Neues aus Kuba
Kuba auf dem Weg der Besserung? Behörden melden rückläufige Zahlen bei Chikungunya und Dengue10/12/2025
Die kubanische Regierung rechnet nach anhaltend rückläufigen Fallzahlen mit einer baldigen Eindämmung der Doppel-Epidemie von Chikungunya und Dengue. Experten warnen, dass der Erfolg von der Mitarbeit der Bevölkerung und der effektiven Bekämpfung von Mückenbrutstätten abhängt. Die Lage bleibt angespannt, aber erste Fortschritte sind erkennbar.
10.12.2025 10:40 Uhr
Abbildung: NIAID, An Aedes Mosquito and Dengue, Zika, and Chikungunya Viruses, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY 2.0
Die kubanische Regierung rechnet nach eigenen Angaben in Kürze mit einer Einleitung der „Kontrollphase“ der aktuellen Doppelausbreitung von Chikungunya und Dengue. Die Epidemie hat bislang rund 70.000 Infizierte gefordert. Carilda Peña, stellvertretende Gesundheitsministerin, erklärte in der staatlichen Fernsehsendung, dass die anhaltend rückläufige Zahl neuer Erkrankungen der letzten Wochen Anlass zu vorsichtigem Optimismus gebe. „Das Land setzt den gleichen Trend fort, sodass es den Anschein hat, dass wir in sehr kurzer Zeit eine Phase der Kontrolle erreichen werden“, so Peña.
Am Vortag wurden demnach 2.069 neue Fälle von unspezifischem Fieber-Syndrom registriert. Dieses Symptom – eine hohe Temperatur – ist sowohl bei Dengue als auch bei Chikungunya das erste Anzeichen, bevor eine präzise Diagnose erfolgen kann. Die Zahl liegt deutlich unter den Werten der Vorwoche und deutet auf eine Abschwächung des Ausbruchs hin. Außerdem wurden 324 neue Chikungunya-Fälle bestätigt, womit die Gesamtzahl der Infizierten seit Beginn des Ausbruchs auf 42.339 ansteigt. Offizielle Zahlen zu Dengue nannte Peña erneut nicht, doch die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (PAHO), die auf kubanischen Daten beruht, bezifferte die Zahl der Dengue-Fälle bis Ende November auf 25.995. Die Regierung räumt ein, dass die offiziellen Zahlen die tatsächliche Lage nur teilweise widerspiegeln, da viele Erkrankte keine medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Aktuell befinden sich 71 Patienten wegen Dengue oder Chikungunya auf Intensivstationen, zehn davon in kritischem, aber stabilem Zustand – darunter neun Kinder. Erstmals öffentlich bestätigt wurde die Epidemie am 12. November, obwohl die ersten Fälle bereits im Juni aufgetreten waren. Besonders in den Monaten September und Oktober hatten die Infektionszahlen stark zugenommen. Die Ausbreitung der Viren wird durch die anhaltende wirtschaftliche Krise in Kuba begünstigt, die die präventiven und therapeutischen Maßnahmen erheblich einschränkt. Dazu gehören insbesondere die mangelnde Kapazität zur großflächigen Bekämpfung von Stechmücken, fehlende Testmöglichkeiten zur schnellen Diagnostik und die begrenzte Verfügbarkeit von Medikamenten sowie anderen medizinischen Ressourcen. Trotz dieser Herausforderungen zeigt die Entwicklung der Fallzahlen in den letzten Wochen eine leichte Entspannung. Die Gesundheitsbehörden setzen verstärkt auf die Kontrolle der Infektionsketten und hoffen, dass die Kombination aus Präventionsmaßnahmen, medizinischer Versorgung und der natürlichen saisonalen Entwicklung der Viren in den kommenden Wochen zu einer Stabilisierung der Lage führen wird. Die kubanische Bevölkerung ist weiterhin aufgerufen, Schutzmaßnahmen gegen Mückenstiche konsequent umzusetzen, insbesondere das Vermeiden von stehendem Wasser in Behältern, das Tragen von Schutzkleidung und die Nutzung von Insektenschutzmitteln. Angesichts der Belastung des Gesundheitssystems bleibt die Eindämmung der Epidemie eine erhebliche Herausforderung für das Land.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/7uudl)
Autor: Leon Latozke
Letzte Meldungen
0 Kommentare
Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.
Antwort hinterlassen |


RSS-Feed