Neues aus Kuba
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18.06.2026 09:00 Uhr
Kuba hat vor der UNICEF-Jahrestagung die schwerwiegenden Auswirkungen des US-Blockade auf Kinder angeprangert. Botschafter Ernesto Soberón berichtete von einem Anstieg der Säuglingssterblichkeit und einem Rückgang der Krebsüberlebensrate bei Kindern.
Die langjährige Wirtschaftsblockade der USA gegen Kuba hat nach Darstellung der Regierung in Havanna gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit und das Überleben von Kindern. Bei der Jahrestagung des UNICEF-Exekutivrats in New York warnte der kubanische UN-Botschafter Ernesto Soberón vor einer deutlichen Verschlechterung der Lage. Besonders besorgniserregend sei der Anstieg der Säuglingssterblichkeit: Lag die Rate 2018 noch bei 4,0 Todesfällen pro 1000 Lebendgeburten, stieg sie bis 2025 auf 9,4 an. Zugleich sei die Überlebenschance von an Krebs erkrankten Kindern von 85 auf 65 Prozent gefallen – eine direkte Folge des Medikamentenmangels, der durch die US-Sanktionen verschärft werde.
Soberón machte deutlich, dass die jüngste Verschärfung der Blockade durch zusätzliche Energierestriktionen die humanitäre Krise weiter anheize. Über 12.000 minderjährige Patienten stünden auf Wartelisten für chirurgische Eingriffe, die stromabhängige Kliniken und fehlende medizinische Versorgungsgüter die Behandlungen blockierten. Der Botschafter bezeichnete die Situation als unhaltbar: „Trotz aller Widrigkeiten bleibt der Schutz der Kinder für den kubanischen Staat die höchste Priorität“, betonte er und hob gleichzeitig die Bedeutung der Zusammenarbeit mit UNICEF und dem Entwicklungssystem der Vereinten Nationen hervor. Der Außenpolitiker forderte zugleich eine flexiblere und verlässlichere Finanzierung der UN-Kinderhilfsorganisation, damit diese globale Probleme wie Armut, Hunger und die Klimakrise effektiver bekämpfen könne. Er dankte für gemeinsame Projekte auf der Insel, die unter anderem die Neonatologie, die inklusive Bildung und den Zugang zu sauberem Wasser stärken. Diese Kooperationen seien ein Lichtblick, obwohl die US-Politik die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Kubas systematisch untergrabe. Die Folgen der Sanktionen sind auch im Alltag der Kinder unübersehbar. Der Mangel an Treibstoff, ausgelöst durch das US-Embargo, habe den Transport von Lebensmitteln massiv beeinträchtigt. So erhalten derzeit mehr als 100.000 Kinder den staatlich subventionierten Liter Milch pro Tag nicht mehr, weil das Produkt nicht von den Erzeugern in die Städte gelangen könne. Zudem sorgten die Energiebeschränkungen für flächendeckende Stromausfälle von durchschnittlich über 20 Stunden täglich, die nicht nur die Kühlung von Medikamenten, sondern auch grundlegende Dienste wie Beleuchtung, Kochen, Wasserversorgung und Kommunikation lahmlegten. Hintergrund der Energiekrise ist eine im Januar 2026 von US-Präsident Donald Trump unterzeichnete Verfügung, die Sanktionen gegen Länder vorsieht, die Erdöl nach Kuba liefern. Mit der jüngsten Strafmaßnahme gegen den staatlichen Ölkonzern Unión Cuba-Petróleo (CUPET) werde dieser Blockade-Ring weiter zugeschnürt, kritisierte Soberón. Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, den wachsenden Druck auf die Insel zu stoppen, um eine weitere Verschlechterung der Lage für die jüngste Generation zu verhindern. Die Sicherung einer menschenwürdigen Zukunft für alle Kinder bleibe das übergeordnete Ziel, ungeachtet der äußeren Widrigkeiten.
Quelle: Ernesto Soberón / X (https://t1p.de/amc9h)
Autor: Leon Latozke
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