Neues aus Kuba
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24.11.2025 20:00 Uhr
Kuba steckt in einer tiefen wirtschaftlichen Krise und versucht dennoch, auf der Internationalen Messe von Havanna Vertrauen bei Investoren zu schaffen. Während die Regierung neue Erleichterungen und mehr Transparenz verspricht, verschärfen Devisenrestriktionen die Lage internationaler Unternehmen
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Kuba kämpft weiterhin mit tiefgreifenden wirtschaftlichen Problemen. Bei der Eröffnung der 41. Internationalen Messe von Havanna (FIHAV) räumte Vizepremier und Außenhandelsminister Óscar Pérez-Oliva Fraga ein, dass das Land mit „finanziellen Schwierigkeiten“ konfrontiert sei. Zugleich kündigte er Maßnahmen an, die ausländischen Investoren mehr Sicherheit und Erleichterungen bieten sollen. Ziel sei es, die Wirtschaft zu modernisieren und ein transparenteres Investitionsumfeld zu schaffen.
Pérez-Oliva betonte die Entschlossenheit der Regierung, die Krise zu überwinden, und würdigte das Vertrauen internationaler Unternehmen, das für die wirtschaftliche Entwicklung Kubas von zentraler Bedeutung sei. Im Rahmen der Messe sollen unter anderem Protokolle zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren und neue Geschäftsmöglichkeiten vorgestellt werden, um Investitionen zu fördern. Trotz dieser Ankündigungen bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. So hat die kubanische Regierung die Devisenrestriktionen für ausländische Unternehmen kürzlich massiv ausgeweitet: Deren Konten dürfen im Zuge eines Anti-Krisenprogramms, das die anhaltende Liquiditätskrise und den Devisenmangel lindern soll, weder für Auslandsüberweisungen noch für Bargeldabhebungen genutzt werden. Die Probleme Kubas sind vielschichtig: Die Wirtschaft schrumpft seit mehr als fünf Jahren. Faktoren wie die Pandemie, verschärfte US-Sanktionen und politische Fehlentscheidungen haben strukturelle Defizite verstärkt. Begleiterscheinungen sind hohe Inflation, Versorgungsengpässe bei Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff, tägliche Stromausfälle, eine wachsende Dollarisation und steigende Abwanderung. Die Messe selbst soll die Widerstandsfähigkeit des Landes demonstrieren. Rund 715 Unternehmen aus 52 Staaten präsentieren ihre Produkte und Dienstleistungen, darunter Firmen aus politischen Verbündeten wie Russland, China und Venezuela sowie aus Europa und Lateinamerika. 268 kubanische Unternehmen, sowohl staatliche als auch private, beteiligen sich an der Veranstaltung. Schwerpunkte liegen auf den Bereichen erneuerbare Energien und Tourismus – letzterer bleibt trotz rückläufiger Besucherzahlen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und eine zentrale Einnahmequelle in Devisen. Pérez-Oliva wies zudem auf die jüngsten Naturkatastrophen hin: Hurrikan Melissa hatte Ende Oktober die östliche Inselregion überquert und erhebliche Schäden hinterlassen. Die Durchführung der Messe zeige dennoch den politischen Willen, wirtschaftliche Initiativen voranzutreiben und Stabilität zu demonstrieren. Die kubanische Führung signalisiert damit, dass sie die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen ernst nimmt und gleichzeitig auf internationale Kooperation setzt. Ob die angekündigten Maßnahmen die strukturellen Probleme dauerhaft mindern können, bleibt offen. Die Messe sendet jedoch ein klares Signal: Trotz widriger Bedingungen strebt Kuba danach, Investitionen anzuziehen und seine wirtschaftliche Modernisierung voranzutreiben.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/tljti)
Autor: Leon Latozke
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