Neues aus Kuba
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25.05.2026 09:00 Uhr
Kuba hätte einem US-Angriff laut Militärexperten heute kaum etwas entgegenzusetzen. Einst 200.000 Soldaten stark, ist die Truppe geschrumpft, Luftwaffe und Marine sind praktisch außer Betrieb.
Abbildung: Kubas Militär - Nur noch für Paraden? (Bildquelle: Libertador Revolucionarias (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Acto_por_Aniversario_55_de_la_Fundaciòn_de_la_Academia_Naval_Granma.jpg), Zuschnitt KUBAKUNDE, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode)
Washington verschärft den Druck auf Havanna, und die einst stolze kubanische Armee könnte einem militärischen Konflikt mit den USA kaum standhalten. Wie das Wall Street Journal (WSJ) unter Berufung auf einen ranghohen Experten berichtet, hat die Streitkraft der Karibikinsel dramatisch an Schlagkraft verloren. Frank Mora, ehemaliger Pentagon-Beamter für Lateinamerika unter Präsident Barack Obama, zog ein vernichtendes Urteil über den Zustand der kubanischen Streitkräfte.
„Kuba hatte einst ein Militär der Ersten Welt in einem Land der Dritten Welt“, zitierte das WSJ den Sicherheitsexperten. Heute jedoch, so Mora weiter, habe die Insel gegen die US-Streitkräfte „keine Chance“ mehr. Das einstige Prestigeobjekt der Revolution, das zu Zeiten des Kalten Krieges über mehr als 200.000 Soldaten verfügte, sei auf dem Niveau einer Regionalmacht angekommen. Demnach sollen heute nur noch schätzungsweise 40.000 bis 45.000 aktive Soldaten im Dienst stehen, verteilt auf drei Kommandobereiche für den Osten, Westen und das Zentrum des Landes. Besonders prekär sei die Lage bei Luftwaffe und Marine, so der Militärexperte. Früher besaß Kuba moderne sowjetische MiG-Kampfjets und drei in der Sowjetunion gebaute Fregatten. Heute seien die wenigen verbliebenen Kampfflugzeuge vermutlich nicht mehr flugtauglich, die Marineschiffe praktisch außer Betrieb. Lediglich kleinere Boote der Küstenwache seien noch einsatzbereit. Trotz dieser militärischen Schwäche erklärte Kuba im Januar zu einer „ungewöhnlichen und außerordentlichen Bedrohung“ für die nationale Sicherheit der USA. Die Vorwürfe der US-Regierung gegen die kubanische Führung sind massiv: Sie reichen von Terrorismusvorwürfen über Verstrickungen in kriminelle Netzwerke bis hin zur engen Kooperation mit Russland und China, was als Versuch gewertet wird, den Einfluss der USA in der Region zu untergraben. Zusätzliche Verunsicherung löste ein Bericht des Nachrichtenportals „Axios“ aus, der von angeblich 300 Drohnen spricht, die Kuba beschafft haben soll. Demnach wird in Washington erwogen, dass diese Drohnen im Fall eines Angriffs gegen den US-Marinestützpunkt Guantánamo Bay oder gegen das südliche Florida, insbesondere Key West, eingesetzt werden könnten. Die Existenz solcher Einsatzpläne bleibt jedoch bisher unbelegt. Unterdessen wächst in Havanna die Sorge vor einer möglichen Eskalation, die die Insel existenziell bedrohen könnte. Präsident Miguel Díaz-Canel warnte kürzlich in einem Interview mit CNN, dass ein militärischer Angriff auf Kuba ein „Blutbad von unkalkulierbaren Folgen“ auslösen würde. Er bekräftigte die Bereitschaft der Kubaner, sich bis zum bitteren Ende zu verteidigen. Die offizielle Verteidigungsdoktrin der Insel setzt dabei auf einen sogenannten „Volkskrieg“, bei dem die gesamte Bevölkerung in die Abwehrkämpfe miteinbezogen wird. Entsprechende Bilder, die im kubanischen Fernsehen gezeigt wurden, hatten eine fast anachronistische Wirkung: Ältere Menschen mit abgenutzten Kalaschnikow-Gewehren, Frauen beim Verlegen von Landminen und Ochsenkarren, die Artilleriegeschütze auf einer Insel transportierten, die selbst für die einfachsten Transporte kaum noch Treibstoff hat. Die ohnehin schwere Versorgungskrise würde im Falle eines Krieges durch die US-Blockade von Öllieferungen noch weiter verschärft. Kuba kann nur etwa 40 Prozent seines täglichen Rohölbedarfs selbst fördern. Die Folge sind tägliche Stromausfälle, die bereits jetzt vielerorts mehrere Tage andauern, und ein chronischer Mangel an Treibstoff für Fahrzeuge und militärische Geräte. Die einstige Militärmacht der Karibik ist heute weniger eine Bedrohung für die USA als vielmehr ein Spielball globaler Mächte und Opfer jahrzehntelanger Wirtschaftskrisen, das sich im Schatten der amerikanischen Übermacht nur noch mit den Mitteln eines asymmetrischen und verzweifelten Widerstands zur Wehr setzen könnte.
Quelle: WSJ (https://t1p.de/nqfa2)
Autor: Leon Latozke
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