Neues aus Kuba
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16.05.2026 08:00 Uhr
Kubas Verkehrsministerium schränkt den öffentlichen Transport wegen des US-Ölembargos ein. Busse zwischen Havanna und den Provinzhauptstädten fahren nur dreimal wöchentlich, Fernzüge alle zwei Wochen. „Unverzichtbare" Routen für Gesundheitswesen und Wirtschaft haben Vorrang.
Die kubanische Regierung verschärft angesichts der akuten Treibstoffknappheit die Einschränkungen im öffentlichen Nah- und Fernverkehr. Das Ministerium für Transport gab am Freitag (15.) ein Bündel an Maßnahmen bekannt, um den Betrieb angesichts der seit fünf Monaten andauernden Blockade von Erdöllieferungen durch die USA aufrechtzuerhalten. Ziel sei es, die verbliebenen Ressourcen auf unverzichtbare Dienste zu konzentrieren, die für das Überleben der Bevölkerung und die Aufrechterhaltung der Wirtschaft essenziell seien, erklärten staatliche Medien unter Berufung auf Minister Eduardo Rodríguez Dávila. Energieminister Vicente de la O Levy hatte am Mittwoch 12.) im Fernsehen erklärt, das Land verfüge über keinerlei Reserven mehr an Diesel und Schweröl.
Auf einer Pressekonferenz in Havanna erläuterte der Minister, dass die neuen Regelungen den Transport von Treibstoff, Lebensmitteln, Medikamenten, Exportgütern und Rohstoffen priorisieren. Besonders geschützt würden die Sektoren Gesundheitswesen und Bildung. Die Ankündigung folgt auf eine monatelange Verschärfung der US-Sanktionen, die Kubas Import von Erdölprodukten nahezu vollständig unterbunden haben. Die Vereinten Nationen hatten diese Abschnürung wiederholt als völkerrechtswidrig verurteilt. Die praktischen Konsequenzen sind gravierend: Die Busverbindungen zwischen der Hauptstadt und den Provinzhauptstädten werden auf lediglich drei Abfahrten pro Woche gedrosselt. Noch drastischer fällt der Schnitt bei den Verbindungen zu den östlichen Städten Manzanillo und Baracoa aus, die nur noch einmal wöchentlich bedient werden sollen. Für den Schienenverkehr gilt eine Übergangsregelung: Bis Mitte Juni bleibt der Fahrplan unverändert, danach verkehren die Züge zu den östlichen Provinzen Santiago de Cuba, Guantánamo, Holguín und Granma nur noch alle zwei Wochen. Auf lokaler Ebene sind die Provinzbehörden angewiesen, die Treibstoffkontingente strikt zu verwalten. Sie müssen festlegen, welche innerstädtischen, vorstädtischen, ländlichen und überörtlichen Buslinien als unverzichtbar gelten. Minister Rodríguez Dávila betonte, dass sämtliche Kapazitäten – Züge, Busse und die nationalen Fährverbindungen – den Regionalbehörden unterstellt werden. Diese sollen ein System der Kapazitätszuweisung einführen, das Reisen nur noch in absoluten Notfällen genehmigt. Die Vergabe erfolgt über kontrollierte Listen, die von den lokalen Verwaltungen geführt werden. Die Maßnahmen sind der jüngste Ausdruck einer tiefen Wirtschaftskrise. Seit Januar 2025 erhöht Washington den Druck auf die Inselregierung, tiefgreifende Reformen der Wirtschafts- und politischen Struktur durchzuführen. Havanna lehnt diese Forderungen mit dem Verweis auf die nationale Souveränität kategorisch ab. Die daraus resultierende, nahezu vollständige Abschottung des Landes von Öllieferungen hat die ohnehin angespannte Energieversorgung Kollaps bringen lassen und große Teile der staatlichen Wirtschaft lahmgelegt. Die nun verordneten Kürzungen im Transportwesen sind der sichtbare Versuch, mit immer weniger Mitteln eine Grundversorgung aufrechtzuerhalten.
Quelle: Efe (https://is.gd/ekfDqM)
Autor: Leon Latozke
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