Neues aus Kuba
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22.03.2026 20:00 Uhr
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Nur 12 % der thermoelektrischen Kraftwerke sind in Kuba 20 Stunden nach dem neuen totalen Stromausfall in Betrieb. Die Regierung setzt auf Notlösungen, während Millionen Menschen weiterhin ohne Strom sind.
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Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: Cuba left in the dark after nationwide power outage for third time this month. Rechte beim Uploadenden.
Mehr als 20 Stunden nach dem jüngsten landesweiten Stromausfall befindet sich das kubanische Energiesystem weiterhin in einem kritischen Zustand. Nach Angaben des Energieministeriums ist derzeit nur ein Bruchteil der thermischen Kraftwerkskapazitäten einsatzfähig: Lediglich zwei von insgesamt 16 Einheiten speisen wieder Strom ins Netz ein.
Der erneute Zusammenbruch des nationalen Stromnetzes – bereits der zweite innerhalb einer Woche – verdeutlicht die anhaltende Fragilität der Energieversorgung auf der Karibikinsel. Erste Maßnahmen zur schrittweisen Wiederherstellung laufen zwar, doch bislang beschränkt sich die Stromversorgung auf isolierte Teilnetze, sogenannte Mikrosysteme. Diese wurden vor allem im Westen und im Zentrum des Landes aktiviert. Parallel dazu sind einzelne thermische Kraftwerke wieder hochgefahren worden, darunter Anlagen in Cienfuegos, Mariel sowie das bedeutende Kraftwerk „Antonio Guiteras“ in Matanzas, das als eine der wichtigsten Energiequellen Kubas gilt. Allerdings bleibt deren Leistung begrenzt, und die Stabilität des Gesamtsystems ist weiterhin nicht gewährleistet. Ein Rückschlag traf zudem die Wasserkraftwerk Hanabanilla, die als zentral für die Netzstabilisierung gilt. Nachdem das Karftwerk zunächst wieder Strom erzeugt hatte, fiel es aufgrund eines technischen Defekts erneut aus. Damit entfällt ein wichtiger Baustein zur Frequenzregulierung und zur Vermeidung weiterer Zusammenbrüche. Als Auslöser des aktuellen Blackouts gilt nach ersten offiziellen Angaben der Ausfall einer Einheit im Kraftwerk Nuevitas im Osten des Landes. Dieser Zwischenfall habe eine Kettenreaktion ausgelöst, durch die große Teile der Stromerzeugung gleichzeitig vom Netz gingen. Die genaue Ursache wird weiterhin untersucht. Um zumindest grundlegende Dienstleistungen sicherzustellen, wurden landesweit Notlösungen aktiviert. Krankenhäuser, Wasserversorgungssysteme und andere kritische Infrastrukturen werden über lokale Mikronetze mit Strom versorgt. Für die breite Bevölkerung bleibt die Versorgung jedoch stark eingeschränkt. Die vollständige Wiederherstellung des Stromnetzes dürfte sich nach Einschätzung von Fachleuten über mehrere Tage hinziehen. Der Prozess beginnt üblicherweise mit schnell verfügbaren Energiequellen wie Solaranlagen, kleineren Generatoren und Wasserkraft. Diese speisen zunächst begrenzte Gebiete, die schrittweise miteinander verbunden werden, bis ausreichend Energie für das Hochfahren der großen thermischen Kraftwerke bereitsteht. In der Hauptstadt Havanna ist die Lage etwas stabiler: Dort konnten bislang rund ein Drittel der Stromkreise wieder aktiviert werden, sodass etwa 284.500 Haushalte wieder versorgt sind. In weiten Teilen des Landes hingegen bleibt die Situation prekär. In zahlreichen Provinzen funktioniert die Stromversorgung ausschließlich über kleine Inselnetze für zentrale Einrichtungen. Bereits vor dem jüngsten Blackout war die Energiekrise dramatisch. In Havanna kam es regelmäßig zu Stromabschaltungen von bis zu 15 Stunden täglich, während Bewohner in anderen Regionen teilweise bis zu zwei Tage ohne Elektrizität auskommen mussten. Der aktuelle Zusammenbruch ist bereits der siebte landesweite Netzausfall innerhalb von anderthalb Jahren. Ursachen waren in der Vergangenheit vor allem technische Defekte und strukturelle Probleme, insbesondere in veralteten Kraftwerksanlagen. Hinzu kommen externe Faktoren wie Treibstoffengpässe. Seit Mitte 2024 hat sich die Energiekrise deutlich verschärft. Ein zentraler Grund ist der akute Mangel an fossilen Brennstoffen wie Diesel und Schweröl, der die Stromproduktion massiv einschränkt. Die Folgen sind nicht nur wirtschaftlich gravierend, sondern zunehmend auch sozial spürbar. In den vergangenen Tagen kam es bereits zu Protesten in verschiedenen Teilen des Landes, insbesondere in der Hauptstadt. Eine größere Demonstration in der Stadt Morón eskalierte und führte zu gewaltsamen Auseinandersetzungen sowie mehreren Festnahmen.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/73pos)
Autor: Leon Latozke
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