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Nach 30 Jahren Haft hat Kuba den salvadorianischen Staatsbürger Otto René Rodríguez Llerena entlassen. Er war 1998 wegen eines Bombenanschlags auf das Hotel Meliá Cohiba in Havanna zunächst zum Tode verurteilt worden.
17.08.2025 18:06 Uhr
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Nach 30 Jahren Haft ist in Kuba der salvadorianische Staatsbürger Otto René Rodríguez Llerena freigekommen. Das teilte das Außenministerium in Havanna mit. Rodríguez war 1998 wegen seiner Beteiligung an einem Sprengstoffanschlag auf das Hotel Meliá Cohiba in der Hauptstadt zunächst zum Tode verurteilt worden. Später wandelte das Oberste Gericht die Strafe in drei Jahrzehnte Gefängnis um.
Rodríguez hatte im Prozess eingeräumt, im Auftrag des exilkubanischen Aktivisten Luis Posada Carriles gehandelt zu haben. Posada, der über Jahre hinweg in den USA lebte, gilt als Drahtzieher einer Serie von Anschlägen gegen Hotels und touristische Einrichtungen in Kuba während der 1990er Jahre. Nach Angaben der Ermittler erhielt Rodríguez Zahlungen von Posada, um Sprengstoff nach Kuba zu bringen und dort Attentate vorzubereiten. Am 3. August 1997 platzierte Rodríguez einen Sprengsatz in der Lobby des Meliá Cohiba. Der Anschlag verursachte Sachschäden, forderte jedoch keine Opfer. Wenige Monate später versuchte er erneut, Sprengstoff nach Kuba einzuschleusen. Beim Zoll wurde er entdeckt – im Gepäck befanden sich 1,5 Kilogramm C-4, Zünder und Zeitschaltuhren. Kurz darauf erfolgte seine Festnahme. Die kubanische Regierung betonte anlässlich seiner Entlassung, das Land halte sich strikt an seine Gesetze und stelle sicher, dass Täter von Anschlägen zur Verantwortung gezogen würden. Außenminister Bruno Rodríguez verwies zugleich auf die Vereinigten Staaten, wo Exilkubaner wie Posada Carriles und Orlando Bosch über Jahrzehnte unbehelligt gelebt hätten. Beide starben in Miami, ohne jemals für ihre Rolle bei Anschlägen verurteilt worden zu sein. Rodríguez ist nicht der erste Attentäter aus El Salvador, der nach 30 Jahren Haft entlassen wurde. Bereits im Dezember 2024 kam Raúl Ernesto Cruz León frei, der 1997 mehrere Anschläge auf Hotels in Havanna verübt hatte. Bei einer Explosion war ein italienischer Tourist ums Leben gekommen. Auch Cruz León war zunächst zum Tode verurteilt und später zu einer langjährigen Freiheitsstrafe begnadigt worden. Mit den jüngsten Entlassungen verweist die kubanische Führung auf ihren Umgang mit inhaftierten Attentätern. Zugleich erneuert sie den Vorwurf, dass die USA Gewaltakte exilkubanischer Gruppen duldeten und deren Akteure straffrei blieben.
Quelle: EFE (https://t1p.de/lajym)
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Text: Leon Latozke
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