Neues aus Kuba
Aktuelle Nachrichten und Meldungen, Analysen und Hintergrundinformationen
|
Die kubanische Regierung kritisiert die laufenden US-Kongressdebatten über die Anti-Drogen-Strategie Trumps scharf. Außenminister Bruno Rodríguez bezeichnete die Untersuchungen als „Show und Farce“ und warnt vor den Folgen militärischer Einsätze in der Karibik, insbesondere nahe Venezuela.
10.12.2025 10:00 Uhr
Abbildung: USS Gerald R. Ford der US Navy, im Einsatz für die Operation „Southern Spear“ in der Karibik. (Photo by Mass Communication Specialist 2nd Class Jackson Adkins, gemeinfrei, Wikimedia Commons)
Die kubanische Regierung hat die laufenden Debatten im US-Kongress zur Anti-Drogen-Strategie des früheren Präsidenten Donald Trump scharf kritisiert. Bruno Rodríguez, Außenminister Kubas, bezeichnete die Untersuchungen am Dienstag auf seiner X-Seite als „Show und Farce“ der US-Politik. Seiner Ansicht nach interessierten in Washington vor allem Geld, Macht und Ressourcen anderer Länder, während Menschenleben und Gerechtigkeit nur eine untergeordnete Rolle spielten.
Hintergrund der Kongressdebatten sind die Einsätze von US-Militärkräften im Karibikraum, insbesondere gegen Boote, die angeblich für den Drogenhandel genutzt werden. Seit August vergangenen Jahres hat Washington unter dem Namen „Operation Southern Spear“ eine bisher beispiellose militärische Präsenz in der Region aufgebaut. Offiziell soll die Operation den Drogenhandel bekämpfen. Kritiker, darunter mehrere Regierungen, Abgeordnete und Nichtregierungsorganisationen, werfen den USA jedoch vor, dass es sich bei den Angriffen teilweise um extralegale Hinrichtungen handele. Nach Angaben des Pentagon wurden bislang 21 Angriffe auf angebliche Drogenboote durchgeführt, bei denen 82 Menschen getötet wurden, die von US-Seite als „Narkoterroristen“ bezeichnet werden. Rodríguez warnte zugleich vor der militärischen Bedrohung anderer Staaten der Region, insbesondere Venezuelas. Jede aggressive Handlung sei ein internationales Verbrechen und verstoße gegen die UN-Charta. Kuba betrachtet die Operationen in der Karibik nicht nur als Eingriff in die regionale Stabilität, sondern auch als potenzielle Vorbereitung für politische Umstürze in Venezuela. Die Kritik Havannas verdeutlicht die anhaltende Spannung zwischen den USA und der Karibikregion. Während Washington die Bekämpfung des Drogenhandels als Legitimation für seine Einsätze anführt, sehen Kuba und andere Länder darin einen Vorwand zur Durchsetzung strategischer Interessen. Die Debatten im Kongress zeigen die innere Auseinandersetzung der US-Politik über die Rechtmäßigkeit solcher militärischen Aktionen, die jedoch aus kubanischer Sicht mehr politisches Schauspiel als ernsthafte Untersuchung darstellen. Die „Operation Southern Spear“ hat das Verhältnis zwischen Washington und den Staaten der Region weiter belastet. Auch wenn die US-Regierung die militärische Präsenz mit dem Ziel der Sicherheit rechtfertigt, werfen Beobachter ihr vor, damit politische Einflussnahme zu verschleiern. Kuba nutzt die Debatten im Kongress, um auf die Gefahren für die regionale Stabilität hinzuweisen und die humanitären Konsequenzen der Operationen in den Vordergrund zu rücken.
Quelle: EFE (https://t1p.de/c9owk)
Anzeige (G2)
|
|
Letzte Meldungen
Text: Leon Latozke
Anzeige (G1)
(adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
0 Kommentare
Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.
Antwort hinterlassen |
|
|
| Anzeige (G3) |