Neues aus Kuba
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Wegen akuten Treibstoffmangels stellen russische Fluggesellschaften ihre Verbindungen nach Kuba vorübergehend ein. Zunächst sollen gestrandete Touristen aus Havanna und Varadero ausgeflogen werden, danach wird der reguläre Flugbetrieb gestoppt.
12.02.2026 08:10 Uhr
Abbildung: Verwaist: Havannas Internationaler Flughafen (Symbolbild von Андрей Бобровский, CUBA , Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY 3.0
Die Energiekrise in Kuba hat spürbare Folgen für den internationalen Luftverkehr. Russische Fluggesellschaften stellen ihre Verbindungen in den Karibikstaat vorübergehend ein. Zuvor sollen gestrandete Touristen ausgeflogen werden. Hintergrund ist ein akuter Mangel an Flugzeugtreibstoff, den Havanna auf verschärfte US-Maßnahmen zurückführt.
Wie die russische Zivilluftfahrtbehörde Rosawiazija mitteilte, werden die Airlines Rossiya (Teil der Aeroflot-Gruppe) und Nordwind ihr Flugprogramm nach Kuba anpassen. In den kommenden Tagen sollen ausschließlich Rückflüge von Havanna und Varadero nach Moskau durchgeführt werden, um russischen Urlaubern die Heimreise zu ermöglichen. Danach werde das reguläre Flugprogramm „vorübergehend eingestellt, bis sich die Situation ändert“. Die Behörde begründete den Schritt mit „Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Flugzeugtreibstoff in Kuba“. Die kubanische Regierung hatte internationale Airlines zuvor darüber informiert, dass ab Wochenbeginn kein Kerosin mehr zur Verfügung stehe. Nach Angaben aus Havanna kann das Land derzeit keine ausreichenden Mengen für den internationalen Flugverkehr bereitstellen. Auch auf touristischer Ebene reagiert Russland. Der Reiseveranstalter Pegas Touristik stellte den Verkauf neuer Kuba-Pakete ein. Das russische Wirtschaftsministerium riet Bürgern, vorerst von touristischen Reisen nach Kuba abzusehen, bis sich die Lage normalisiert habe. Nach Schätzungen kubanischer Behörden halten sich derzeit rund 4.000 russische Touristen auf der Insel auf. Ihre Rückführung soll organisiert und innerhalb der geplanten Zeitfenster erfolgen. Russland zählt zu den wichtigsten Herkunftsmärkten für den kubanischen Tourismus. Im Jahr 2025 reisten rund 131.000 russische Besucher in den Inselstaat. Damit lag Russland nach Kanada auf Platz zwei der wichtigsten Herkunftsländer. Der vorübergehende Ausfall dieser Verbindungen trifft die ohnehin angeschlagene Wirtschaft Kubas zusätzlich. Die Energiekrise ist Teil einer länger anhaltenden wirtschaftlichen Notlage. Kuba leidet seit Jahren unter Versorgungsengpässen und regelmäßigen Stromausfällen. Nach offiziellen Angaben kann das Land nur etwa ein Drittel seines Treibstoffbedarfs selbst decken und ist auf Importe angewiesen. Seit mehr als einem Monat bleiben jedoch ausländische Öllieferungen aus. Die kubanische Regierung führt den Engpass auf den verschärften Druck aus den USA zurück. Unter Präsident Donald Trump wurde Kuba als „ungewöhnliche und außerordentliche Bedrohung“ für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten eingestuft. Washington ordnete eine vollständige Blockade sanktionierter Öltanker mit Lieferungen aus Venezuela an und drohte weiteren Lieferstaaten mit Strafzöllen, sollten sie weiterhin Treibstoff an Kuba liefern. Diese Maßnahmen haben die Energieversorgung des Landes weiter destabilisiert. Die Auswirkungen sind landesweit spürbar. Die Regierung in Havanna verhängte Sparmaßnahmen: Bus- und Zugverbindungen wurden reduziert, in der öffentlichen Verwaltung gilt eine Vier-Tage-Woche. Schul- und Universitätsunterricht wurden stark eingeschränkt, einzelne Hotels und touristische Einrichtungen vorübergehend geschlossen. Auch andere internationale Fluggesellschaften reagierten auf den Treibstoffmangel. Air Canada kündigte an, leere Maschinen zur Rückholung von etwa 3.000 Reisenden zu entsenden und die Verbindungen mindestens bis Mitte März auszusetzen. Spanische Airlines wie Iberia und Air Europa beobachten die Entwicklung und bieten ihren Kunden Umbuchungen oder zusätzliche Tankstopps an. Der Kreml bezeichnete die Lage in Kuba als „wirklich kritisch“. Präsidentensprecher Dmitri Peskow erklärte, man stehe in engem Kontakt mit den kubanischen Behörden, sowohl über diplomatische Kanäle als auch auf technischer Ebene. Ziel sei es, Wege zu finden, um die Auswirkungen der Krise zu mildern und perspektivisch die Flugverbindungen wieder aufzunehmen. Das russische Verkehrsministerium und die Luftfahrtbehörde stünden hierzu im Austausch mit Havanna. Nach Einschätzung der kubanischen Regierung könnte es mindestens einen Monat dauern, bis Flugzeuge auf der Insel wieder regulär betankt werden können. Bis dahin bleibt der internationale Flugverkehr eingeschränkt – mit Folgen für Tourismus, Wirtschaft und die ohnehin angespannte Versorgungslage des Landes.
Quellen: EFE (https://t1p.de/v9cum) SPIEGEL ( https://t1p.de/edkew)
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