Neues aus Kuba
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05.08.2026 05:00 Uhr
Angesichts des verschärften US-Embargos sucht Havanna internationale Partner für die marode Schieneninfrastruktur – und findet sie vor allem in Moskau.
Abbildung: Symbolbild von Hans-Peter Bärtschi, Kubanische Eisenbahn, Zuschnitt KUBAKUNDE, CC BY-SA 4.0
Kubas Eisenbahnnetz ist in die Jahre gekommen, und Ersatzteile sind knapp. Auf der 5. Internationalen Verkehrsgipfelkonferenz in Moskau hat der kubanische Vize-Verkehrsminister Luis Roberto Rosés Hernández nun deutlich gemacht, wohin sich die Insel bei diesem Problem wendet: Rund 70 Prozent des kubanischen Fahrzeugbestands im Schienenverkehr stammt aus russischer Produktion. Entsprechend sieht Havanna in der Zusammenarbeit mit Russland den naheliegendsten Weg, um sowohl die Infrastruktur zu modernisieren als auch Lokomotiven und Waggons instand zu halten.
Zwei Prioritäten: Infrastruktur und Wartung
Rosés Hernández nannte gegenüber Journalisten zwei Schwerpunkte der kubanischen Bemühungen: den Ausbau der Schieneninfrastruktur sowie die Wartung des vorhandenen rollenden Materials. Darüber hinaus benannte er weitere Felder, in denen Kuba internationale Kooperation sucht – etwa die Wartung von Flugzeugen, Logistik und Elektromobilität. Auch bei erneuerbaren Energien will das Land vorankommen, um seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen schrittweise zu verringern.
Als Hintergrund dieser Initiativen nannte der Minister die Notwendigkeit, die finanzielle und energetische Stabilität des Verkehrssektors angesichts der verschärften US-Sanktionen zu sichern – eine Formulierung, die in kubanischen Regierungsäußerungen praktisch immer mitschwingt, wenn es um wirtschaftliche Engpässe geht. Moskau als Drehscheibe
Der Gipfel in Moskau, der noch bis zum 5. August läuft, bringt Verkehrsverantwortliche, Kommunalvertreter sowie Industrie- und Technologieexperten zusammen. Wie der für Verkehr und Industrie zuständige Vizebürgermeister Moskaus, Maxim Liksutov, mitteilte, hat die russische Hauptstadt dort 19 gemeinsame Kooperationserklärungen mit Städten aus Ecuador, Nicaragua, Uruguay und Brasilien unterzeichnet – ähnliche Dokumente gab es demnach auch mit Vertretern aus Serbien, Sri Lanka, der Türkei, Ghana und Myanmar. Liksutov hob zudem die Analyseplattform "Ultra Transportada" hervor, die für die effiziente Verkehrsplanung in Großstädten eingesetzt werden soll.
Für Kuba reiht sich die Eisenbahn-Kooperation damit in eine ganze Reihe russisch-kubanischer Projekte ein – erst kürzlich hatten beide Länder auch im biopharmazeutischen Sektor ein gemeinsames Unternehmen angekündigt. Autor: Leon Latozke
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