Neues aus Kuba
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Kuba signalisiert Gesprächsbereitschaft mit den USA, schließt jedoch jegliche Diskussion über einen Regimewechsel aus. Vizeaußenminister Carlos Fernández de Cossío betont, dass beide Länder über wirtschaftliche und politische Systeme nicht verhandeln würden, wohl aber über regionale Sicherheit und Drogenbekämpfung.
05.02.2026 08:30 Uhr
Abbildung: Das KI-generierte Symbolbild zeigt keine reale Szene.
Kuba ist bereit, einen „bedeutenden Dialog“ mit den Vereinigten Staaten aufzunehmen, schließt jedoch Gespräche über eine Veränderung seines Regierungssystems kategorisch aus. Das erklärte der kubanische Vizeaußenminister Carlos Fernández de Cossío am Mittwoch (4.) in einem Interview mit CNN. Demnach sei Kuba nicht bereit, über seine verfassungsmäßigen Grundlagen zu verhandeln – ebenso wenig wie die USA über ihr politisches System oder ihre wirtschaftliche Realität diskutieren würden.
Fernández de Cossío betonte, dass bisher kein formeller bilateraler Dialog zwischen beiden Ländern etabliert wurde, wohl aber „einige Nachrichtenwechsel“ auf höchster Regierungsebene stattgefunden hätten. Die Aussagen erfolgen vor dem Hintergrund verschärfter US-amerikanischer Maßnahmen gegen Kuba. So hatte US-Außenminister Marco Rubio erst kürzlich erklärt, dass die USA einen Regimewechsel auf Kuba begrüßen würden, diesen jedoch nicht unbedingt aktiv herbeiführen wollten. Die Spannungen haben sich insbesondere im Energiesektor manifestiert. Die Trump-Regierung versucht, die Ölzufuhr nach Kuba zu unterbinden, nachdem bereits die Lieferungen aus Venezuela eingestellt wurden. Washington drohte zudem mit Sanktionen gegen Staaten, die weiterhin Öl nach Kuba exportieren, und bezeichnete die Insel als „außergewöhnliche Bedrohung“ aufgrund ihrer Verbindungen zu Staaten, die als feindlich gelten, sowie ihrer militärischen und geheimdienstlichen Kapazitäten. Fernández de Cossío wies diese Vorwürfe zurück: Kuba sei weder aggressiv noch feindselig gegenüber den USA, unterhalte keinen Terrorismus und unterstütze keinen. Die wirtschaftlichen Folgen der US-Sanktionen sind in Kuba deutlich spürbar. Bürgerinnen und Bürger sehen sich mit wiederkehrenden Stromausfällen und langen Schlangen an Tankstellen konfrontiert. Die kubanische Regierung macht vor allem die restriktiven Maßnahmen Washingtons für die Energiekrise verantwortlich, während Kritiker auch auf mangelnde Investitionen in die Infrastruktur hinweisen. Fernández de Cossío warnte, dass das Land möglicherweise zu Austeritätsmaßnahmen gezwungen sein könnte, um die Treibstoffversorgung aufrechtzuerhalten, ohne dabei genaue Angaben zu den verbleibenden Vorräten zu machen. Er verglich die Situation mit den wirtschaftlichen Auswirkungen eines Krieges. Präsident Trump erklärte, Kuba könne einen vollständigen Lieferstopp vermeiden, wenn ein Abkommen zustande komme, das möglicherweise die Rückgabe von nach der Revolution 1959 enteigneten Gütern an Exil-Kubaner vorsähe. Die US-amerikanischen Maßnahmen führten auch zu erheblichen Verwerfungen im regionalen Kontext. Die kubanische Öffentlichkeit reagierte alarmiert auf die US-geführte Operation zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar, bei der über 30 Mitglieder kubanischer Sicherheitskräfte getötet wurden. Die kubanischen Behörden kündigten an, ähnliche militärische Eingriffe der USA abzuwehren, während staatliche Medien verstärkt über Militärübungen und Vorbereitungen berichteten. Auch Mexiko, ein weiterer enger Partner Kubas, geriet unter Druck, Öllieferungen einzustellen. Mexiko versicherte jedoch, dass bestehende Verträge weiterhin gültig seien und man nach Alternativen suche, um Kuba vor US-Strafzöllen zu schützen. Die US-Botschaft in Havanna rief ihre Bürger auf, angesichts der Energiekrise vorsichtig zu sein, sparsam mit Treibstoff, Wasser und Lebensmitteln umzugehen und Mobilgeräte geladen zu halten. Zudem wurden Berichte über verweigerte Einreisen und zunehmende, regierungsnahe Proteste gegen die USA erwähnt. Fernández de Cossío betonte, dass Kuba Dialog der Zwangsmaßnahmen vorziehe. Zwar werde sein Land nicht über einen Regimewechsel verhandeln, sei aber bereit, über Themen von gemeinsamem Interesse zu sprechen – etwa regionale Sicherheit und die Bekämpfung des Drogenhandels. Kuba habe in der Vergangenheit bereits kooperiert und signalisiert, dass es diese Zusammenarbeit fortsetzen könne. Die kubanische Position bleibt damit klar: Gesprächsbereitschaft ja, Systemwechsel nein. Angesichts steigender wirtschaftlicher und politischer Spannungen bleibt die Insel im Karibikraum eine zentrale Schachfigur in den US-amerikanischen Außenpolitiküberlegungen.
Dieser Artikel wurde zuerst bei Mundus Novus 24 veröffentlicht.
Autor: Leon Latozke
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