Neues aus Kuba
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Kuba verzeichnet einen drastischen Anstieg von Dengue- und Chikungunya-Fällen: An nur einem Tag wurden über 1.000 neue Infektionen registriert. Die Epidemie wird durch die wirtschaftliche Krise des Landes verschärft, die Prävention, Diagnostik und medizinische Versorgung erschwert. Experten warnen vor einer weiteren Ausbreitung, solange umfassende Maßnahmen fehlen.
06.12.2025 09:00 Uhr
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Die Gesundheitsbehörden Kubas stehen angesichts einer schweren Epidemie von Dengue und Chikungunya vor wachsenden Herausforderungen. Das kubanische Ministerium für öffentliche Gesundheit (Minsap) berichtete am 5. Dezember 2025, dass am Vortag insgesamt 1.023 neue Fälle der beiden durch Mücken übertragenen Viruserkrankungen registriert wurden. Die Situation unterstreicht die anhaltende Ausbreitung der kombinierten Arbovirose im ganzen Land.
Laut Susana Suárez, Direktorin für Umweltgesundheit beim Minsap, entfielen von den neuen Infektionen 627 auf Chikungunya. Damit stieg die Zahl der bislang diagnostizierten Chikungunya-Fälle auf insgesamt 40.801. Die Zahl der nachgewiesenen Dengue-Infektionen betrug 396, wobei für diese Krankheit kein kumulativer Gesamtwert veröffentlicht wurde. Die Zahl der schwer erkrankten Patienten liegt derzeit bei 64 – 14 weniger als am Vortag – während 12 Menschen in kritischem Zustand behandelt werden, ein Rückgang um einen Patienten. Auffällig ist, dass von diesen kritisch Erkrankten 11 unter einem Jahr alt sind. Die kubanischen Gesundheitsbehörden hatten zuvor darauf hingewiesen, dass besonders Säuglinge bis zu einem Jahr, Kinder zwischen zehn und 15 Jahren sowie ältere Menschen ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe bei Chikungunya aufweisen. Bislang sind im Zuge der aktuellen Epidemie 33 Todesfälle bestätigt worden, von denen 21 Kinder betrafen. María Eugenia Toledo, Forscherin am Instituto de Medicina Tropical Pedro Kourí, erklärte in der staatlichen Fernsehsendung, dass Chikungunya-Ausbrüche typischerweise „sehr explosiv“ verlaufen und derzeit nicht vorhersehbar sei, wann die Welle abklingen wird. Erst am 12. November 2025 hatte die kubanische Regierung die Epidemie offiziell anerkannt, obwohl die ersten Fälle bereits im Juni diagnostiziert wurden. In den Monaten September und Oktober war ein deutlicher Anstieg der Infektionen zu verzeichnen. Die späte öffentliche Anerkennung der Krise wurde in Verbindung gebracht mit den strukturellen Herausforderungen des kubanischen Gesundheitssystems. Die Ausbreitung der Viruserkrankungen wird durch die anhaltende ökonomische Krise des Landes begünstigt. Mangelnde Ressourcen schränken die Möglichkeiten zur Prävention ein, etwa durch großflächige Fumigationen gegen Mücken, und erschweren die Diagnostik, da Tests zur Bestätigung des Krankheitsverlaufs begrenzt sind. Auch die medizinische Versorgung der Erkrankten leidet unter fehlenden Medikamenten und knappen Kapazitäten. Die aktuelle Situation verdeutlicht, wie stark gesundheitliche Krisen in Kuba mit wirtschaftlichen und infrastrukturellen Engpässen verknüpft sind. Experten warnen, dass ohne umfassende Maßnahmen die Epidemie weiter eskalieren könnte und raten zu verstärkten Anstrengungen in Prävention, Überwachung und Behandlung, um die Ausbreitung der Viren einzudämmen.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/0a8w5)
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