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Der Hurrikan Melissa hat Ostkuba schwer getroffen und Überschwemmungen sowie Schäden an Häusern und Infrastruktur verursacht. UNICEF reagiert mit humanitärer Hilfe: Hygiene‑Kits, Trinkwasseraufbereitung, Decken und psychosoziale Unterstützung werden an rund 21.000 Kinder und 6.500 weitere Betroffene verteilt. Behörden und Rettungskräfte koordinieren zugleich Sofortmaßnahmen.
29.10.2025 16:00 Uhr
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Hurrikan Melissa hat in den frühen Morgenstunden die östlichen Provinzen Kubas mit heftigen Regenfällen, starken Winden und Überschwemmungen getroffen. Nach Angaben des Instituto de Meteorología erreichte der Sturm gegen drei Uhr morgens die Küste des Landkreises Guamá in der Provinz Santiago de Cuba. Mit Windgeschwindigkeiten, die zunächst der Kategorie 3 auf der Saffir-Simpson-Skala entsprachen, richtete Melissa erhebliche Schäden an Infrastruktur, Wohngebäuden und landwirtschaftlichen Flächen an.
Guamá, am Fuße der Sierra Maestra gelegen, zählt rund 34.100 Einwohner. Die Region ist geprägt durch dichte Wälder, Kaffeefarmen und historische Stätten wie den Ort des Gefechts von El Uvero. Frühere Tropenstürme wie Emily 2011 und Imelda im vergangenen Monat hatten bereits Schäden hinterlassen; Melissa verschärfte die Lage erneut. Flüsse traten über die Ufer, Straßen und Versorgungsleitungen wurden blockiert. Auch die Provinzen Holguín und Granma meldeten erhebliche Überschwemmungen. In Jiguaní (Granma) standen zahlreiche Häuser unter Wasser, nachdem der örtliche Fluss über die Ufer trat. Starke Regenfälle führten zudem zu Erdrutschen und beschädigten Dächer sowie Straßen. In Banes und San Germán (Holguín) wurden Leichtbaukonstruktionen beschädigt, Straßen überflutet und Infrastruktur beeinträchtigt. Die lokalen Verteidigungsräte begannen unmittelbar nach dem Durchzug des Sturms mit der Schadensbewertung und der Bereitstellung von Notunterkünften. Melissa schwächte sich durch die Interaktion mit der Sierra Maestra ab. Am Vormittag lagen die maximalen Windgeschwindigkeiten noch bei 165 km/h, mit einzelnen Böen darüber, der zentrale Luftdruck betrug 968 Hektopascal. Regenmengen von bis zu 469 Millimetern wurden in Charco Redondo (Granma) gemessen; Holguín meldete 335 Millimeter, Guaro 268 Millimeter. Die Niederschläge setzen sich über die nächsten 24 Stunden fort, besonders in bergigen Regionen. Gleichzeitig verursachte der Sturm an der Nordküste von Holguín und Las Tunas Wellenhöhen von bis zu sieben Metern und moderate bis starke Überflutungen in tiefer gelegenen Küstenbereichen. Die Strom- und Kommunikationsinfrastruktur wurde massiv beeinträchtigt. In Granma meldete die örtliche Elektrizitätsgesellschaft Schäden an Telefonleitungen, wodurch die Notrufnummer 188‑88 vorübergehend nicht erreichbar war. Die Reparaturarbeiten laufen nach Angaben des Unternehmens auf Hochtouren, um die Kommunikation schnell wiederherzustellen. UNICEF leitete mittlerweile humanitäre Maßnahmen ein. Etwa 21.000 Kinder und Jugendliche sowie rund 6.500 Personen in Notunterkünften erhalten Kits für Hygiene, Trinkwasseraufbereitung, wetterfeste Decken sowie pädagogische und psychosoziale Hilfsmittel. Die Hilfsmaßnahmen werden unterstützt durch den Central Emergency Response Fund (CERF) der Vereinten Nationen und die UN-Behörde für humanitäre Koordination (OCHA). UNICEF betont, dass Kinder in Katastrophensituationen besonders gefährdet sind und deren Schutz höchste Priorität hat. Die kubanischen Behörden rufen die Bevölkerung auf, den Anweisungen der Sicherheitskräfte zu folgen und offizielle Informationen zu beachten. Trotz der allmählichen Abschwächung des Sturms bleiben die Lage und die Infrastruktur in den betroffenen Provinzen angespannt. Die kommenden Stunden seien entscheidend, um Schäden zu dokumentieren, betroffene Gemeinden zu versorgen und Versorgungseinrichtungen wiederherzustellen. Meteorologen und Katastrophenschutzbehörden überwachen weiterhin die Situation, während Melissa nach Angaben offizieller Stellen inzwischen das nationale Gebiet verlassen hat, die Niederschläge und Sturmfolgen jedoch in Teilen der Ostprovinzen weiter spürbar bleiben.
Quelle: Cubadebate (https://t1p.de/um27z)
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Text: Leon Latozke
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