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Kuba-Blackout: Stromversorgung langsam wiederhergestellt – Kritik an Tourismus-Priorisierung11/9/2025
Nach dem landesweiten Stromausfall vom Mittwoch läuft inzwischen die Wiederherstellung in Kuba schrittweise an, erste Stadtteile Havannas sind wieder versorgt. Während Hotels und Flughäfen mit Generatoren arbeiteten, sorgt die Priorisierung des Tourismussektors für Kritik.
11.09.2025 09:12 Uhr
Abbildung: Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
Ein erneuter landesweiter Stromausfall hat Kuba am Mittwoch (10.) weitgehend lahmgelegt. Das Ganze Land war stundenlang ohne Elektrizität, nachdem die zentrale thermoelektrische Anlage Antonio Guiteras in Matanzas ungeplant vom Netz gegangen war. Inzwischen läuft die Wiederherstellung der Versorgung, die Behörden melden erste Fortschritte.
Schrittweise Rückkehr des Stroms Am Donnerstag bestätigte das Energieministerium, dass die Wiederinbetriebnahme des Netzes voranschreite. In der Hauptstadt Havanna konnten gegen mittlerweile drei Umspannwerke wieder ans Netz genommen werden, wodurch 23 Verteilkreise mit Elektrizität versorgt wurden. Vor allem die Stadtteile Guanabacoa, Arroyo Naranjo und Boyeros profitierten von der Teilwiederherstellung. Auch in anderen Provinzen wurden sukzessive „Mikrosysteme“ aktiviert, um ausgewählte Bezirke mit Strom zu versorgen.
Ein erneuter landesweiter Stromausfall hat Kuba am Mittwoch (10.) weitgehend lahmgelegt. Das Ganze Land war stundenlang ohne Elektrizität, nachdem die zentrale thermoelektrische Anlage Antonio Guiteras in Matanzas ungeplant vom Netz gegangen war. Inzwischen läuft die Wiederherstellung der Versorgung, die Behörden melden erste Fortschritte.
Schrittweise Rückkehr des Stroms Am Donnerstag bestätigte das Energieministerium, dass die Wiederinbetriebnahme des Netzes voranschreite. In der Hauptstadt Havanna konnten gegen mittlerweile drei Umspannwerke wieder ans Netz genommen werden, wodurch 23 Verteilkreise mit Elektrizität versorgt wurden. Vor allem die Stadtteile Guanabacoa, Arroyo Naranjo und Boyeros profitierten von der Teilwiederherstellung. Auch in anderen Provinzen wurden sukzessive „Mikrosysteme“ aktiviert, um ausgewählte Bezirke mit Strom zu versorgen. Die staatliche Unión Eléctrica (UNE) spricht von einem „langsamen, aber sicheren“ Prozess. Schrittweise sollen weitere Regionen wieder mit Elektrizität beliefert werden. Wann die vollständige Versorgung wiederhergestellt ist, ließ die Regierung offen, verwies aber auf den hohen technischen Aufwand beim Neustart eines komplexen Netzes nach einem Totalausfall. Flughäfen arbeiten im Ausnahmezustand weiter Die staatliche Gesellschaft ECASA, zuständig für die Flughäfen und deren Dienstleistungen, teilte mit, dass der Betrieb der Terminals trotz eines Blackouts weiterlaufe. Möglich werde dies durch den Einsatz alternativer Stromquellen, vor allem Dieselgeneratoren. Abflüge und Ankünfte seien dadurch nicht beeinträchtigt worden, wenn auch mit organisatorischen Einschränkungen. Die Behörden baten die Passagiere um Geduld und entschuldigten sich für Unannehmlichkeiten. Besonders bemüht war die Regierung darum, das Vertrauen ausländischer Besucher nicht zu verlieren. Das Tourismusministerium erklärte öffentlich, die meisten Hotels und touristischen Einrichtungen seien ausreichend mit Generatoren ausgestattet, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Urlauber sollten deshalb keine Einschränkungen befürchten. Kritiker werfen Havanna vor, das internationale Image und den Devisen bringenden Tourismus zu schützen, während die eigene Bevölkerung im Dunkeln sitzt. Prioritätensetzung sorgt für Kritik Die besondere Aufmerksamkeit die der Touriusmussektor erhielt sorgte für Kritik. Während das Tourismusministerium die nach eigenen Angabe problemlose Fortführung des regulären Betriebs in Hotels und Ferienanlagen als Beweis für die Effektivität der Notfallpläne darstellen, sehen Kritiker darin eine Bevorzugung des Devisensektors auf Kosten der Bevölkerung. Dass die Regierung die Versorgung im Tourismusbereich demonstrativ hervorhob, verstärkte den Eindruck ungleicher Prioritäten Auch Krankenhäuser und andere kritische Einrichtungen wie Wasserpumpstationen konnten während des Blackouts dank Notstromaggregaten weiter betrieben werden. Die Regierung betonte, dass diese Vorkehrungen Teil einer Notfallstrategie seien, die nach früheren Stromausfällen erarbeitet wurde. Premierminister Manuel Marrero sprach von einer „klar definierten Strategie“, die gewährleisten solle, dass elementare Bereiche des öffentlichen Lebens selbst im Falle eines Totalausfalls aufrechterhalten werden können. Ursachen und strukturelle Probleme Die Behörden nannten den Ausfall der Antonio-Guiteras-Zentrale als unmittelbaren Auslöser des Blackouts. Doch die wiederkehrenden Zusammenbrüche des SEN sind kein neues Phänomen. Das Energiesystem Kubas gilt als überaltert, marode und anfällig für Störungen. Offiziell verweist die Regierung auf das seit Jahrzehnten bestehende US-Embargo, das die Beschaffung von Ersatzteilen und Treibstoffen erschwere. Unabhängige Beobachter betonen dagegen den fehlenden langfristigen Investitionsplan und eine ineffiziente Verwaltung des Energiesektors. Langwieriger Prozess mit offenem Ausgang Die Wiederherstellung der Stromversorgung verdeutlicht die Fragilität des kubanischen Netzes. Zwar konnten binnen Stunden erste Stadtteile Havannas wieder ans Netz gehen, doch eine flächendeckende Normalisierung bleibt ungewiss. Viele Regionen sind nach wie vor ohne Elektrizität, ein verbindlicher Zeitplan fehlt. Damit setzt sich die Serie von landesweiten Stromausfällen fort, die die Insel seit zwei Jahren regelmäßig treffen. Auch wenn die Behörden diesmal schneller reagierten und die Wiederherstellung gezielt organisierten, bleibt die Grundproblematik ungelöst. Für die Bevölkerung bedeutet das eine anhaltende Unsicherheit – und die Aussicht, dass auch in Zukunft jederzeit ein erneuter Blackout das ganze Lande lahmlegen kann.
Quellen DW: (https://t1p.de/uvcl6), MINTUR/facebook (https://t1p.de/djuwg), Manuel Marero Cruz/X (https://t1p.de/y5ulk), ECASA/facebook (https://t1p.de/r7vui)
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Text: Leon Latozke
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