Neues aus Kuba
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28.04.2026 07:00 Uhr
Kuba verzeichnet im ersten Quartal 2026 einen drastischen Einbruch der internationalen Touristenankünfte um 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit nur 298.057 Besuchern erreicht die Branche einen historischen Tiefstand. Besonders betroffen sind die Hauptquellmärkte Kanada und Russland, deren Ankünfte um über die Hälfte zurückgingen.
Die Tourismusbranche Kubas ist weiterhin auf Talfahrt In den ersten drei Monaten des Jahres 2026 besuchten lediglich 298.057 ausländische Reisende die Karibikinsel. Das entspricht einem Rückgang von 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie die nationale Statistikbehörde ONEI am Montag (27.) mitteilte. Besonders drastisch fiel der März aus: Gerade einmal 35.561 Besucher wurden gezählt, nachdem im Februar noch 77.663 und im Januar 184.833 Touristen eingereist waren. Zum Vergleich: Im Durchschnitt der Jahre 2023 und 2024 lag die monatliche Besucherzahl im ersten Quartal bei rund 250.000. Die aktuelle Entwicklung markiert einen der schwächsten Starts in eine Tourismussaison seit Jahrzehnten, wenn man von den Pandemiejahren absieht.
Die Ursachen für den Niedergang sind vielschichtig, hängen aber maßgeblich mit der verschärften US-Politik zusammen. Der von Washington verhängte Wirtschaftsembargo und insbesondere die Blockade von Treibstofflieferungen haben die Branche lahmgelegt. Seit Januar mussten zahlreiche Flugverbindungen – darunter wichtige Routen aus Kanada und Russland – wegen Treibstoffmangels eingestellt werden. Viele Hotels blieben mangels Gästen vorübergehend geschlossen. Die Unsicherheit über die weitere geopolitische Eskalation zwischen Havanna und Washington sowie die akute Energiekrise auf der Insel beeinträchtigen zudem die Servicequalität und schrecken potenzielle Urlauber ab. Ein Blick auf die Herkunftsländer verdeutlicht das Ausmaß: Kanada als wichtigster Quellmarkt steuerte von Januar bis März 124.794 Besucher bei, ein Minus von 55,2 Prozent. Aus Russland kamen mit 20.917 Gästen 37,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Einzig aus Argentinien und China wurden leichte Zuwächse verzeichnet. Auch die kubanische Diaspora reiste seltener auf die Insel: Die Zahl der Besuche von Exiklkubanern sank um 32,8 Prozent auf 34.233. Der Tourismussektor, lange Zeit wirtschaftlicher Motor und wichtige Devisenquelle für die sozialistische Regierung, befindet sich bereits seit 2025 in einer Abwärtsspirale. Damals wurden mit knapp über 1,8 Millionen internationalen Gästen die schlechtesten Zahlen seit 2002 erreicht – weit entfernt vom Regierungsziel von 2,6 Millionen. Im Jahr 2024 waren es noch 2,2 Millionen, 2023 sogar 2,4 Millionen Besucher. Die aktuellen Werte liegen Lichtjahre von den Rekordjahren 2018 und 2019 entfernt, als 4,6 beziehungsweise 4,2 Millionen Touristen nach Kuba strömten. Diese Blütezeit war eine direkte Folge der politischen Entspannung unter US-Präsident Barack Obama, der Reisebeschränkungen lockerte. Heute hingegen leidet Kuba unter einer schweren Wirtschafts- und Energiekrise, die sich auf alle Bereiche des öffentlichen Lebens und eben auch auf die touristische Infrastruktur auswirkt. Die Branche ist für die Regierung dennoch zentral für die wirtschaftliche Erholung, da sie neben den Dienstleistungsexporten und den Überweisungen aus dem Ausland zu den wichtigsten Devisenbringern zählt. Während Konkurrenzziele in der Karibik wie Punta Cana in der Dominikanischen Republik oder Cancún in Mexiko längst wieder an historische Besucherrekorde anknüpfen, bleibt Kuba außen vor. Die Aussichten für den Rest des Jahres sind düster: Ohne eine Lösung der Treibstoffkrise und eine Entspannung im Konflikt mit Washington droht der Abwärtstrend ungebrochen zu bleiben.
Quelle: ONEI (https://t1p.de/bz6ed)
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