Neues aus Kuba
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25.03.2026 07:00 Uhr
Kuba öffnet erstmals den internationalen Zahlungsverkehr teilweise für Kryptowährungen. Die kubanische Zentralbank hat zehn Unternehmen autorisiert, digitale Vermögenswerte für grenzüberschreitende Transaktionen zu nutzen.
Der Einsatz von Kryptowährungen im internationalen Zahlungsverkehr wird in Kuba erstmals in begrenztem Umfang erlaubt. Die Zentralbank des Landes hat zehn Unternehmen – neun private und ein gemischtwirtschaftliches – offiziell autorisiert, digitale Vermögenswerte für grenzüberschreitende Transaktionen zu nutzen. Es handelt sich um die erste Genehmigung dieser Art seit der Regulierung virtueller Vermögenswerte im Jahr 2021.
Die im Amtsblatt veröffentlichte Resolution 4/2026 legt fest, dass die genehmigten Firmen Kryptowährungen ausschließlich über Anbieter einsetzen dürfen, die von der Zentralbank lizenziert sind und innerhalb Kubas tätig sind. Direkte Transaktionen außerhalb dieser Plattformen sind ausdrücklich untersagt. Verstöße gegen die Bedingungen führen laut Vorschrift zur sofortigen Aufhebung der erteilten Genehmigung. Zudem betont die Zentralbank, dass virtuelle Vermögenswerte ausschließlich für internationale Zahlungen genutzt werden dürfen. Der Einsatz innerhalb der Landesgrenzen bleibt ausgeschlossen. Private Unternehmen müssen außerdem regelmäßig Bericht erstatten. Vorgesehen ist eine vierteljährliche Meldung an die Zentralbank mit detaillierten Angaben zu Transaktionsvolumen, verwendeten digitalen Assets sowie den genutzten Plattformen. Damit will die Behörde Transparenz schaffen und gleichzeitig Risiken für das nationale Finanzsystem begrenzen. Bereits 2021 hatte Kuba einen rechtlichen Rahmen für virtuelle Vermögenswerte geschaffen und Lizenzen für Anbieter entsprechender Finanzdienstleistungen eingeführt. Im April 2022 erlaubte die Regierung zudem die Nutzung von Plattformen für Bitcoin und andere Kryptowährungen – allerdings ausschließlich unter staatlicher Aufsicht und mit offizieller Genehmigung. Unter den nun zugelassenen Unternehmen befinden sich mehrere aus der Digital- und IT-Branche. Darüber hinaus erhielten auch Firmen aus der Leichtindustrie, dem Transportsektor sowie der Gastronomie die entsprechende Erlaubnis. Die Auswahl deutet darauf hin, dass die Behörden unterschiedliche Wirtschaftsbereiche testen wollen, bevor eine mögliche Ausweitung erfolgt. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund erheblicher wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Internationale Transaktionen sind für kubanische Unternehmen seit Jahren erschwert, unter anderem wegen US-Sanktionen und der Einstufung Kubas als Staat, der Terrorismus unterstützt. Diese Faktoren erschweren den Zugang zum globalen Finanzsystem erheblich. Hinzu kommt eine seit Jahren anhaltende Wirtschaftskrise, die zu Liquiditätsengpässen, eingeschränkten Bankabhebungen und Versorgungsproblemen geführt hat. Ein verschärfter Energiemangel sowie eingeschränkte Treibstoffimporte haben die Lage zusätzlich belastet. Vor diesem Hintergrund könnten Kryptowährungen für ausgewählte Unternehmen eine alternative Möglichkeit darstellen, internationale Zahlungen abzuwickeln und wirtschaftliche Aktivitäten aufrechtzuerhalten. Ob das Modell ausgeweitet wird, dürfte von den Erfahrungen der kommenden Monate abhängen.
Quelle: Cubadebate (https://t1p.de/06xeq)
Autor: Leon Latozke
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