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Die kubanischen Importe von Rohöl und Kraftstoffen aus Mexiko und Venezuela sind in den ersten zehn Monaten 2025 drastisch gesunken, was die Energiekriese im Land weiter verschärft. Fast ein Drittel des täglichen Strombedarfs fällt aus, selbst in Havanna dauern Stromausfälle mittlerweile bis zu neun Stunden.
21.11.2025 08:01 Uhr
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uba steht angesichts stark zurückgehender Treibstofflieferungen aus seinen wichtigsten Verbündeten vor einer wachsenden Energiekrise. Laut aktuellen Daten und internen Dokumenten ist die Einfuhr von Rohöl und Kraftstoffen in den ersten zehn Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Drittel gesunken. Mexiko, das 2023 nach der Normalisierung von Lieferungen leichtes Rohöl an Kuba exportierte, reduzierte seine Lieferungen um 73 Prozent auf etwa 5.000 Barrel pro Tag. Venezuela, traditionell der wichtigste politische Partner Kubas, lieferte fast 15 Prozent weniger, was insbesondere die Versorgung mit Heizöl für die Stromerzeugung beeinträchtigt. Insgesamt gingen die Importe aus allen Quellen von 69.400 auf 45.400 Barrel pro Tag zurück.
Die kubanische Wirtschaft ist stark von importierten Kraftstoffen abhängig, die für Stromerzeugung, Transport und Industrie benötigt werden. US-Sanktionen und eine anhaltende Wirtschaftskrise erschweren seit Jahren den Einkauf von Treibstoff auf dem internationalen Markt, sodass Kuba zunehmend auf die Unterstützung seiner Verbündeten angewiesen ist. Mexiko und Venezuela wiederum sehen sich selbst mit Produktionsengpässen konfrontiert. Mexikos Ölproduktion sank von Januar bis September um fast neun Prozent auf 1,63 Millionen Barrel pro Tag, während die Exporte um 23 Prozent auf 604.000 Barrel reduziert wurden. Venezuela muss wegen wechselnder US-Sanktionen und der Versorgung eigener Raffinerien ebenfalls mehr Rohöl im Inland einsetzen, wodurch die verfügbaren Exportmengen für Kuba begrenzt sind. Russland lieferte in diesem Jahr lediglich wenige Ladungen Urals-Rohöl, ähnlich wie im Vorjahr. Die Folgen dieser Lieferengpässe zeigen sich deutlich in Kubas Stromversorgung. Nach Angaben der Elektrikergewerkschaft fielen am Mittwoch rund 900 Megawatt, fast ein Drittel des täglichen Bedarfs, aufgrund fehlender Treibstoffe und Schmierstoffe aus. In Havanna dauern ungeplante Stromausfälle häufig mehr als neun Stunden täglich. In vielen Provinzen gibt es teilweise nur zwei bis vier Stunden Strom pro Tag, was den Alltag und die Produktivität massiv beeinträchtigt. Die Regierung macht neben den Treibstoffengpässen auch die marode Infrastruktur und die Schäden durch Hurrikan „Melissa“ für die verschärfte Lage verantwortlich. Die Energiekrise verstärkt soziale und wirtschaftliche Spannungen. Studierende und Berufstätige berichten von erheblichem Stress im Alltag, da grundlegende Tätigkeiten wie Kochen, Lernen oder Arbeiten nur eingeschränkt möglich sind. Die reduzierte Stromversorgung trifft vor allem Haushalte, Bildungseinrichtungen und kleine Unternehmen, die kaum Reserven haben. Analysen zeigen, dass die strukturellen Probleme Kubas im Energiesektor durch externe Faktoren weiter verschärft werden. Die Abhängigkeit von wenigen Lieferanten, gekoppelt mit globalen Engpässen und politischen Restriktionen, setzt die Regierung zunehmend unter Druck. Mexikos Olmeca-Leichtöl, das optimal für kubanische Raffinerien geeignet ist, wird vor allem an zahlungskräftige internationale Kunden verkauft, sodass nur begrenzte Mengen für Kuba verfügbar sind. Venezuela wiederum kann den kubanischen Bedarf an Heizöl nicht mehr vollständig decken, was die Stromausfälle zusätzlich verlängert. Transportengpässe durch fehlende Schiffe erschweren zudem die pünktliche Anlieferung der wenigen verfügbaren Lieferungen. Die derzeitige Lage verdeutlicht die Verletzlichkeit Kubas gegenüber internationalen Lieferketten und die Abhängigkeit von geopolitischen Partnern. Solange sich die Produktion in Mexiko und Venezuela nicht stabilisiert und alternative Bezugsquellen nicht erschlossen werden, ist mit anhaltenden oder sogar verschärften Stromausfällen zu rechnen. Für die kubanische Bevölkerung bedeutet dies eine weiterhin stark eingeschränkte Versorgung und eine erhebliche Belastung des täglichen Lebens.
Quelle: REUTERS (https://t1p.de/ei6hu)
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Text: Leon Latozke
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