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Kuba rechnet für 2026 nur mit einem marginalen Wirtschaftswachstum von einem Prozent. Nach einem erneuten BIP-Rückgang in diesem Jahr bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Hohe Inflation, Defizite im Staatshaushalt, anhaltende Knappheit bei Lebensmitteln und Medikamenten sowie Stromausfälle prägen weiterhin den Alltag der Bevölkerung.
19.12.2025 09:03 Uhr
Die kubanische Regierung geht für 2026 von einem Wirtschaftswachstum von lediglich einem Prozent aus. Diese Prognose entspricht der Vorhersage für 2025, die jedoch nicht erreicht wurde: In diesem Jahr ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) erneut geschrumpft. Der Minister für Wirtschaft und Planung, Joaquín Alonso, nannte vor der Nationalversammlung ein weiterhin „herausforderndes wirtschaftliches Umfeld“ – eine „Kriegswirtschaft“ mit anhaltenden Risiken und Spannungen, die sich verschärfen könnten.
Grundlage für die leicht optimistischere Prognose sind vor allem Erwartungen an die Tourismussektoren und den Außenhandel. Insbesondere der Export kubanischer Dienstleistungen, vor allem medizinischer Fachkräfte, soll das Wachstum stützen. Die Regierung rechnet mit einer Inflation von rund zehn Prozent im formellen Markt, während die Preise im informellen Sektor deutlich stärker steigen könnten. Dies läge etwa fünf Prozentpunkte unter der bisherigen jährlichen Teuerungsrate der vergangenen Monate. Der Finanzminister Vladimir Regueiro erklärte, dass das Haushaltsdefizit für 2026 auf einem ähnlichen Niveau wie 2025 veranschlagt sei – rund 74,5 Milliarden kubanische Pesos (etwa 3,1 Milliarden US-Dollar zum offiziellen Umrechnungskurs für Unternehmen). Alonso betonte, dass „höhere Ausgaben als die vorgesehenen Einnahmen“ nicht möglich seien und dass für das Budget 2026 Anpassungen bei „Schlüsselvariablen“ notwendig gewesen seien, um ein „handhabbares Defizit“ zu gewährleisten. Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt. Präsident Miguel Díaz-Canel räumte ein, dass die Wirtschaft in den ersten drei Quartalen 2025 um mehr als vier Prozent geschrumpft sei. Kuba steckt seit über fünf Jahren in einer tiefen Krise: Zwischen 2020 und 2024 schrumpfte das BIP um insgesamt elf Prozent, und auch 2025 wird ein Rückgang erwartet. Die Krise zeigt sich in anhaltender Knappheit lebenswichtiger Güter wie Nahrungsmitteln, Medikamenten und Treibstoff, täglichen Stromausfällen, hoher Inflation, zunehmender Dollarisierung, dem Rückgang der landwirtschaftlichen und industriellen Produktion, dem Verfall öffentlicher Dienstleistungen sowie einer massiven Auswanderung. Die Ursachen liegen neben den Folgen der COVID-19-Pandemie und den verschärften US-Sanktionen unter anderem in strukturellen Problemen der kubanischen Wirtschaft, die durch nationale Fehlentscheidungen weiter verschärft wurden. Angesichts stagnierender Wachstumsprognosen, hoher Inflation und anhaltender Defizite bleibt die wirtschaftliche Erholung Kubas unsicher. Der Ausblick für 2026 deutet auf ein sehr geringes Wachstum hin, ohne dass eine grundlegende Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung zu erwarten ist.
Quelle: EFE (https://t1p.de/j6y46)
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Text: Leon Latozke
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