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In Kuba steigen die Todeszahlen durch Dengue und Chikungunya auf 52. Besonders Kinder und Jugendliche sind betroffen, wie das Gesundheitsministerium meldet. Insgesamt wurden bislang über 47.000 Infektionen registriert, die Dunkelziffer dürfte jedoch deutlich höher liegen.
18.12.2025 06:00 Uhr
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Das kubanische Gesundheitsministerium (Minsap) hat die Zahl der Todesfälle durch die aktuelle Epidemie von Dengue und Chikungunya auf 52 erhöht. Fünf neue Todesfälle wurden am Mittwoch bestätigt, wie die Vizegesundheitsministerin Carilda Peña in der staatlichen Fernsehsendung erklärte. Besonders alarmierend ist, dass die Mehrheit der Verstorbenen jünger als 18 Jahre war. Von den insgesamt 52 Todesfällen entfielen 34 auf Chikungunya-Komplikationen, die übrigen auf Dengue.
Gleichzeitig meldete das Ministerium am Dienstag 2.049 neue Fälle von unspezifischem Fieber, das als erstes Symptom beider Viruskrankheiten gilt. Hinzu kamen 539 bestätigte Chikungunya-Infektionen, womit sich die Gesamtzahl der Erkrankungen auf 47.003 belief. Bei Dengue beträgt die gemeldete Inzidenz 5,23 Fälle pro 100.000 Einwohner, was unter Annahme der kubanischen Bevölkerung von etwa 9,7 Millionen etwa 507 Neuinfektionen entspricht, wie die Nationale Statistikbehörde ONEI angibt. Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (OPS) wies darauf hin, dass die offiziellen Zahlen der kubanischen Behörden vermutlich eine Untererfassung darstellen. Viele Betroffene suchten aufgrund der angespannten Situation im Gesundheitswesen keine medizinische Hilfe auf. Die Epidemie wurde in Kuba erstmals am 12. November offiziell bestätigt, obwohl die ersten Fälle bereits im Juli diagnostiziert worden waren. Im September und Oktober war die Zahl der Infektionen stark angestiegen. Die Krise des kubanischen Gesundheitssystems erschwert die Eindämmung der Krankheiten erheblich. Massiv ausgeführte Fumigationskampagnen gegen die Überträgermücken sind nur eingeschränkt möglich. Zudem mangelt es an Testkapazitäten, um Dengue und Chikungunya klar voneinander zu unterscheiden, sowie an Medikamenten und medizinischer Ausrüstung, die für die Behandlung von schweren Fällen notwendig sind. Die Zahl der Patienten auf Intensivstationen sank laut Peña auf 36, von denen 12 in kritischem Zustand sind – alle unter 18 Jahren. Diese Entwicklung verdeutlicht die besondere Anfälligkeit der Kinder und Jugendlichen in Kuba für die aktuellen Epidemien. Experten sehen in der anhaltenden wirtschaftlichen Krise des Landes einen entscheidenden Faktor, der sowohl die Prävention als auch die Versorgung von Erkrankten erheblich einschränkt. Die kubanischen Behörden appellierten erneut an die Bevölkerung, Schutzmaßnahmen wie das Abdecken von Wasserbehältern, das Entfernen von stehendem Wasser und den persönlichen Schutz vor Mückenstichen zu beachten. Dennoch bleibt die Lage angespannt, da die Infektionszahlen weiterhin hoch sind und die medizinische Infrastruktur nur begrenzt auf die anhaltende Epidemie reagieren kann. Mit Blick auf die kommenden Monate warnen Epidemiologen, dass die saisonalen Bedingungen für Mücken in Kuba die Verbreitung von Dengue und Chikungunya begünstigen könnten. Ohne eine deutliche Verstärkung der Präventions- und Behandlungsmaßnahmen droht eine weitere Zunahme von Infektionen, insbesondere unter Kindern, die bislang am stärksten betroffen sind.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/9wv97)
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Text: Leon Latozke
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