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Die kubanische Regierung rechnet damit, dass sich die derzeitige schwere Energiekrise im Jahr 2026 nur leicht verbessern wird. Zwar sollen neue Solarkraftwerke und modernisierte Thermoanlagen die Versorgung stützen, doch eine vollständige Entspannung der Lage ist kurzfristig nicht in Sicht.
06.12.2025 08:40 Uhr
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Kuba sieht sich weiterhin einer schweren Energiekrise gegenüber. Die Regierung prognostiziert nur eine „leichte“ Verbesserung der Lage im kommenden Jahr. In weiten Teilen der Insel kommt es aktuell zu Stromausfällen von bis zu 24 Stunden täglich, während die Bevölkerung und Wirtschaft unter den drastischen Einschränkungen leiden.
In einem Interview mit der regierungsnahen Tageszeitung Granma erklärte der kubanische Energieminister Vicente de la O Levy, dass das Jahr 2026 „noch schwierig“ werde. Die Hauptursache bleibe die Knappheit an Devisen, die den Import von Dieselkraftstoff und Schweröl für die landesweite Energieversorgung einschränkt. Zwar sei mit einer moderaten Zunahme der verfügbaren Kraftstoffe zu rechnen, die geplanten Mengen deckten jedoch nicht den tatsächlichen Bedarf, sodass Stromausfälle weiterhin an der Tagesordnung bleiben. De la O Levy betonte, dass die Stromversorgung des nahezu flächendeckend interkonnektierten Netzes (SEN) eine enorme Herausforderung darstelle. Allein die rund 1.000 installierten Megawatt Diesel- und Ölmotoren seien derzeit größtenteils außer Betrieb. Das System erfordere den Betrieb und die Wartung zahlreicher Transformatoren, Kabelkilometer, Isolatoren, Umspannwerke und automatisierter Systeme sowie hochqualifiziertes Personal. Zur Stabilisierung der Versorgung setzt Kuba vor allem auf die Kombination aus Thermo- und Solarenergie. Vier thermische Erzeugungseinheiten wurden in diesem Jahr umfassend gewartet; zwei sind bereits in Betrieb, die anderen sollen kurzfristig synchronisiert werden. Parallel dazu soll die Solarkapazität auf 1.000 Megawatt ausgebaut werden. Dieses Ziel deckt sich mit der staatlichen Planung zum Aufbau von rund 50 Solarkraftwerken, die unter anderem mit chinesischer Unterstützung errichtet werden. Bis Ende November wurden jedoch erst 33 Anlagen offiziell in Betrieb genommen. Insgesamt verfüge das kubanische Stromsystem aus thermischer, verteilter Diesel- und Ölerzeugung, Photovoltaik und Gasanlagen über eine technisch installierte Kapazität von rund 3.200 Megawatt. Damit liegt die verfügbare Leistung nominal auf dem Niveau der aktuellen Nachfrage, was die empfindliche Balance zwischen Erzeugung und Versorgung verdeutlicht. Die jüngsten Stromausfälle erreichten Rekordwerte. Am vergangenen Freitag waren laut Regierungsangaben 61 Prozent der Insel zeitgleich von einem der größten täglichen Stromausfälle betroffen. Der Minister warnte, dass trotz der geplanten Maßnahmen die Energieversorgung 2026 nur geringfügig stabiler sein werde und die Bevölkerung weiterhin mit Unterbrechungen rechnen müsse. Die Prognosen verdeutlichen die strukturellen Herausforderungen Kubas: Eine stark importabhängige Energieversorgung, fehlende Finanzmittel und die wachsende Nachfrage nach Strom im privaten und industriellen Bereich machen kurzfristige Lösungen nahezu unmöglich. Langfristig setzt die Regierung auf Investitionen in erneuerbare Energien und die Modernisierung thermischer Kraftwerke, doch die unmittelbare Entspannung der Lage bleibt begrenzt.
Quelle: Granma (https://t1p.de/0a8w5)
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Text: Leon Latozke
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