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Kuba will ausländischen Unternehmen künftig erlauben, ihren eigenen Treibstoff zu importieren – ein Schritt, der die Versorgung während der schweren Energie- und Wirtschaftskrise stabilisieren soll. Die Regierung kündigte zudem weitere Öffnungen an, darunter neue Möglichkeiten im Immobiliensektor.
26.11.2025 08:47 Uhr
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Die kubanische Regierung will ausländischen und gemischten Unternehmen künftig erlauben, ihren eigenen Treibstoff zu importieren. Das kündigte Vizepremier und Außenhandelsminister Oscar Pérez-Oliva am Dienstag am Rande der Internationalen Messe von Havanna (FIHAV) an. Die Maßnahme ist Teil eines neuen Regelpakets, das die Geschäftsbedingungen für internationale Investoren auf der Insel flexibilisieren soll.
Der Schritt erfolgt in einer Phase schwerer wirtschaftlicher Verwerfungen. Seit Jahren leidet Kuba unter einem chronischen Mangel an Treibstoff, verschärft durch den Rückgang der Lieferungen aus Venezuela und Mexiko. Die Knappheit hat zu täglichen, teils stundenlangen Stromausfällen geführt und weite Bereiche der Wirtschaft gelähmt. Mit der neuen Regelung sollen betroffene Unternehmen ihre Versorgung eigenständig sichern können, sofern staatliche Quellen nicht ausreichen. Pérez-Oliva betonte jedoch, dass es sich um eine Ausnahme handeln solle. Primäre Bezugsquelle bleibe das staatliche Netz von Servicentros, das Kraftstoffe gegen harte Währung verkauft. Zugleich stellte der Minister weitere Öffnungsschritte in Aussicht. Künftig könnten ausländische Firmen zeitweise staatliche Anlagen übernehmen, die derzeit ungenutzt oder nur teilweise genutzt werden. Nach Ablauf einer festgelegten Frist würden diese Einrichtungen wieder an den Staat zurückfallen. Darüber hinaus plant die Regierung, den Immobiliensektor für ausländisches Kapital zu öffnen. Investitionen sollen sich dabei an Kriterien wie Devisenstabilität, Denkmalschutz, Energieeffizienz und dem Einsatz erneuerbarer Energien orientieren. Konkrete Termine für die Umsetzung nannte die Regierung nicht; die Änderungen sollen schrittweise über mehrere Dekrete eingeführt werden. Die Ankündigungen fallen in eine Phase tiefgreifender wirtschaftlicher Krise. Seit mehr als fünf Jahren kämpft Kuba mit hoher Inflation, niedriger Produktivität und einer anhaltenden Unterversorgung mit Grundgütern wie Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff. Pandemiebedingte Einbrüche, verschärfte US-Sanktionen und strukturelle Fehlentwicklungen haben die Lage weiter verschärft. Gleichzeitig nimmt die Migration stark zu, während sich die Dollarabhängigkeit der Wirtschaft vertieft. Mit den neuen Maßnahmen setzt Havanna ein Signal an dringend benötigte Investoren – ob sie allerdings ausreichen, die systemische Krise zu durchbrechen, bleibt fraglich.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/yeiyq)
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Text: Leon Latozke
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