Neues aus Kuba
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04.03.2026 23:00 Uhr
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Ein technischer Defekt legt zwei Drittel Kubas lahm – Millionen Menschen sind ohne Strom. Der jüngste Blackout offenbart die strukturelle Krise eines maroden Energiesystems. Veraltete Kraftwerke, fehlender Treibstoff und milliardenschwere Investitionslücken verschärfen die Lage.
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: DIRECTO | CUBA apagón masivo deja SIN ELECTRICIDAD a la mayor parte de LA ISLA | EL PAÍS von EL PAÍS. Bild von YouTube, Rechte beim Uploadenden.
Ein technischer Defekt hat am Mittwoch (4.) weite Teile Kubas von der Stromversorgung, abgeschnitten. Nach Angaben der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft Unión Eléctrica (UNE) kam es zu einer großflächigen Trennung des nationalen Stromnetzes, die sich von Camagüey im Osten bis nach Pinar del Río im Westen erstreckte. Millionen Menschen waren betroffen. Die Behörden erklärten, alle Protokolle zur Wiederherstellung der Versorgung seien aktiviert worden.
Auslöser war demnach die unerwartete Abschaltung des Wärmekraftwerks Antonio Guiteras in Matanzas um 12:41 Uhr Ortszeit. Grund sei ein Leck im Kessel gewesen. Die Anlage zählt zu den leistungsstärksten des Landes, gilt jedoch seit Jahren als störanfällig. Das Energieministerium teilte mit, das Kraftwerk Felton in Holguín halte weiterhin eine seiner beiden Einheiten am Netz, was die schrittweise Wiederinbetriebnahme erleichtern solle. Der Vorfall trifft ein ohnehin angespanntes System. Kuba befindet sich seit Mitte 2024 in einer tiefen Energiekrise, die sich in den vergangenen Wochen weiter verschärft hat. Bereits im Vorfeld hatte die UNE für Mittwoch umfangreiche Stromabschaltungen angekündigt – mit einem prognostizierten Versorgungsdefizit von 63 Prozent. Damit bewegt sich das Land auf Rekordniveau. Erst Anfang der Woche war mit rund 64 Prozent der bislang höchste dokumentierte Wert an Stromabschaltungen erreicht worden. Selbst ohne akute Störungen dauern die täglichen Abschaltungen in vielen Regionen mehr als 20 Stunden, in Teilen Havannas über 15 Stunden. Der strukturelle Kern des Problems liegt in der veralteten Infrastruktur: Sieben der 16 thermoelektrischen Einheiten waren am Mittwoch wegen Defekten oder Wartung außer Betrieb. Thermokraftwerke decken im Durchschnitt etwa 40 Prozent des kubanischen Energiemixes ab. Ein weiterer zentraler Baustein, die sogenannte dezentrale Erzeugung – vor allem Diesel- und Schwerölmotoren –, ist laut Regierung seit Januar mangels Treibstoff weitgehend stillgelegt. Diese Form der Stromproduktion hatte zuletzt ebenfalls rund 40 Prozent beigesteuert. Unabhängige Experten führen die Misere auf jahrzehntelange Unterfinanzierung zurück. Die Regierung wiederum verweist auf die Auswirkungen der US-Sanktionen und spricht von einer „energetischen Erstickung“. Schätzungen zufolge wären Investitionen zwischen acht und zehn Milliarden US-Dollar erforderlich, um das Netz grundlegend zu sanieren. Die wirtschaftlichen Folgen sind erheblich. Seit 2020 ist die kubanische Wirtschaft offiziellen Angaben zufolge um mehr als 15 Prozent geschrumpft. Stromausfälle gelten als Katalysator sozialer Spannungen und haben in den vergangenen Jahren wiederholt Proteste ausgelöst. Der jüngste Blackout verdeutlicht, wie fragil die Energieversorgung des Landes inzwischen ist – und wie eng technische Störungen, wirtschaftliche Schwäche und politische Stabilität miteinander verknüpft sind.
Quelle: EFE (https://t1p.de/ljk38)
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