Neues aus Kuba
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22.04.2026 23:00 Uhr Die kubanische Zentralbank hat den offiziellen Wechselkurs für den US-Dollar erneut angehoben, doch die Kluft zum Kurs auf dem freien Markt wird immer größer. Ein Zeichen für die anhaltende wirtschaftliche Schieflage der Insel. Die Banco Central de Cuba (BCC) erhöhte den Preis für den Dollar um vier CUP auf nun 492 CUP pro Dollar. Damit setzt sich der Trend der kontinuierlichen Abwertung der Landeswährung fort. Seit dem 22. März stieg der offizielle Kurs um insgesamt 14 CUP, was einer Zunahme von 2,93 Prozent entspricht. Damals lag der Kurs noch bei 478 CUP. Doch dieser Schritt ist für die meisten Kubaner reine Makulatur. Die offizielle Rate gilt als "Phantomkurs", weil die Nachfrage nach Devisen das Angebot bei weitem übersteigt. Besonders in Zeiten akuter Dollar-Knappheit haben die meisten Bürger keinen Zugang zu diesen Geldern zu den staatlich festgesetzten Konditionen. Der wahre Wert des Dollars bestimmt sich auf dem parallel zum offiziellen System existierenden Schwarzmarkt. Dieser erreichte am 22. April einen neuen historischen Höchststand von 530 CUP pro Dollar. Allein zum Vortag, als die Rate noch bei 526 CUP lag, bedeutet dies einen Sprung um vier Pesos. Die Differenz zwischen offiziellem und inoffiziellen Kurs beträgt damit 38 CUP – der größte Abstand im bisherigen Jahresverlauf 2026. Diese Diskrepanz offenbart die tiefe Kluft zwischen der Realität der kubanischen Wirtschaft und den staatlichen Vorgaben. Der informelle Markt, der maßgeblich durch Überweisungen von Kubanern aus dem Ausland gespeist wird, ist für viele Menschen zur einzigen verlässlichen Quelle für harte Währung geworden. Das System zeigt damit eine wachsende Unfähigkeit des Staates, den Devisenmarkt effektiv zu regulieren oder zu kontrollieren. Die Folgen sind für die Bevölkerung unmittelbar spürbar. Wer auf dem Schwarzmarkt kaufen muss, um importierte Waren zu erwerben oder Transaktionen durchzuführen, sieht seine Kaufkraft durch den Aufpreis drastisch geschmälert. Die zunehmende Inflation und die Abhängigkeit von Devisen aus dem Ausland setzen die Kubaner unter massiven finanziellen Druck. Als Reaktion auf den wachsenden Bargeldbedarf hat die BCC kürzlich die Einführung von zwei neuen Banknoten im Wert von 2.000 und 5.000 CUP angekündigt. Offiziell soll dies die logistischen Kosten senken und den Umgang mit großen Summen erleichtern. Die Ausgabe dieser Scheine kaschiert jedoch das eigentliche Problem: die andauernde und sich beschleunigende Abwertung des kubanischen Peso gegenüber dem Dollar. Quelle: Granma/Facebook (https://t1p.de/7ipt2)
Autor: Leon Latozke
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