Neues aus Kuba
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07.05.2026 08:00 Uhr
Kuba könnte in der Hurrikan-Saison 2026 mit 40 % Wahrscheinlichkeit von einem Hurrikan getroffen werden – eine ernste Gefahr für das noch immer geschwächte Land. Die östlichen Provinzen leiden noch unter den Folgen des Hurrikans Melissa. Stromausfälle und fehlende Mittel erschweren die Vorbereitung.
Der kubanische Wetterdienst INSMET (Instituto de Meteorología) hat am Mittwoch (6.) seine Prognose für die Hurrikansaison 2026 veröffentlicht, die traditionell vom 1. Juni bis zum 30. November andauert. Die Analyse der kubanis chen Meteaorologen deutet auf eine im Vergleich zum historischen Durchschnitt weniger aktive Saison hin. Dennoch bleibt die Wahrscheinlichkeit, dass Kuba von mindestens einem Hurrikan direkt getroffen wird, mit 40 Prozent beträchtlich. Für eine Insel, die sich noch immer nicht von den Verwüstungen des Hurrikans Melissa erholt hat, ist dieser Prozentsatz alles andere als eine Randnotiz. Die Gemeinden im Osten des Landes, insbesondere in den Provinzen Guantánamo, Granma, Holguín und Santiago de Cuba, die Melissa am 29. Oktober 2025 heimsuchte, zeigen noch immer unübersehbare Narben. Monate nach dem Sturm sind die zerstörten Infrastrukturen vielerorts nicht wieder aufgebaut.
Die die tropische Wirbelsturmaktivität im Nordatlantik, Golf von Mexiko und der Karibik bestimmenden Faktoren begünstigen in diesem Jahr eine verhaltene Saison. Die Oberflächentemperatur des Meeres im tropischen Gürtel des Nordatlantiks ist in den vergangenen Wochen gesunken, was die intensive Bildung von Zyklonen normalerweise hemmt. Allerdings wurden im Karibischen Meer bereits warme Anomalien gemessen, die das Szenario zwischen August und Oktober grundlegend verändern könnten. Der entscheidende Faktor wird die Entwicklung des Wetterphänomens El Niño sein. Die aktuellen Wettermodelle zeigen eine steigende Wahrscheinlichkeit, dass ein neues El-Niño-Ereignis bereits zwischen Juni und Juli einsetzt und sich bis zum Jahresende fortsetzt. Sollte dieses Ereignis moderat oder stark ausfallen, würde es die Zyklonaktivität im atlantischen Becken deutlich dämpfen. Bleibt es schwach, wäre der Effekt auf die kommende Saison minimal. In konkreten Zahlen prognostiziert das kubanische Institut für Meteorologie die Entstehung von elf tropischen Stürmen im gesamten Nordatlantikbecken für die diesjährige Saison. Von diesen könnten fünf die Stärke eines Hurrikans erreichen, und zwei könnten sich zu Hurrikanen der höchsten Kategorie entwickeln. Die geografische Verteilung sieht acht Hurrikan im atlantischen Ozean, zwei im Karibischen Meer und einen im Golf von Mexiko vor. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich im Karibischen Meer selbst mindestens ein Hurrikan bildet und verstärkt, ist mit 65 Prozent hoch. Die Chance, dass ein aus dem Atlantik stammender Zyklon in die Karibik und damit zu Kuba vordringt, liegt bei 40 Prozent. Diese statistische Größe kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Kuba ist deerzeit nicht in der Lage, einen weiteren Großschaden zu bewältigen. Die Krankenhäuser arbeiten mit einem Minimum an Ressourcen. Das nationale Stromnetz, das schon unter normalen Bedingungen häufig zusammenbricht, wäre nicht in der Lage, die umfangreichen Rettungs- und Versorgungsoperationen zu stemmen, die ein schwerer Hurrikan erzwingen würde. Die stundenlangen, täglichen Blackouts von über 20 Stunden Dauer lähmen bereits jetzt die ohnehin fragile Infrastruktur und schränken die Reaktionsfähigkeit jedes Notfallsystems massiv ein. Die Meldung der Meteorologen fällt in eine Zeit, in der das Land seine Kräfte bereits bis zum Äußersten strecken muss.
Quelle: Granma (https://t1p.de/i2xg8)
Autor: Leon Latozke
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