Neues aus Kuba
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Offiziellen Zahlen schrumpfte Kubas Wirtschaft 2025 um fünf Prozent. Energiekrise, rückläufiger Tourismus und hohe Inflation belasten die Bevölkerung. Abwanderung und fehlende Reformen behindern die Erholung. Für 2026 prognostizieren Experten ein unsicheres Wirtschaftsszenario mit anhaltender sozialer Belastung.
10.02.2026 09:10 Uhr
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Die kubanische Wirtschaft steht vor anhaltenden strukturellen Herausforderungen. Nach Schätzungen des offiziellen Zentrum für Studien zur kubanischen Wirtschaft (Centro de Estudios de la Economía Cubana - CEEC) an der Universität Havanna ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2025 um rund fünf Prozent gesunken. Seit 2020 summiert sich der Rückgang auf mehr als 15 Prozent, was den Trend der wirtschaftlichen Stagnation bestätigt.
Hauptursache ist die Energiekrise, die seit Mitte 2024 alle Wirtschaftssektoren belastet. Die Stromerzeugung fiel im Jahresvergleich um 13,7 Prozent, während das nationale Stromnetz als „kritisch“ gilt. Viele thermoelektrische Anlagen stammen aus den 1960er- und 1970er-Jahren und arbeiten mit veralteter sowjetischer Technologie. Auch der Tourismussektor verzeichnete sinkende Einnahmen, zusätzlich erschweren internationale Rahmenbedingungen und wachsender Druck aus den USA die Lage. Strukturelle und makroökonomische Reformen blieben weitgehend aus. Zwar konnte der Staat das Fiskaldefizit auf „handhabbare“ Werte reduzieren, doch ein tragfähiges Modell für eine wirtschaftliche Stabilisierung fehlt. Die Prognose der Regierung für 2026 von einem einprozentigen Wachstum bezeichnet das CEEC als optimistisch. Die Inflation belastet die Bevölkerung stark. Offiziell wird ein Anstieg der Verbraucherpreise von 14,07 Prozent für 2025 angegeben. Unabhängige Schätzungen gehen von bis zu 70 Prozent bei den Kosten für die Grundversorgung aus. Der CEEC-Bericht spricht von einer „akkumulierten Erosion der Kaufkraft“, da Lohnerhöhungen im staatlichen Sektor die Preissteigerungen nicht ausgleichen. Die sozialen Folgen sind erheblich. Die Kindersterblichkeit stieg von 2020 bis 2025 auf 9,8 pro 1.000 Lebendgeburten. Rund 1,5 Millionen Menschen haben die Insel in den vergangenen fünf Jahren verlassen, was die demografische Belastung verstärkt und den Verlust qualifizierter Arbeitskräfte verschärft. Für 2026 warnt der CEEC vor einer „Szene der Unsicherheit“, bedingt durch die Lage in Venezuela und verschärfte US-Sanktionen gegen den Ölsektor. Energieengpässe könnten binnen Wochen die wirtschaftliche Aktivität stark einschränken. Der Bericht beschreibt Kuba als Land in einer „kritischen Konjunktur“, geprägt von sozialen Spannungen, institutionellen Infragestellungen und dem Bruch bisheriger wirtschaftlicher Normen. Ohne tiefgreifende Reformen bleibt eine nachhaltige Stabilisierung der Wirtschaft unwahrscheinlich. Energiekrisen, hohe Inflation und Abwanderung belasten Wachstum, Produktion und die soziale Stabilität gleichermaßen.
Quelle: EFE (https://t1p.de/r304m)
Autor: Leon Latozke
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