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Kuba: Inflation im staatlichen Markt sinkt auf 12,33 % – Realität für Verbraucher deutlich härter22/3/2026
22.03.2026 10:00 Uhr
Die Inflation im staatlichen Sektor Kubas ist im Februar leicht gesunken – doch die wirtschaftliche Realität bleibt angespannt. Offizielle Zahlen erfassen zentrale Preisentwicklungen nur unzureichend, während insbesondere Energieengpässe und strukturelle Probleme den Druck auf die Bevölkerung erhöhen. Besonders stark betroffen sind Transport, Lebensmittel sowie Dienstleistungen.
Abbildung: Symbolbild © Jorge Royan / http://www.royan.com.ar / CC BY-SA 3.0, Havana, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY-SA 3.0
Die Teuerungsrate im staatlich regulierten Markt Kubas hat sich im Februar leicht abgeschwächt. Wie die kubanische Statistikbehörde ONEI mitteilt, lag die Inflationsrate im Jahresvergleich bei 12,33 Prozent und damit geringfügig unter dem Januarwert von 12,52 Prozent. Im Monatsvergleich ergibt sich hingegen ein Anstieg um 2,58 Prozent.
Diese offiziellen Angaben bilden jedoch nur einen Teil der wirtschaftlichen Realität ab. Unabhängige Ökonomen weisen seit längerem darauf hin, dass insbesondere der informelle Sektor sowie Preisentwicklungen im privaten Bereich in den staatlichen Statistiken unzureichend berücksichtigt werden. In der Wahrnehmung vieler Kubaner bleibt der Preisdruck daher deutlich höher, als es die offiziellen Zahlen nahelegen. Als zentraler Faktor gilt dabei die angespannte Energieversorgung, die unter anderem durch US-Maßnahmen zur Einschränkung von Treibstofflieferungen zusätzlich belastet wird. Ein Blick auf die einzelnen Sektoren zeigt erhebliche Unterschiede bei den offiziellen Zahlen: Besonders stark verteuerten sich Dienstleistungen in Restaurants und Hotels mit einem Plus von 22,27 Prozent binnen eines Jahres. Auch Wohnkosten (15,75 Prozent), Transport (14,35 Prozent) sowie Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (14,34 Prozent) legten deutlich zu. Im kurzfristigen Vergleich zwischen Januar und Februar sticht vor allem der Transportsektor hervor, dessen Preise um mehr als neun Prozent anzogen. Lebensmittel verteuerten sich im selben Zeitraum um über drei Prozent. Diese Entwicklungen treffen die Bevölkerung besonders hart, da sie Grundbedürfnisse betreffen. Nach Einschätzung des kubanischen Ökonomen Pavel Vidal könnte die tatsächliche Inflation im Jahr 2025 deutlich höher gelegen haben und sich in einer Größenordnung von rund 70 Prozent bewegen. Die wirtschaftliche Lage des Landes bleibt angespannt. Seit mehreren Jahren steckt Kuba in einer tiefen Krise, ausgelöst durch das Zusammenwirken der COVID-19-Pandemie, verschärfter US-Sanktionen und struktureller Defizite in der eigenen Wirtschafts- und Geldpolitik. Zuletzt hat sich die Situation weiter verschärft, nachdem die USA den Zugang zu Treibstofflieferungen zusätzlich eingeschränkt haben. Da Kuba nur etwa ein Drittel seines Energiebedarfs selbst decken kann, wirken sich solche Maßnahmen unmittelbar auf Produktion und Versorgung aus. Auch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung zeigt nach unten: Im vergangenen Jahr schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt um rund fünf Prozent. Seit 2020 summiert sich der wirtschaftliche Rückgang damit auf mehr als 15 Prozent.
Quelle: EFE (https://t1p.de/8yvx2)
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