Neues aus Kuba
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11.03.2026 08:00 Uhr
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Die Energiekrise in Kuba spitzt sich weiter zu – mit direkten Folgen für Krankenhäuser, Wasserversorgung und Lebensmitteltransport. Die UNO verhandelt deshalb mit Washington über humanitäre Ausnahme vom Ölembargo Ziel ist es,
Abbildung: Symbolbild/Screenshot. Bildquelle: Noon Briefing by Stéphane Dujarric, Spokesperson for the Secretary-General.. Rechte beim Uploadenden.
UN-Sprecher Stéphane Dujarric teilte am Dienstag (10.) mit, dass Vertreter der Vereinten Nationen Gespräche mit mehreren Mitgliedstaaten – darunter auch mit den Vereinigten Staaten – führen, um Treibstofflieferungen aus humanitären Gründen nach Kuba zu ermöglichen. Hintergrund ist die schwere Energiekrise auf der Insel, die sich infolge der von Präsident Donald Trump verschärften Blockade weiter zugespitzt hat.
„Wir befinden uns in Gesprächen mit den Mitgliedstaaten, einschließlich der Vereinigten Staaten, damit Hilfe ohne Hindernisse geliefert werden kann. Dazu gehört auch der Zugang zu Treibstoff zu humanitären Zwecken“, sagte Dujarric auf seiner täglichen Pressekonferenz. Im Mittelpunkt der Verhandlungen steht die Frage, ob Ausnahmen von bestehenden Restriktionen ermöglicht werden können. Ziel ist es, lebenswichtige Dienstleistungen trotz der sich verschärfenden Energiekrise auf der Karibikinsel aufrechtzuerhalten. Dujarric bezeichnete die Gespräche mit Washington als „wichtigen und grundlegenden Weg“, um praktische Lösungen zu finden. Die UNO hoffe, dass humanitäre Hilfe ohne politische oder administrative Hindernisse geliefert werden könne. Dazu gehört ausdrücklich auch Treibstoff, der für grundlegende Infrastrukturen benötigt wird. Die Dringlichkeit ergibt sich aus der wachsenden Belastung zentraler Versorgungssektoren in Kuba. Besonders alarmierend ist laut den Vereinten Nationen die Situation im Gesundheitswesen. Krankenhäuser müssen immer häufiger mit Stromausfällen umgehen, gleichzeitig fehlt es an wichtigen Medikamenten. Die Folgen reichen weit über organisatorische Probleme hinaus: Notfalldienste, die Versorgung von Kindern und Müttern sowie onkologische Behandlungen sind massiv beeinträchtigt. Nach UN-Angaben betrifft dies Zehntausende Patienten. Rund 60.000 Krebskranke, die auf Strahlentherapie angewiesen sind, und weitere 12.000 Menschen, die Chemotherapie benötigen, können ihre Behandlung derzeit nicht wie vorgesehen erhalten. Stromausfälle und fehlende Ressourcen blockieren die medizinische Infrastruktur – ein Szenario, das die UNO als Annäherung an einen kritischen Punkt beschreibt. Auch die zivile Grundversorgung gerät zunehmend unter Druck. Treibstoff ist ein entscheidender Faktor für die Wasserversorgung und den Transport von Lebensmitteln. „Fast eine Million Menschen sind auf Wasser angewiesen, das durch Tankwagen geliefert wird, was natürlich Treibstoff erfordert, um diese Lastwagen zu betreiben, und mehr als 80 Prozent der Wasserpumpinfrastruktur hängt von Elektrizität ab, was zu weit verbreiteten und lang anhaltenden Unterbrechungen führt“, betonte der UNO.Sprecher. Die Energieknappheit wirkt sich zudem direkt auf humanitäre Hilfsprogramme aus. Ohne Treibstoff können Hilfsgüter nur eingeschränkt transportiert oder verteilt werden. Damit wird aus einer Energiekrise zunehmend auch eine logistische Krise der Versorgung. Die politischen Hintergründe verschärfen die Lage zusätzlich. Die Situation habe sich weiter zugespitzt, nachdem US-Präsident Donald Trump Maßnahmen ergriffen hatte, die den Druck auf Kubas Energieversorgung erhöhen. Gleichzeitig brachen wichtige Öl-Lieferungen aus Venezuela ab, nachdem Präsident Nicolás Maduro festgenommen wurde. Washington drohte zudem mit Zöllen für Länder, die weiterhin Rohöl nach Kuba liefern. Bereits vor einigen Wochen hatte der UN-Koordinator in Kuba, Francisco Pichón, öffentlich eine „humanitäre Ausnahme“ gefordert, um Treibstoff und Hilfsgüter auf die Insel bringen zu können. Die laufenden Gespräche mit den USA sind daher Teil eines diplomatischen Versuchs, zumindest für kritische Bereiche der Infrastruktur kurzfristige Erleichterungen zu erreichen. Ob diese Bemühungen erfolgreich sein werden, ist offen. Fest steht jedoch: In Kuba entscheidet der Zugang zu Treibstoff derzeit nicht nur über Energieversorgung, sondern über die Funktionsfähigkeit zentraler gesellschaftlicher Systeme – von Krankenhäusern bis zur Wasserversorgung.
Quelle: UN (https://t1p.de/k4vyw)
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