Neues aus Kuba
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Die Epidemie von Chikungunya und Dengue in Kuba zeigt erste Anzeichen einer Eindämmung, doch die Lage bleibt angespannt. Laut Gesundheitsministerium sind die Neuinfektionen rückläufig, die Zahl schwerer Fälle sinkt.
16.12.2025 08:45 Uhr
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Die kubanischen Behörden melden erste Fortschritte im Kampf gegen die seit Juli andauernde Epidemie von Chikungunya und Dengue, warnen jedoch zugleich, dass die Situation weiterhin kritisch ist. Nach Angaben der stellvertretenden Gesundheitsministerin Carilda Peña gehen die Neuinfektionen zurück, die Zahl der Erkrankten liegt jedoch weiterhin auf einem epidemischen Niveau.
In einem Auftritt im staatlichen Fernsehen berichtete Peña, dass die wöchentlichen Neuinfektionen mit unspezifischem Fiebersyndrom – dem häufig ersten Symptom beider Viruskrankheiten – um rund 21 Prozent im Vergleich zur Vorwoche gesunken seien. Konkrete absolute Zahlen nannte sie nicht. Beim Dengue-Fieber stieg die Inzidenz zuletzt auf 15,25 Fälle pro 100.000 Einwohner, was bei einer Bevölkerung von 9,7 Millionen Menschen etwa 1.480 neue Infektionen pro Woche entspricht. Insgesamt verzeichnete die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (OPS) für 2025 bis Ende November 25.995 Dengue-Fälle. Für Chikungunya gab Peña ebenfalls keine aktuellen Gesamtzahlen an, berichtete aber von einem Rückgang der Neuinfektionen um rund 20 Prozent. Ende der Vorwoche lagen offizielle Zahlen bei 44.604 bestätigten Fällen. Die Zahl der Todesopfer stieg nach offiziellen Angaben auf 47, davon zwei Drittel Kinder und Jugendliche. Besonders gefährdet seien Neugeborene, Säuglinge, Schwangere und junge Menschen. Die Zahl der Patienten auf Intensivstationen ist derzeit auf 42 gesunken, von denen 12 in kritischem Zustand sind – überwiegend Minderjährige. Peña betonte, dass die Tendenz weiterhin rückläufig sei. Trotz dieser Fortschritte warnen Experten, dass die offiziellen Zahlen die tatsächliche Ausbreitung vermutlich unterschätzen, da viele Erkrankte aus Angst vor mangelhaften Gesundheitsdiensten nicht in medizinische Einrichtungen gehen. Die Epidemie hat in Kuba auf fruchtbaren Boden getroffen. Die anhaltende wirtschaftliche und Energiekrise hat die Infrastruktur stark geschwächt: Öffentliche Gesundheitsdienste, Müllabfuhr und systematische Bekämpfungsmaßnahmen gegen Mücken sind nur eingeschränkt verfügbar. Gleichzeitig erschwert der Mangel an Medikamenten und medizinischem Material die Behandlung der Kranken. Erst Mitte November erkannte die Regierung offiziell die Epidemie an, obwohl die ersten Fälle bereits im Juli diagnostiziert wurden und die Infektionszahlen in den Monaten September und Oktober stark gestiegen waren. Die Verzögerung in der öffentlichen Kommunikation hat die Wahrnehmung der Krise in der Bevölkerung geprägt und die Kontrollmaßnahmen erschwert. Insgesamt zeichnet sich ein vorsichtig positives Bild ab: Die Infektionsraten gehen zurück, die Zahl schwerer Fälle sinkt, doch die Epidemie bleibt angesichts struktureller Defizite im Gesundheitswesen und anhaltender sozioökonomischer Probleme in Kuba weiterhin eine ernsthafte Herausforderung.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/6kf50)
Autor: Leon Latozke
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