Neues aus Kuba
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In Kuba breiten sich die durch Aedes-aegypti-Mücken übertragenen Krankheiten Chikungunya und Dengue weiter aus. In der vergangenen Woche stieg die Zahl der Chikungunya-Fälle um über 23 Prozent auf 7.700, gleichzeitig befinden sich 156 Patienten mit Komplikationen in Intensivbehandlung.
25.11.2025 10: 05 Uhr
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Kuba verzeichnet weiterhin einen Anstieg von Chikungunya-Infektionen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums (MINSAP) wurden in der vergangenen Woche 7.700 neue Fälle registriert – ein Zuwachs von 23,2 Prozent gegenüber der Vorwoche. Die Behörden sprechen inzwischen offen von einer Epidemie, die sich über nahezu das gesamte Land erstreckt und das Gesundheitssystem zusätzlich belastet.
Laut Regierungsangaben weisen derzeit rund 39.760 Menschen unspezifische febrile Symptome auf, ein Wert, den das MINSAP nutzt, um potenzielle Dengue- und Chikungunya-Fälle zu erfassen. Auch wenn diese Zahl im Wochenvergleich um knapp 16 Prozent zurückgegangen ist, bleibt die Lage angespannt: 156 Patienten, darunter 34 Minderjährige, befinden sich wegen Komplikationen in intensivmedizinischer Behandlung. Die stellvertretende Gesundheitsministerin Carilda Peña erklärte im staatlichen Fernsehen, dass 14 der 15 Provinzen weiterhin eine aktive Zirkulation von Arbovirosen verzeichnen. Besonders betroffen sind die westlichen Provinzen La Habana und Pinar del Río sowie Sancti Spíritus und Camagüey im Zentrum der Insel. Für Dengue nannte Peña keine konkrete Gesamtzahl, bestätigte jedoch einen deutlichen Anstieg der wöchentlichen Inzidenz um 22,6 Prozent. Die Quote der Verdachtsfälle erhöhte sich auf 27,5 Prozent. Die Regierung führt die Ausbreitung der Krankheiten auf die stark gestiegen Verbreitung des Aedes-aegypti-Moskitos zurück, der die Infektionen überträgt. In der Vorwoche wurden 8.545 Brutstätten entdeckt – ein Wert, der nach offiziellen Angaben als „hoch“ gilt und die Bekämpfungsmaßnahmen erheblich erschwert. Peña betonte, dass die Eindämmung nur gelingen könne, wenn konsequent gegen den Überträger vorgegangen werde. Das wirksamste Mittel bleibe die flächendeckende Mückenbekämpfung durch Begasungmaßnahmen. Doch gerade hier zeigen sich die strukturellen Schwierigkeiten. Die seit Jahren anhaltende Wirtschaftskrise begrenzt die Möglichkeiten des Staates, ausreichend Ressourcen für Prävention, Tests und medizinische Versorgung bereitzustellen. Fehlende Insektizide, Personalmangel und Engpässe bei Diagnostikmaterial bremsen die Reaktionen der Behörden aus – während die Zahl der Infektionen weiter steigt. Der aktuelle Ausbruch geht auf die im Juli in der Provinz Matanzas entdeckten ersten Fälle zurück. Seitdem haben sich die beiden Viruskrankheiten nahezu ungehindert über die Insel ausgebreitet. Die Ausrufung einer Epidemie am 12. November markierte einen Wendepunkt, doch angesichts der weiterhin hohen Fallzahlen bleibt unklar, wie schnell die Behörden die Situation unter Kontrolle bringen können.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/qn8kx)
Autor: Leon Latozke
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