Neues aus Kuba
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22.05.2026 08:00 Uhr
Washington hat Raúl Castro angeklagt. Fachleute warnen: Eine US-Eskalation sei unausweichlich.
Abbildung: US-Präsident Donald Trump mit seinem "Kriegsminister" nach der Operation „Absolute Resolve“ in Venezuela, bei der Nicolás Maduro festgenommen wurde (BIldquelle: The White House (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:P20260103MR-1433.jpg).
Die Anklage der US-Justiz gegen den kubanischen Ex-Präsidenten Raúl Castro verschärft die ohnehin explosive Lage in der Karibik drastisch. Das Weiße Haus, so analysieren Experten, bereite eine Eskalation vor, die an das Szenario in Venezuela erinnert. Der 94-Jährige – Bruder und Nachfolger von Revolutionsführer Fidel Castro – soll für den Abschuss zweier ziviler Flugzeuge im Jahr 1996 verantwortlich sein, die von einer exilkubanischen Organisation betrieben wurden. Die Anklageschrift wurde am Mittwoch vom US-Justizministerium veröffentlicht.
Der Schritt erfolgt inmitten eines beispiellosen Drucks der Trump-Regierung auf Havanna. Die USA verhängten eine faktische Ölblockade gegen die Insel und deuteten offen eine militärische Machtübernahme an, sollte Kuba kein Abkommen akzeptieren. „Könnte damit machen, was ich will“, ließ US-Präsident Donald Trump bereits durchblicken. Die Parallelen zu Venezuela sind auffällig: Dort wurde Staatschef Nicolás Maduro im Januar bei einer waghalsigen Delta-Force-Operation festgesetzt, bei der Dutzende seiner kubanischen Leibwächter starben. Maduro war bereits 2020 in den USA angeklagt worden – ihm droht nun ein Prozess in New York. Kuba-Experten bezweifeln jedoch, dass sich das Venezuela-Szenario nahtlos übertragen lässt. Der Fall gegen Raúl Castro sei juristisch heikel und politisch explosiv. Die Insel könnte sich weiter radikalisieren. Zudem sei Castros Rolle im kubanischen Sicherheitsapparat eine andere als die Maduros. Die Insel verfüge über eine hochdisziplinierte Armee und ein dichtes Überwachungsnetz. Eine erzwungene Machtübergabe, wie in Caracas versucht, scheine daher kaum durchführbar, so die Fachleute. Stattdessen drohe eine noch tiefere Isolation Kubas und eine humanitäre Krise, da die ohnehin knappe Energieversorgung durch die Ölblockade weiter abgewürgt werde.
Quelle: FR (https://t1p.de/z3hjh)
Autor: Leon Latozke
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