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Die Gesundheitsbehörden Kubas warnen vor einer sich weiter verschärfenden Epidemie von Dengue und Chikungunya. Die kubanischen Experten gehen davon aus, dass sich die Ausbreitung der beiden durch Mücken übertragenen Viruserkrankungen in den kommenden Wochen ungünstig entwickeln wird.
03.12.2025 09:24 Uhr
Abbildung: Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
Die Gesundheitsbehörden Kubas haben vor einer sich verschärfenden Epidemie von Dengue und Chikungunya auf der Insel gewarnt. Nach Angaben der kubanischen Regierung befindet sich das Land in einer „kompliexen Situation“, und die kurzfristigen Aussichten für die Ausbreitung der beiden durch Mücken übertragenen Viruserkrankungen gelten als „ungünstig“.
Die stellvertretende Ministerin für öffentliche Gesundheit, Carilda Peña, erklärte am Dienstag im staatlichen Fernsehen, dass die Zahl der gemeldeten Fälle von „unspezifischem Fieber-Syndrom“, einem frühen Warnsignal für beide Erkrankungen, inzwischen bei 39.819 liegt. Davon wurden 39.136 Personen eindeutig mit Chikungunya diagnostiziert. Besonders alarmierend ist die Entwicklung im November: Fast die Hälfte der Infektionen wurde in diesem Monat registriert, während die kumulierten Fälle bis Oktober bei 20.062 lagen. Allein in der vergangenen Woche wurden 5.717 neue Infektionen gemeldet. Die Epidemie hat bereits Todesfälle gefordert: Insgesamt 33 Menschen starben nach offiziellen Angaben an Chikungunya oder Dengue, darunter 21 Minderjährige. Dies markierte das erste Mal, dass Kuba Todesfälle offiziell in Zusammenhang mit der Epidemie bestätigte. Gesundheitsministerien und Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass die offiziellen Zahlen einen Teil der Realität nicht abbilden. Viele Erkrankte suchen aufgrund des Mangels an Medikamenten keine Krankenhäuser auf, wodurch die tatsächliche Zahl der Infektionen vermutlich deutlich höher liegt. Raúl Guinovart, Direktor für Wissenschaft und Technik der Universität Havanna, prognostizierte in einem Fachtreffen, dass sich die Ausbreitung der Arboviren in den kommenden Wochen weiter verschlechtern dürfte. Ein leichtes Entlastungszeichen sei der Rückgang der Patienten auf Intensivstationen von 93 auf 88, erklärte Peña, wies jedoch darauf hin, dass die meisten schwer Erkrankten Kinder seien. Dengue ist in 14 der 15 Provinzen des Landes präsent. Die kumulierte Zahl der Infektionen für 2025 lag Anfang November bei über 9.602 Fällen und stieg seither rapide an. Derzeit wird kein Oropouche-Fieber diagnostiziert, eine weitere durch Mücken übertragene Krankheit, die in den Monaten zuvor in Kuba kursierte. Die gesundheitliche Situation wird durch die wirtschaftliche Krise des Landes erheblich verschärft. Die eingeschränkten Ressourcen wirken sich auf Prävention, Kontrolle und Behandlung aus: Massive Fumigationen gegen Mücken können nur begrenzt durchgeführt werden, Testkapazitäten sind limitiert, und viele Medikamente fehlen. Hinzu kommt ein geschwächtes öffentliches Gesundheitssystem: Zwischen 2021 und 2024 verringerte sich die Zahl der Ärztinnen und Ärzte um 29 Prozent, das Pflegepersonal sank um 17 Prozent, wie die Nationale Statistikbehörde ONEI berichtet. Die kubanische Regierung hatte die Epidemie erstmals am 12. November offiziell bestätigt, obwohl die ersten Fälle bereits im Juli diagnostiziert worden waren und die Infektionen im September und Oktober stark angestiegen waren. Experten betonen, dass die Verzögerung der offiziellen Bestätigung die Präventionsmaßnahmen behinderte und die Bevölkerung nicht ausreichend vor der Ausbreitung geschützt war. Vor dem Hintergrund der ungebremsten Ausbreitung der Viruserkrankungen rufen Gesundheitsexperten zu verstärkten Vorsichtsmaßnahmen auf. Dazu zählen vor allem der Schutz vor Mückenstichen, die Entfernung von Brutstätten in Haushalten und Gemeinden sowie eine engmaschige medizinische Überwachung von Fieberfällen, insbesondere bei Kindern. Die kommenden Wochen gelten als kritisch: Ohne eine substanzielle Verbesserung der medizinischen Versorgung und wirksame Präventionsmaßnahmen ist eine weitere Zunahme der Infektionszahlen und damit auch der Todesfälle wahrscheinlich.
Quelle: Granma (https://t1p.de/iyf8i), Swissinfo/EFE (https://t1p.de/1z4t0)
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Text: Leon Latozke
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