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Kuba führt ab dem 19. Dezember 2025 eine dritte offizielle Wechselkursstufe ein. Ziel der Maßnahme ist ein „wettbewerbsfähiger“ Kurs , der sich an Angebot und Nachfrage orientiert und richtet sich an Exporteure und Devisenanbieter. Die bisherigen Kurse für Unternehmen und Privatpersonen bleiben unverändert.
18.12.2025 10:00 Uhr
Die kubanische Regierung hat die Einführung einer dritten offiziellen Wechselkursstufe angekündigt, die künftig für Exporteure und andere Anbieter von Devisen gelten soll. Die Maßnahme, die ab dem 19. Dezember 2025 in Kraft tritt, verfolgt nach Angaben der Zentralbankpräsidentin Juana Lilia Delgado das Ziel, einen „wettbewerbsfähigen“ Kurs auf Basis von Angebot und Nachfrage zu etablieren. Die Bekanntgabe erfolgte in einer Fernsehansprache der Ministerpräsidentin des Banco Central de Cuba (BCC), in der sie das Vorhaben als Teil einer „gradualen“ Währungsreform darstellte, die die bislang bestehende Doppelstruktur und die teilweise Dollarisierung des Landes schrittweise beseitigen soll.
Bisher gelten in Kuba zwei offizielle Wechselkurse: Für juristische Personen wird ein Dollar zu 24 Pesos festgesetzt, für Privatpersonen zu 120 Pesos. Diese Kurse bleiben unverändert, während die neue dritte Stufe als „flotierender“ Kurs täglich vom BCC festgelegt wird. Delgado begründete die Entscheidung damit, dass die bestehenden offiziellen Kurse nicht dem tatsächlichen Wert entsprechen, der sich angesichts der knappen Devisen auf dem Markt abzeichnet. Die Differenz zwischen den offiziellen Kursen und dem aktuell auf dem Schwarzmarkt erzielten Kurs von etwa 450 Pesos pro US-Dollar zählt zu den größten Verzerrungen der kubanischen Wirtschaft. Experten sehen in ihrer Angleichung einen zentralen Schritt, um die seit mehr als fünf Jahren andauernde wirtschaftliche Krise zu überwinden. Die Zentralbankpräsidentin betonte, dass die Vereinheitlichung der Wechselkurse nur schrittweise erfolgen könne. Eine sofortige Angleichung ohne Übergangsphase könnte zu einer abrupten Abwertung des Peso führen, die die Inflation weiter anheizen und die Kaufkraft der Bevölkerung empfindlich mindern würde. Ziel sei es, die monetären Lücken, die Wirtschaft und Haushalte belasten, nach und nach zu schließen. Delgado beschrieb den geplanten Prozess als „verantwortungsvoll, transparent und an die spezifischen Bedingungen Kubas angepasst“. Die Regierung plant zudem, die virtuelle Währung MLC, die auf dem US-Dollar basiert, zu stabilisieren und zu stärken. Damit werden während der Übergangsphase drei offizielle Währungen mit unterschiedlichen Wechselkursen parallel existieren. Die Transformation des Wechselmarktmechanismus ist Teil eines umfassenden Reformpakets, das finanzielle, handels- und steuerpolitische Maßnahmen umfasst und auf eine generelle Effizienzsteigerung der kubanischen Wirtschaft abzielt. Mach einer Meldung der Nachrichtenwebsite Mundusnovus24.de fällt die Ankündigung mit Berichten unabhängiger Medien wie El Toque zusammen, die auf schwere Cyberangriffe und die Blockade ihrer Webseite hingewiesen hatten. Das Portal, das täglich den informellen Referenzkurs veröffentlicht, kritisierte die Einschränkungen als eine Einschränkung der Informationsfreiheit inmitten der laufenden Währungsreform. Mit der Einführung des dritten offiziellen Wechselkurses signalisiert Kuba eine vorsichtige Öffnung seines Devisenmarktes, die zugleich Teil einer längerfristigen Strategie zur Stabilisierung und Vereinheitlichung der nationalen Währung ist. Beobachter sehen darin ein entscheidendes Experiment, um die Kluft zwischen offiziellen Kursen und realen Marktwerten zu verringern und die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit des Landes angesichts chronischer Devisenknappheit zu verbessern. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Maßnahme die angestrebte Wirkung erzielt und den Peso stabilisieren kann, ohne die Inflation weiter zu verschärfen. Für die kubanische Bevölkerung bleibt die Aussicht auf eine schrittweise, kontrollierte Anpassung der Währung ein Hoffnungsschimmer inmitten wirtschaftlicher Unsicherheiten, während die Regierung versucht, die Balance zwischen Kontrolle und Marktmechanismen neu auszutarieren.
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Text: Leon Latozke
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