Neues aus Kuba
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12.05.2026 09:00 Uhr
Kuba hat eine Hepatitis-A-Epidemie ausgeschlossen, obwohl in Provinzen wie Matanzas, Pinar del Río und Camagüey vermehrt Fälle gemeldet wurden. Vizegesundheitsminister Guerra, die epidemiologische Lage sei stabil.
Trotz einer alarmierenden Zunahme von Hepatitis-A-Fällen in mehreren kubanischen Provinzen hat die Regierung am Montag (11.) eine landesweite Epidemie dieser Krankheit kategorisch ausgeschlossen. Der Vizeminister für öffentliche Gesundheit, Julio Guerra, betonte in einer Stellungnahme gegenüber EFE, dass die epidemiologische Lage auf der Insel „unverändert" sei. Man erlebe keine Hepatitis-A-Epidemie, selbst wenn zwischen März und April in Regionen wie Matanzas, Pinar del Río oder Camagüey vermehrt Infektionen registriert worden seien. Ein Expertenteam des Gesundheitsministeriums sei bereits in Matanzas im Einsatz gewesen, wo in nahezu allen Gemeinden Erkrankte diagnostiziert wurden. Die Krankheit wird vor allem durch fäkal-orale Übertragung sowie mangelnde Hygiene verbreitet.
Die kubanische Gesundheitsbehörde bereitet sich nun intensiv auf die bevorstehende Sommersaison vor. Im Fokus steht die Bekämpfung möglicher Ausbrüche von Arboviren, insbesondere des Dengue-Fiebers, aber auch anderer durch Mücken übertragener Krankheiten. Diese Sorge ist keineswegs unbegründet, denn in der zweiten Jahreshälfte 2025 hatte die Insel bereits eine verheerende Epidemie von Dengue und Chikungunya erlebt. Nach Angaben der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation OPS kamen dabei 65 Menschen ums Leben, insgesamt erkrankten 81.909 Personen. Die kubanische Regierung räumte den Ausbruch erstmals am 12. November 2025 offiziell ein, obwohl die ersten Fälle bereits im Juli aufgetreten waren und die Infektionszahlen im September und Oktober explosionsartig gestiegen waren. Seit Dezember hat Havanna die Bevölkerung nicht mehr über die Entwicklung informiert, lediglich an die OPS wurden für den Januar noch 1.457 neue Fälle von Chikungunya und zwei weitere Todesfälle gemeldet. Verschärft wird die ohnehin prekäre Gesundheitslage durch die tiefgreifende Energiekrise, die die Insel seit 2024 erfasst hat. Diese wurde durch die seit Januar geltende Verschärfung des US-Ölembargos noch zusätzlich befeuert. Die Regierung war gezwungen, einen Notfallplan umzusetzen, der drastische Kürzungen bei nicht lebensnotwendigen Dienstleistungen vorsieht – auch im Gesundheitssektor. Guerra gab zu, dass es unter diesen Umständen „sehr schwierig" sei, die Wartelisten für chirurgische Eingriffe abzuarbeiten. Die Zahl der Patienten, die auf eine Operation warten, ist auf über 96.000 angewachsen, darunter mehr als 11.000 Kinder. Diese Zahl war bereits im März von Gesundheitsminister José Ángel Portal Miranda öffentlich gemacht worden und wurde seitdem nicht aktualisiert. Gleichzeitig betont der Vizeminister, dass lebenswichtige Behandlungen nicht vernachlässigt würden. Notoperationen sowie chirurgische und therapeutische Maßnahmen bei Krebspatienten, speziell bei Minderjährigen, würden weiterhin sichergestellt werden. „Wir haben keine Warteliste bei Krebspatienten, und keinem Patienten, der eine lebensrettende Behandlung benötigt, wurde diese verweigert", versicherte Guerra. Auch die Versorgung von rund 3.000 Menschen, die landesweit auf Dialyse angewiesen sind, werde aufrechterhalten. Doch die strukturellen Probleme sind immens. Guerra räumte ein, dass es „weiterhin Arzneimittelengpässe" gebe. Die Behörden müssten mit den Medikamenten haushalten, die nach und nach ins Land kämen. Aufgrund der drastisch reduzierten Flug- und Schiffsverbindungen sei es nicht mehr möglich, die benötigte Menge an Arzneimitteln oder medizinischem Material zu importieren. Das staatliche Basis-Medsortiment umfasst 651 verschiedene Präparate, von denen 250 importiert und 401 im Inland produziert werden. Nach einem Regierungsbericht über die Auswirkungen der US-Wirtschaftsblockade im Jahr 2025 kann Kuba aufgrund dieser Sanktionen 69 Prozent aller notwendigen Medikamente nicht beschaffen – eine Ziffer, die die Versorgungslage in ihrer ganzen Dramatik zeigt.
Quelle: Efe (https://is.gd/dEawZY)
Autor: Leon Latozke
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