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Kuba hat die internationale Gemeinschaft vor einer drohenden militärischen Eskalation der USA gegen Venezuela gewarnt und zu einer weltweiten Mobilisierung aufgerufen. Die Regierung in Havanna bezeichnet die jüngsten US-Militäraktionen im Karibikraum als völkerrechtswidrig und wirft Washington vor, unter dem Vorwand der Drogenbekämpfung einen Angriff vorzubereiten.
10.10.2025 08:30 Uhr
Abbildung: U.S. Department of State from United States, Archivfoto (2015) Cuban Foreign Minister Rodríguez, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC0 1.0
Kuba hat in einer scharf formulierten Erklärung vor einer „illegalen und moralisch unvertretbaren“ militärischen Eskalation der Vereinigten Staaten gegen Venezuela gewarnt und die internationale Gemeinschaft zu einer „breiten Mobilisierung“ aufgerufen, um eine drohende Aggression zu verhindern. Das kubanische Außenministerium sprach am Donnerstag von „realen und unmittelbaren Gefahren für Frieden, Sicherheit und Stabilität in Nuestra América“, womit es auf die zunehmenden Spannungen in der Karibik verweist.
Hintergrund der Erklärung ist der jüngste US-amerikanische Militäraufmarsch im südlichen Karibikraum. Washington hatte Ende August angekündigt, „alle verfügbaren Mittel“ einzusetzen, um den Drogenhandel in Richtung der Vereinigten Staaten zu stoppen, und dazu Kriegsschiffe sowie Soldaten in internationale Gewässer nahe Venezuela entsandt. Nach Angaben der USA wurden seitdem fünf Boote mit mutmaßlichen Drogenladungen zerstört. Havanna verurteilte die Zerstörung der Boote als „völkerrechtswidrig“ und sieht in den Aktionen Vorbereitungen für einen militärischen Schlag gegen Caracas. Die kubanische Regierung warnt, dass die „Drohung des Waffeneinsatzes gegen Venezuela“ mit den jüngsten US-Ankündigungen weiter zunehme. Laut der Erklärung könnte eine neue Eskalationsphase auch „Angriffe auf Ziele an Land“ umfassen. Besonders kritisch äußerte sich Kuba gegenüber dem US-Außenminister Marco Rubio sowie Abgeordneten aus Florida, die als „antikommunistische Hardliner“ gelten. Diese würden „verantwortungslos mit der militärischen Macht der Vereinigten Staaten drohen, als handele es sich um eine gewöhnliche Polizeirazzia“, heißt es in der Mitteilung. Die kubanische Regierung warf Rubio und seinen Unterstützern vor, gezielt auf einen Vorwand für eine militärische Intervention hinzuarbeiten. Im Mittelpunkt der kubanischen Kritik steht der angeblich vereitelte Anschlagsplan auf die US-Botschaft in Caracas, der nach Darstellung Havannas und der venezolanischen Regierung von einem „extrem rechten Sektor Venezuelas“ organisiert worden sei. Dieses angebliche Attentat diene Washington als „inszenierter Vorwand“, um den Einsatz seiner Streitkräfte im Karibikraum zu rechtfertigen. Kuba sieht hinter der US-amerikanischen Militärpräsenz nicht nur sicherheitspolitische, sondern vor allem wirtschaftliche Interessen. Die Regierung in Havanna spricht offen von einem „Versuch Washingtons, sich des venezolanischen Erdöls und anderer Ressourcen zu bemächtigen“. Für Kuba selbst hat die enge Allianz mit Caracas große Bedeutung: Ein erheblicher Teil des inländischen Energiebedarfs wird durch venezolanische Öllieferungen gedeckt – ein kritischer Faktor für das stark angeschlagene kubanische Stromnetz. Nach Informationen venezolanischer Behörden haben US-Militärflugzeuge in den vergangenen Wochen mehrfach „provokative Flüge“ in der Nähe der venezolanischen Küste durchgeführt. Zudem sollen laut kubanischer Darstellung derzeit acht US-Kriegsschiffe mit Raketenbewaffnung und ein nuklear betriebener U-Bootverband in der Region stationiert sein. Zusätzlich habe Washington zehn F-35-Kampfjets nach Puerto Rico verlegt. Die US-Regierung begründet die Maßnahmen mit dem Vorgehen gegen den sogenannten „Kartell der Sonnen“, dem sie Venezuelas Präsident Nicolás Maduro vorwirft, als „terroristische Organisation“ am internationalen Drogenhandel beteiligt zu sein. Das Außenministerium in Washington hat das Kopfgeld für Hinweise auf Maduros Festnahme kürzlich auf 50 Millionen US-Dollar erhöht. Havanna verurteilt diese Entwicklung als „kriegerische Provokation“ und appelliert an Regierungen und internationale Organisationen, sich gegen „die Bedrohung einer militärischen Aggression in der Region“ zu positionieren. Kuba bekräftigte, an der Seite Venezuelas zu stehen, und warnte vor den Folgen einer militärischen Eskalation für die gesamte westliche Hemisphäre.
Quelle: EFE (https://t1p.de/mj0tw)
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Text: Leon Latozke
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