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Hurrikan Melissa traf in der Nacht die Südküste Kubas und hinterließ massive Schäden in den östlichen Provinzen. Millionen Menschen waren von Stromausfällen und Überschwemmungen betroffen. Dank schneller Evakuierungen und umfassender Schutzmaßnahmen konnten bisher Todesfälle vermieden werden. während die Wetterbedingungen sich allmählich stabilisieren.
30.10.2025 05:02 Uhr
In den frühen Morgenstunden des Mittwochs (Lokalzeit) traf der Hurrikan Melissa mit seiner zentralen Region gegen 3:05 Uhr die Südküste der Provinz Santiago de Cuba in der Nähe von Chivirico, Gemeinde Guamá, mit Spitzenböen von bis zu 195 Kilometern pro Stunde. Laut Präsident Miguel Díaz-Canel Bermúdez, der die erste Sitzung des Nationalen Verteidigungsrates (CDN) nach dem Durchzug leitete, wurden bereits in den Tagen vor dem Eintreffen des Sturms umfangreiche Vorsorgemaßnahmen getroffen. Diese umfassten die Koordination mit den betroffenen Provinzen und die Umsetzung von Schutzmaßnahmen
Quelle: zdf Mediathek
Celso Pazos Alberdi, Präsident des Meteorologischen Instituts Kubas, bezeichnete Melissa als einen außergewöhnlich intensiven Hurrikan, der innerhalb weniger Stunden von einem tropischen Sturm zu einem Wirbelsturm von großer Stärke heranwuchs. In sechs Stunden durchquerte Melissa den Osten Kubas, wobei lokale Niederschlagsmengen teilweise über 400 Millimeter in weniger als 24 Stunden lagen. Hinzu kamen orkanartige Winde, Sturmfluten und bis zu sechs Meter hohe Wellen an der Küste. Trotz des inzwischen in die Bahamas abgezogenen Sturms bleiben in den östlichen Regionen hohe Regenrisiken bestehen, da die Böden stark gesättigt sind. In Santiago de Cuba meldete die Provinzleitung umfangreiche Schäden: Umgestürzte Bäume, beschädigte Strom- und Kommunikationsleitungen sowie teilweise zerstörte Gebäude in Palma Soriano, San Luis, Guamá und der Stadt Santiago. Auch die Landwirtschaft, insbesondere Kaffee- und Maniokplantagen, wurde stark beeinträchtigt. Die Infrastruktur des Tourismus, darunter das Hotel Gran Piedra, und der Flughafen Antonio Maceo verzeichneten Schäden, wobei der Flughafen inzwischen wieder für Frachtverkehr bereitsteht. Die Provinz Granma konzentriert ihre Anstrengungen auf den Schutz der Bevölkerung. Mehr als 126.000 Einwohner wurden in staatlichen Einrichtungen oder bei Familien untergebracht. Die Flüsse und Stauseen, darunter die Cauto del Paso, werden rund um die Uhr überwacht. Melissa hinterließ große Zerstörungen, vergleichbar mit Hurrikan Sandy: umgestürzte Bäume, beschädigte Stromleitungen, Dächer und Telekommunikationskabel. Die Vorbereitungen für die offizielle Phase der Wiederherstellung laufen bereits, mit Maßnahmen wie der Verteilung von Reis an die Bevölkerung und der Mobilisierung solidarischer Kräfte. In Holguín wurden 275.572 Menschen geschützt, darunter 28.000 in Notunterkünften und 174.182 bei Verwandten oder Nachbarn. Schäden traten in der Infrastruktur, der Landwirtschaft sowie im Bildungs- und Gesundheitswesen auf. 36 Bildungseinrichtungen und die Universität Holguín wurden beeinträchtigt; rund 20.919 Telefonanschlüsse waren betroffen. 