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Am Montag erlebte Kuba einen historischen Stromausfall, der zeitgleich über 59 % des Landes betraf – ein Rekord. Ursache sind unter anderem technische Störungen in veralteten Kraftwerken, fehlende Brennstoffe und jahrelange Unterfinanzierung des staatlich kontrollierten Energiesektors.
02.12.2025 07:22 Uhr
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Am Montag erlebte Kuba einen beispiellosen Stromausfall, der nach Angaben der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft Unión Eléctrica (UNE) zeitgleich über 59 % des Landes betraf – ein neuer Rekord. Während der Spitzenlast am Abend wurden rund 1.995 Megawatt abgeschaltet, obwohl die maximale Nachfrage bei 3.250 Megawatt lag. Die tatsächliche Energieproduktion erreichte lediglich 1.325 Megawatt, was ein Defizit von fast zwei Gigawatt bedeutete.
Die Ursache für diese massiven Ausfälle liegt in der chronischen Unterfinanzierung des kubanischen Energiesektors. Sechs von 16 thermischen Kraftwerkseinheiten standen wegen technischer Störungen oder Wartungsarbeiten still, eines der beiden Gaskraftwerke war ebenfalls abgeschaltet. Zudem standen 96 kleinere Generatoren aufgrund fehlender Brennstoffe wie Diesel oder Schweröl still, mehrere Anlagen waren wegen fehlender Schmierstoffe außer Betrieb. Experten schätzen, dass zur Stabilisierung des Systems Investitionen zwischen acht und zehn Milliarden US-Dollar nötig wären. Die kubanische Regierung machte die Auswirkungen der US-Sanktionen verantwortlich, die ihrer Darstellung nach die Energieversorgung „erwürgen“. Unabhängige Analysten betonen jedoch die strukturelle Unterfinanzierung eines vollständig staatlich kontrollierten Sektors seit der Revolution von 1959. Die anhaltenden Stromausfälle belasten den Alltag der Bevölkerung erheblich und wirken sich gravierend auf die Wirtschaft aus. Kubas Bruttoinlandsprodukt ist in den vergangenen fünf Jahren um rund 11 % geschrumpft, und für das laufende Jahr wird ein weiteres Minus erwartet. Besonders Unternehmen, die auf kontinuierliche Stromversorgung angewiesen sind, litten unter Produktionsausfällen, und die sozialen Spannungen nahmen zu. Der Ausfall verdeutlicht die Verwundbarkeit Kubas gegenüber technischen Problemen in einer veralteten Infrastruktur sowie die Folgen jahrelanger ökonomischer Fehlplanung. Ohne umfassende Investitionen in die Energieerzeugung und eine nachhaltige Strategie für Versorgungssicherheit ist kurzfristig keine Entspannung zu erwarten.
Quelle: EFE (https://t1p.de/7hao0)
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