Neues aus Kuba
Aktuelle Nachrichten und Meldungen, Analysen und Hintergrundinformationen
|
In kubanischen Gefängnissen verschärfen sich die Menschenrechtsprobleme. Laut dem jüngsten Bericht des Centro de Documentación de Prisiones Cubanas (CDPC) wurden allein im Juli 91 Vorfälle registriert, darunter 68 mutmaßliche Rechtsverletzungen und zwei Todesfälle.
17.08.2025 18:06 Uhr
Die Lage in den kubanischen Gefängnissen hat sich im Juli weiter verschärft. Nach Angaben des in Mexiko ansässigen Centro de Documentación de Prisiones Cubanas (CDPC) wurden allein in diesem Monat 91 Vorfälle dokumentiert, die mit Inhaftierten in Verbindung stehen. In 68 Fällen handelte es sich um mutmaßliche Verletzungen grundlegender Rechte, zudem verzeichnete die Organisation zwei Todesfälle. Damit stieg die Zahl der Gefangenen, die seit Jahresbeginn in kubanischer Haft gestorben sind, auf 26.
Besonders aufsehenerregend ist der Tod des politischen Gefangenen Yan Carlos González. Er befand sich mehr als einen Monat im Hungerstreik, um gegen seine Untersuchungshaft wegen angeblichen Sabotagevorwürfen zu protestieren, die er bestritten hatte. Laut CDPC wurde ihm erst wenige Tage vor seinem Tod eine Änderung der Haftbedingungen gewährt – ein Vorgehen, das die NGO als gängige Praxis bezeichnet, um Todesfälle offiziell nicht als „unter staatlicher Obhut“ registrieren zu müssen. Auch der Fall von Jimmy Castrillo, der in der Haftanstalt La Condesa in der Provinz Mayabeque an Tuberkulose starb, verdeutlicht nach Ansicht der Organisation die prekäre medizinische Versorgung in den Gefängnissen. Krankheiten wie Tuberkulose, Hepatitis oder Hautinfektionen breiten sich aufgrund von mangelhafter Ernährung, verseuchtem Trinkwasser und chronischem Medikamentenmangel ungehindert aus. Das CDPC dokumentierte zudem, dass sich mindestens elf Häftlinge im vergangenen Monat in den Hungerstreik begaben, um gegen willkürliche Inhaftierungen und die verweigerte medizinische Betreuung zu protestieren. Besonders häufig registrierte die NGO Fälle von Schikanen und Repressionen (55), verweigerter ärztlicher Hilfe (23), Kommunikationsbeschränkungen (11) sowie Misshandlungen und Folter (10). Nach Einschätzung der Organisation sind politische Gefangene, Oppositionelle und Angehörige der afrokubanischen Bevölkerung den größten Risiken ausgesetzt. Die meisten dokumentierten Fälle von Misshandlungen und Verstößen wurden in Haftanstalten der Hauptstadt Havanna, in Mayabeque sowie im östlichen Santiago de Cuba verzeichnet. Unter den Inhaftierten, die laut Bericht am stärksten unter Repressionen litten, nennt die Organisation bekannte politische Gefangene wie José Daniel Ferrer García, Roberto Pérez Fonseca, Juan Enrique Pérez Sánchez, Duannis Dabel León Taboada und den Musiker Maykel Castillo Pérez. Diese Namen stehen exemplarisch für eine Situation, die weit über individuelle Schicksale hinausweist und systematische Defizite offenlegt. Die materiellen Bedingungen in den kubanischen Haftanstalten beschreibt das CDPC als „kritisch“. Neben schlechter Ernährung und fehlenden Medikamenten tragen Überbelegung und hygienische Mängel dazu bei, dass die Gefängnisse zu Brutstätten von Krankheiten werden. Die jüngsten Todesfälle, so das Fazit der Organisation, seien Ausdruck eines Systems, das strukturell nicht in der Lage sei, grundlegende Rechte und die körperliche Unversehrtheit der Gefangenen zu gewährleisten. Das CDPC wurde 2019 von im Exil lebenden Aktivisten gegründet und hat seinen Sitz in Mexiko. Es versteht sich als unabhängige Menschenrechtsorganisation, die systematisch Informationen über Haftbedingungen in Kuba sammelt und regelmäßig Berichte veröffentlicht. Ziel ist es, die Situation der Gefangenen international sichtbar zu machen und politische wie humanitäre Aufmerksamkeit auf die Lage zu lenken. Dabei stützt sich das CDPC auf Zeugenaussagen von Angehörigen, Ex-Häftlingen sowie auf ein Netzwerk zivilgesellschaftlicher Kontakte auf der Insel. Das CDPC ist nicht eigenständig, sondern ein Programm der gemeinnützigen NGO Iniciativa para la Investigación y la Incidencia A.C., mit Sitz in Mexiko. Die genaue Finanzierung der Organisation – etwa Drittmittel, Spender oder institutionelle Förderer – ist auf der offiziellen Website bislang nicht öffentlich dargelegt.
Quelle: CPPC (https://t1p.de/pvio2)
Anzeige (G2)
|
|
Letzte Meldungen
Text: Leon Latozke
Anzeige (G1)
(adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
0 Kommentare
Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.
Antwort hinterlassen |
|
|
| Anzeige (G3) |