Neues aus Kuba
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27.02.2026 08:30 Uhr
Die kubanische Regierung hat die Vereinigten Staaten um Unterstützung bei der Untersuchung des Vorfalls in kubanischen Hoheitsgewässern gebeten habe, bei dem vier Personen ums Leben kamen. Die US-Behörden signalisierten ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit.
Abbildung: Symbolbild Boote im Hafen von Havanna, November 2015 (Bildquelle: Kate Perez, Boats in Havana Harbor, Cuba, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY-SA 4.0)
Die kubanische Regierung teilte am Donnerstag (26.) mit, sie habe die Vereinigten Staaten um Unterstützung bei der Untersuchung des Vorfalls in kubanischen Hoheitsgewässern gebeten, bei dem vier Personen ums Leben kamen, und dass die US-Behörden ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisiert hätten.
Ein bewaffneter Vorfall vor der kubanischen Küste hat vier Todesopfer gefordert und die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten erneut in den Fokus gerückt. Am Mittwoch drang ein Schnellboot mit zehn bewaffneten Personen in kubanische Hoheitsgewässer ein. Die kubanische Regierung bezeichnete dies als „versuchten terroristischen Eindringversuch“. Sechs weitere Personen wurden verletzt. Die kubanischen Behörden veröffentlichten die Identitäten der Opfer und berichteten, dass die Gruppe mit Sturmgewehren und militärischer Ausrüstung ausgerüstet war. Zwei der Beteiligten standen auf der jährlichen Terrorliste Kubas. Der stellvertretende Außenminister Carlos Fernández de Cossío betonte, dass Kuba seine Hoheitsgewässer verteidige und terroristische Bedrohungen konsequent abwehre. Präsident Miguel Díaz-Canel stellte klar, dass Kuba keine Aggression anstrebe, sich aber entschlossen gegen terroristische und paramilitärische Angriffe verteidigen werde. US-amerikanische Behörden bestätigten, dass zwei der Beteiligten – darunter ein Todesopfer und ein Verletzter – sowohl kubanische als auch US-amerikanische Staatsbürger waren. Zuvor hatte das kubanische Innenministerium angegeben, dass alle Beteiligten Kubaner mit Wohnsitz in den USA seien. Der Eigentümer der Motorjacht aus Florida berichtete zudem, dass das Boot offenbar von einem Angestellten gestohlen worden sei. Der Vorfall fällt in eine Phase hoher Spannungen zwischen beiden Staaten, unter anderem wegen der US-Blockade kubanischer Ölexporte. Außenminister Marco Rubio rief zur Zurückhaltung auf und kündigte an, dass die USA nach Abschluss der Ermittlungen entsprechend reagieren würden. Laut Medienberichten fanden im Rahmen der CARICOM-Konferenz Gespräche zwischen Rubios Team und Raúl Guillermo Rodríguez Castro, dem Enkel des früheren Präsidenten Raúl Castro, statt. Dabei ging es um eine mögliche schrittweise Lockerung der US-Sanktionen gegen Kuba im Austausch für wirtschaftliche Reformen – eine Option, die Kuba bislang offiziell zurückweist. Die Vereinten Nationen mahnten zur Mäßigung, um eine Eskalation der Spannungen zu vermeiden. Francisco Pichón, UN-Koordinator in Kuba, forderte von Washington eine „humanitäre Ausnahme“ für Öl- und Hilfslieferungen, um eine Verschärfung der Krise auf der Insel zu verhindern. Anfang der Woche hatte die US-Regierung bereits erste Schritte unternommen, um den Druck der Ölblockade zu verringern, indem sie den Export von Ölprodukten an private Unternehmen in Kuba erleichterte. Die UNO wies zudem darauf hin, dass die US-Blockade gegen internationales Recht und die UN-Charta verstoße. Laut den Vereinten Nationen führt sie zu erheblichen Beeinträchtigungen grundlegender Versorgungssysteme in Kuba, darunter Ernährung, Gesundheitsversorgung und Wasserverteilung. Der Vorfall verdeutlicht die komplexe Balance zwischen Sicherheitsinteressen und diplomatischer Zurückhaltung. Kuba demonstriert seine Bereitschaft zur Verteidigung der Hoheitsgewässer, während die USA vorsichtig prüfen, wie sie die humanitäre Lage auf der Insel und ihre eigenen Staatsbürger berücksichtigen können. Die parallelen diplomatischen Kontakte zeigen, dass trotz der Spannungen Kooperationsmöglichkeiten bestehen, etwa in wirtschaftlichen Fragen oder bei humanitären Ausnahmen. Insgesamt illustriert der Zwischenfall die schwierige Dynamik in den Beziehungen zwischen Kuba und den USA: Sicherheitsinteressen, politische Spannungen und internationale Rechtsfragen treffen aufeinander, während beide Seiten gezielt abwägen, wie ein Eskalation vermieden werden kann.
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