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Kuba bereitet sich auf einen akuten Treibstoffmangel vor. Präsident Miguel Díaz-Canel bestätigte, dass die Insel seit Dezember kein importiertes Öl mehr erhalten hat und spricht von sehr schwierigen Zeiten. Die Regierung arbeitet an Notfallplänen.
05.02.2026 22:30 Uhr
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Die kubanische Regierung stellt sich auf einen gravierenden Engpass bei der Treibstoffversorgung ein. Präsident Miguel Díaz-Canel erklärte in einer seltenen Fernsehansprache, sein Land arbeite an einem Plan für ein Szenario des „akuten Treibstoffmangels“ infolge des zunehmenden Drucks aus den Vereinigten Staaten. „Wir werden schwierige Zeiten erleben. Diese sind besonders schwierig“, sagte der Staatschef vor ausgewählten Journalistinnen und Journalisten. Die Regierung erarbeitete deshalb einen Notfallplan, der auf Fidel Castros Konzept aus der Sonderperiode der 1990er Jahre zurückgeht. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion entwarf Castro die „Opción Cero“ – ein Szenario für den Fall völliger Ölknappheit.
Nach Angaben Díaz-Canels hat Kuba seit Dezember keinen Kraftstoff mehr aus dem Ausland erhalten. Die Situation sei eine direkte Folge der US-Politik gegenüber der Insel. Washington habe Anfang Januar den Ölfluss aus Venezuela nach Kuba unterbrochen und Ende Januar angekündigt, Zölle gegen Länder zu verhängen, die Treibstoff an Kuba liefern. Für die kubanische Energieversorgung ist dies besonders einschneidend, da das Land rund zwei Drittel seines Bedarfs importieren muss. Der Präsident verurteilte das Vorgehen der USA scharf und sprach von einer aggressiven und kriminellen Politik gegenüber einem kleinen Staat. Zugleich räumte er ein, dass der sogenannte Öl- und Energieblockade spürbare Folgen im Alltag haben werde. Betroffen seien unter anderem der Transport von Lebensmitteln, die landwirtschaftliche Produktion, der öffentliche Nahverkehr, Krankenhäuser, Schulen, staatliche Einrichtungen, die wirtschaftliche Produktion und der Tourismussektor. Besonders schwer wiegt, dass Kuba eigenen Angaben zufolge gezwungen war, einen wesentlichen Teil seiner Stromerzeugung stillzulegen. Das Land habe zuletzt keinen seiner dezentralen Kraftwerksparks mit Diesel- und Schwerölmotoren betreiben können. Diese Anlagen verfügen über eine installierte Leistung von etwa 1.300 Megawatt und stellten in den vergangenen Jahren rund 40 Prozent des nationalen Energiemixes. Ihr Ausfall belastet das ohnehin fragile nationale Stromsystem zusätzlich. Die aktuellen Probleme treffen auf eine bereits angespannte Ausgangslage. Seit Mitte 2024 leidet Kuba unter einer schweren Energiekrise, verursacht durch häufige Störungen in veralteten thermoelektrischen Kraftwerken und den Mangel an Devisen für den Import von Brennstoffen. Experten schätzen, dass Kuba täglich etwa 110.000 Barrel Öl benötigt, um seinen Energiebedarf zu decken. Venezuela habe im Jahr 2025 davon rund 30.000 Barrel geliefert. Díaz-Canel stellte die Bevölkerung auf weitere Entbehrungen ein und appellierte an Durchhaltevermögen. Zugleich machte er deutlich, dass die Regierung an Notmaßnahmen arbeite, die allerdings erhebliche Anstrengungen erfordern würden. Konkrete Details zu dem geplanten Maßnahmenpaket nannte er nicht.
Quelle: EFE (https://t1p.de/r152y)
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