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Die kubanische Regierung betont, keinen Plan B gegenüber US-Drohungen zu haben und trotz massiver Krise auf Konfrontation zu setzen. Havanna spricht offen von Verteidigung bis zum Äußersten. Während die Wirtschaft weiter schwächelt, setzt Havanna auf Konfrontation statt Annäherung.
28.01.2026 06:50 Uhr
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Die kubanische Führung zeigt sich in diesen Tagen so unbeugsam wie seit Jahren nicht mehr. Nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA und angesichts offener Drohungen aus Washington – bis hin zum möglichen Einsatz militärischer Gewalt – macht die Regierung in Havanna unmissverständlich klar: Einen „Plan B“ gibt es nicht. Kuba werde weder nachgeben noch politische Zugeständnisse machen, schon gar nicht unter Druck.
Präsident Miguel Díaz-Canel formulierte die Linie der Regierung bei einer Gedenkveranstaltung für 32 kubanische Soldaten, die bei der US-Intervention in Venezuela ums Leben kamen, in scharfen Worten. Es gebe „keine Rendition, keine Kapitulation und keinerlei Verständigung auf der Grundlage von Zwang oder Einschüchterung“. Kuba sei grundsätzlich dialogbereit – jedoch nur „auf Augenhöhe und mit gegenseitigem Respekt“. Derzeit, so betonen kubanische Stellen, existiere kein bilateraler Kontakt mit den Vereinigten Staaten, auch wenn US-Präsident Donald Trump Gegenteiliges behauptet. Das Außenministerium bekräftigte diese Haltung in einer Erklärung: Die Entschlossenheit des Landes zu kämpfen sei „fest und unerschütterlich“. Innerhalb der Führung gilt jede Hoffnung auf Entgegenkommen Washingtons als Illusion. Beschwichtigungspolitik, so heißt es hinter vorgehaltener Hand, habe weder Kuba noch Venezuela je vor Druck oder Intervention geschützt – ebenso wenig wie Europa in anderen geopolitischen Konflikten. Diese demonstrative Geschlossenheit markiert zugleich eine Abkehr von der Strategie Maduros, der kurz vor seiner Festnahme noch versucht hatte, Trump telefonisch zu erreichen. Havanna schließt damit öffentlich jede Annäherung aus und stellt sich auf eine Phase offener Konfrontation ein. Dabei ist man sich der eigenen Verwundbarkeit durchaus bewusst. Die Insel steckt seit Jahren in einer tiefen strukturellen Krise, geprägt von Versorgungsengpässen, Inflation und Energieproblemen. Der Wegfall venezolanischer Öllieferungen verschärft die Lage zusätzlich. Zugleich rechnen kubanische Stellen offen mit der Möglichkeit einer militärischen Aggression durch die USA – auch wenn sie einräumen, dass es sich um ein ungleiches Kräftemessen handeln würde. Díaz-Canel erklärte in sozialen Netzwerken, Kuba sei bereit, „die Heimat bis zum letzten Tropfen Blut zu verteidigen“. Ähnliche martialische Formulierungen wiederholen Spitzenfunktionäre der Kommunistischen Partei. Gleichzeitig lassen Regierungsvertreter durchblicken, dass es noch nicht näher benannte politische oder diplomatische Optionen gebe. Vor allem setzen sie auf die Unterstützung traditioneller Verbündeter wie Russland und China. Wie belastbar diese Hoffnungen sind, bleibt offen. In einer zunehmend von Machtblöcken geprägten Welt verfolgen Moskau und Peking primär eigene strategische Interessen. Ob sie bereit wären, für Kuba in eine direkte Konfrontation mit den USA zu gehen, ist höchst ungewiss. Auffällig ist die Rückkehr revolutionärer Rhetorik. Parolen wie „Hasta la victoria siempre“ oder der legendäre Ausruf des Rebellenführers Juan Almeida – „Hier ergibt sich niemand!“ – werden in offiziellen Reden und sozialen Medien wiederbelebt. Sie dienen weniger als nostalgische Reminiszenz denn als politisches Signal: Das Regime versteht den aktuellen Konflikt als existenzielle Bewährungsprobe. Für die Bevölkerung allerdings verschärft diese Haltung die ohnehin angespannte Lage. Während die Führung auf nationale Souveränität und Widerstand setzt, kämpfen viele Kubaner im Alltag mit Stromausfällen, Lebensmittelknappheit und schwindenden Perspektiven. Ob der demonstrative Trotz Havannas letztlich Stärke oder politische Sackgasse ist, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Fest steht: Kuba steuert auf eine neue Phase der Konfrontation mit den Vereinigten Staaten zu – mit ungewissem Ausgang und hohem Risiko für ein Land, das wirtschaftlich bereits am Limit operiert.
Quelle: EFE (https://t1p.de/kluxg)
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