Neues aus Kuba
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17.05.2026 23:30 Uhr
Kuba pocht auf Selbstverteidigungsrecht gegen US-Angriffe. Einem Bericht zufolge bereite der Inselstaat Drohnenangriffe vor. Havanna weist die Anschuldigungen als unglaubwürdigen Vorwand zurück.
Angesichts zunehmender Spannungen mit Washington hat die kubanische Regierung ihr Recht auf militärische Selbstverteidigung betont, sollte es zu einem Angriff der Vereinigten Staaten kommen. Vizeaußenminister Carlos Fernández de Cossio erklärte auf der Plattform X, dass Kuba in einem solchen Szenario das angegriffene Land sei und sich auf dieses völkerrechtlich verbriefte Recht berufe. Die Aussage erfolgte im Kontext eines Berichts des US-Nachrichtenportals "Axios", wonach Havanna angeblich den Einsatz von Drohnen gegen US-Ziele vorbereite. Der Vizeminister wies die darin enthaltenen Vorwürfe als „immer unglaubwürdiger“ zurück und kritisierte, dass mit ihnen ein möglicher Angriff der USA auf den Karibikstaat gerechtfertigt werden solle. Auch die kubanische Botschaft in Washington sowie das Außenministerium in Havanna bekräftigten die Position und warfen den USA vor, mit „Vorwänden und Lügen“ die logische Vorbereitung auf eine Bedrohung als etwas Außergewöhnliches darzustellen.
Laut dem "Axios"-Bericht, der sich auf Geheimdienstinformationen stützt, habe Kuba mehr als 300 Militärdrohnen erworben. Die Pläne für deren Einsatz sollen Diskussionen über mögliche Angriffe auf den US-Stützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba, auf US-Militärschiffe sowie auf Key West in Florida umfassen. Letzteres liegt nur rund 170 Kilometer von Havanna entfernt. Ein hochrangiger US-Beamter wurde mit der Einschätzung zitiert, dass diese Informationen als Vorwand für eine militärische Aktion dienen könnten und zeigten, in welchem Maße die Regierung von US-Präsident Donald Trump Kuba als Bedrohung betrachte. Neben den Drohnenentwicklungen begründete er diese Einschätzung auch mit der Präsenz iranischer Militärberater in Havanna. Das Portal wies jedoch gleichzeitig darauf hin, dass US-Beamte nicht davon ausgingen, dass Kuba aktiv plane, US-Interessen anzugreifen. Die Geheimdienstinformationen deuteten vielmehr darauf hin, dass kubanische Militärvertreter Pläne für den Einsatz von Drohnen nur für den Fall erörterten, dass es zu Feindseligkeiten komme. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind seit der Revolution von 1959 unter Führung von Fidel Castro angespannt und haben sich unter Trump weiter verschärft. Mit einer Reihe neuer Sanktionen und einer Ölblockade erhöhte Washington den wirtschaftlichen Druck auf die sozialistisch regierte Insel. Die jüngsten Rhetoriken und Enthüllungen lassen die ohnehin frostige Atmosphäre weiter eskalieren. Kuba stellt sich als potenzielles Opfer einer aggressiven US-Politik dar, während Washington die militärischen Fähigkeiten Havannas als wachsende Gefahr interpretiert. Die angeblichen Drohnenpläne sind dabei nur der jüngste Anlass in einem jahrzehntelangen Konflikt, in dem beide Seiten ihre Positionen unnachgiebig verteidigen. Ohne direkte diplomatische Fortschritte droht die Spirale aus Vorwürfen und Gegenbeschuldigungen das Risiko einer militärischen Konfrontation zu erhöhen, auch wenn Behörden auf beiden Seiten derzeit noch von einer aktiven Angriffsplanung Kubas absehen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die verbale Eskalation in weitere konkrete Schritte mündet oder ob die traditionelle Zurückhaltung in diesem geopolitischen Machtkampf überwiegt. Autor: Leon Latozke
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