Neues aus Kuba
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16.07.2026 09:00 Uhr
Kuba hat die Energieversorgung nach dem dritten landesweiten Stromausfall innerhalb von zehn Tagen wieder vollständig hergestellt. Trotz der Stabilisierung des Netzes bleibt die Lage angespannt: Geplante Stromabschaltungen von bis zu 20 Stunden täglich sind inzwischen Alltag.
Abbildung: Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene
Kuba hat nach dem dritten landesweiten Stromausfall innerhalb von zehn Tagen die Energieversorgung wieder vollständig hergestellt. Das staatliche Elektrizitätsunternehmen Unión Eléctrica (UNE) teilte am Mittwoch über den Kurznachrichtendienst X mit, das Nationale Elektrizitätssystem (SEN) sei wieder „voll funktionsfähig". Es ist bereits der fünfte totale Blackout auf der Karibikinsel seit Jahresbeginn.
Der jüngste Ausfall ereignete sich am Dienstag gegen 11:05 Uhr Ortszeit. Auslöser war nach Angaben der UNE der unerwartete Stillstand des Blocks Felton 1, eines Kraftwerks im Osten der Insel. Der plötzliche Leistungsausfall führte zu einer Frequenzschwankung im Netz, die einen kompletten Systemzusammenbruch zur Folge hatte. Die UNE leitete unmittelbar Wiederherstellungsmaßnahmen ein und aktivierte in allen Provinzen dezentrale Notstromsysteme, um zumindest kritische Einrichtungen wie Krankenhäuser weiter mit Strom zu versorgen. Die schrittweise Wiederanbindung priorisierte demnach das Gesundheitswesen sowie weitere strategisch wichtige Sektoren, bevor am Mittwoch die vollständige Stabilisierung des Netzes gemeldet wurde. Trotz der Wiederherstellung des Gesamtnetzes bleibt die Lage für die Bevölkerung angespannt: Geplante, rationierte Stromabschaltungen gehören inzwischen zum kubanischen Alltag. Während in Havanna zuletzt Ausfälle von 12 bis 15 Stunden pro Tag üblich waren, kann es in anderen Landesteilen zu deutlich längeren Unterbrechungen kommen – landesweit lag das Defizit zuletzt bei über 20 Stunden täglicher Abschaltung. Ein Gesetzesdekret von Ende 2024 sieht dabei sogar geplante Abschaltungen von bis zu 72 Stunden vor. Lange Zeit blieb die Hauptstadt von den schlimmsten Einschnitten verschont, doch angesichts des wachsenden Stromdefizits gelingt dies immer seltener. Die Ursachen für die anhaltende Krise der kubanischen Stromversorgung sind vielschichtig. Zum einen gilt die technische Infrastruktur des Landes als veraltet und störanfällig. Zum anderen hat US-Präsident Donald Trump im Januar per Dekret eine Ölblockade gegen Kuba verhängt und droht zusätzlich mit Zöllen gegen Staaten, die der Insel Treibstofflieferungen ermöglichen. In der Folge stellte auch der langjährige Verbündete Venezuela seine Öllieferungen ein, von denen Kubas Kraftwerke bislang stark abhingen. Die Energiekrise trifft Kuba inmitten der nach eigenen Angaben schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991. Bereits seit Ende 2024 kommt es auf der Insel wiederholt zu landesweiten Totalausfällen des Stromnetzes – eine direkte Folge fehlender Investitionsmittel für Wartung und Modernisierung der Energieinfrastruktur, die auch auf das seit über 60 Jahren bestehende US-Embargo zurückgeht. Autor: Leon Latozke
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