106 gemischte Brigaden arbeiten an der Wiederherstellung grundlegender Dienste. Guantánamo schützte 152.180 Menschen, etwa 34 % der Provinzbevölkerung. Schäden traten insbesondere in der Landwirtschaft, bei Wohngebäuden und im Telekommunikationsnetz auf. Trotz Überflutungen und Unterbrechungen der Glasfaserverbindungen wurden keine Todesfälle oder Verletzungen gemeldet. Die Bevölkerung beteiligt sich aktiv an der Wiederherstellung der Infrastruktur. Auch Las Tunas meldete Schäden an Wohnhäusern, Straßen, Strom- und Telefonleitungen sowie in der Landwirtschaft. Positiv wirkten die starken Regenfälle auf die Füllstände der Stauseen, wodurch die seit Wochen bestehende Dürre gelindert wird. Die Koordination und Kommunikation während des Ereignisses wurden als zentraler Erfolgsfaktor hervorgehoben. Roberto Morales Ojeda, Sekretär der Organisation des Zentralkomitees, betonte die Rolle der lokalen Kommunikationsstrukturen, der Medien und der sozialen Netzwerke für die schnelle und verlässliche Informationsweitergabe. Der Präsident des Nationalen Instituts für Wasserressourcen, Antonio Rodríguez, lobte die Wirksamkeit der Wassermanagementmaßnahmen: 657 Millionen Kubikmeter Regenwasser konnten in Stauseen zurückgehalten werden, wodurch Überflutungen verhindert wurden. Das System wird weiterhin eng überwacht, um sowohl die Wasserversorgung als auch die Landwirtschaft, einschließlich der für die Aussaat geplanten 200.000 Hektar Reis, sicherzustellen. Das Stromnetz wurde durch Melissa erheblich belastet. Laut Energieminister Vicente de la O Levy waren 2.415 Notstromaggregate einsatzbereit, thermische Kraftwerke wurden geschützt und teilweise wieder ans Netz gebracht. Schäden traten vor allem in den Verteilungsleitungen auf, während die 52 Solarparks im Osten nur geringfügige Schäden verzeichneten. Im Bereich Telekommunikation meldete die Ministerin Mayra Arevich Marín erhebliche Einschränkungen bei Festnetz- und Mobilfunkleitungen, vor allem durch Stromausfälle und beschädigte Glasfaserkabel, insbesondere in Guantánamo und Granma. Die Wiederherstellung erfolgt prioritär in Zusammenarbeit mit den Stromversorgern und Baubrigaden. Das Ministerium für Wirtschaft und Planung sowie das Gesundheitsministerium setzen Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung mit Lebensmitteln, Trinkwasser und medizinischer Betreuung um. 44 Gesundheitseinrichtungen wurden beschädigt, die medizinische Versorgung ist jedoch gewährleistet. Besondere Aufmerksamkeit gilt vulnerablen Gruppen wie Säuglingen, Schwangeren, Dialysepatienten und älteren Menschen. Das Bildungsministerium arbeitet an einer schrittweisen Wiederaufnahme des Unterrichts in der Region, wobei Priorität auf die frühkindliche Bildung gelegt wird. Flexible Lösungen, die Nutzung intakter Einrichtungen und die Einbindung von Lehrkräften aus anderen Regionen sollen die Verluste an Unterrichtsinhalten ausgleichen. Die Verteidigungskräfte und zivilen Strukturen beginnen nun mit der genauen Bewertung der Schäden und der Vorbereitung der Phase der Wiederherstellung. Coronel Luis Ángel Macareño betont die Bedeutung von Sicherheit, Organisation und Disziplin, während die Bevölkerung weiterhin in Reinigungs- und Wiederaufbaumaßnahmen eingebunden wird. Präsident Díaz-Canel fasst die Situation prägnant zusammen: „Unser Triumph ist das Leben.“ Trotz der enormen Schäden konnte die kubanische Bevölkerung dank koordinierter Schutzmaßnahmen und solidarischem Handeln aller Beteiligten ohne Verlust von Menschenleben durch das Ereignis kommen. Die kommenden Wochen werden nun der Wiederherstellung der Infrastruktur, der landwirtschaftlichen Flächen und der kommunalen Dienste gewidmet sein, begleitet von umfassender Mobilisierung der Bevölkerung.
Quelle: Cubadebate (https://t1p.de/w8wyu)
Mehr zum Thema: Liveticker Hurrikan Melissa in Kuba
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Text: Leon Latozke
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