isolation und externem Druck, das Regime in Havanna an den Verhandlungstisch zwingen würde. Der erwartete Effekt blieb jedoch aus – Präsident Miguel Díaz-Canel und die kubanische Führung zeigten sich unbeugsam. Genau diese Härte, so die Einschätzung von US-Fachleuten, habe nun dazu geführt, dass der militärische Einsatz als realistisches Werkzeug auf den Tisch gekommen sei, konkreter als je zuvor in den letzten Jahren. Das Spektrum der geprüften Szenarien ist laut Bericht breit. Es reicht von einem begrenzten Luftangriff, der vor allem politische Einschüchterung bezwecken soll, bis hin zu einer großangelegten Bodenoperation mit dem Ziel, das Regime zu stürzen. Ein besonderer Fokus liegt auf einer möglichen Aktion zur Festnahme von Raúl Castro. Dies deckt sich mit Berichten über ein bevorstehendes Bundesverfahren gegen den ehemaligen Staatschef wegen des Abschusses zweier Flugzeuge der Gruppe Hermanos al Rescate im Jahr 1996. Die Anklage könnte bereits in den kommenden Tagen erhoben werden, gestützt auf die Aussage des Piloten, der an dem Angriff beteiligt gewesen sein soll und derzeit wegen Einwanderungsbetrugs in den USA inhaftiert ist. Das US-Südkommando hat eigenen Angaben zufolge in den letzten Wochen Planungssitzungen zu möglichen Militäreinsätzen einberufen. Ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter des Weißen Hauses betonte jedoch, dass es sich hierbei um Routinevorbereitungen handle, die dem Präsidenten „maximale Handlungsfreiheit“ sichern sollen. Eine endgültige Entscheidung Trumps liege demnach noch nicht vor. Die Diskussionen, so heißt es, seien bewusst vage gehalten. Interessant ist die Rolle, die der kubanischen Exilgemeinde zugedacht wird. Anders als bei der gescheiterten Invasion in der Schweinebucht 1961 werde diesmal keine militärische Beteiligung von Exil-Kubanern stattfinden, versicherte eine mit den Gesprächen vertraute Person. Die Gemeinschaft solle allenfalls eine politische und mediale Funktion übernehmen. Die angespannte Lage wird zusätzlich durch Berichte des Portals Axios verschärft, wonach Kuba mehr als 300 Militärdrohnen erworben haben soll. Das Land habe zudem Szenarien für den Einsatz dieser Drohnen gegen die US-Marinebasis Guantánamo, amerikanische Schiffe und sogar gegen die Stadt Key West in Florida durchgespielt. Die diplomatische und militärische Rhetorik zwischen beiden Ländern hat damit eine neue, gefährliche Qualität erreicht.
Quelle: Politico (https://t1p.de/a7r1v)
Autor: Leon Latozke
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