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Kuba erlebt 2025 einen deutlichen Rückgang internationaler Besucherzahlen. Zwischen Januar und September kamen rund 1,37 Millionen Gäste – 20,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Besonders stark betroffen ist Deutschland: Die Zahl der deutschen Touristen sank um 43,5 Prozent.
07.11.2025 08:50 Uhr
Kuba hat zwischen Januar und September 2025 insgesamt 1,37 Millionen internationale Touristen empfangen, was einem Rückgang von 20,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Dies geht aus Daten der Nationalen Statistik- und Informationsbehörde (ONEI) hervor, die am 5. November veröffentlicht wurden. Mit dieser Entwicklung rückt das Ziel der kubanischen Regierung, bis Jahresende 2,6 Millionen Besucher zu verzeichnen, in weite Ferne. Bereits 2024 war mit 2,2 Millionen internationalen Gästen das schwächste Jahr für den Tourismussektor seit 17 Jahren – ausgenommen die Pandemie-Jahre 2020 und 2021.
Die Schwäche des kubanischen Tourismus hat mehrere Ursachen: eine schwere Wirtschaftskrise, Engpässe in der Energieversorgung, die Einschränkung von Flugrouten und die Auswirkungen der US-Sanktionen beeinträchtigen die touristische Infrastruktur und die Aufenthaltsqualität erheblich. Der Tourismus ist ein zentraler Pfeiler der kubanischen Wirtschaft, trägt bedeutend zum Bruttoinlandsprodukt bei und sichert den Zufluss dringend benötigter Devisen. Neben Dienstleistungen und Überweisungen aus dem Ausland gehört er zu den wichtigsten Einnahmequellen der Insel.
Die Zahlen der vergangenen Jahre verdeutlichen die strukturellen Herausforderungen: 2022 besuchten 1,6 Millionen, 2023 2,4 Millionen und 2024 2,2 Millionen internationale Gäste Kuba. Zum Vergleich: Vor der Pandemie, 2018 und 2019, lagen die Besucherzahlen bei 4,6 beziehungsweise 4,2 Millionen. Diese Rekordzahlen waren maßgeblich auf die Annäherung der diplomatischen Beziehungen zwischen Kuba und den USA sowie die Lockerung der Reisebeschränkungen zurückzuführen. Im regionalen Vergleich zeigt sich die Problematik besonders deutlich. Während Kuba seit Jahren mit rückläufigen Zahlen kämpft, verzeichnen andere karibische Destinationen wie Punta Cana in der Dominikanischen Republik oder Cancún in Mexiko historische Höchstwerte bei den Besucherzahlen. Die Diskrepanz unterstreicht nicht nur die unmittelbaren Auswirkungen ökonomischer und politischer Faktoren, sondern auch strukturelle Schwächen im kubanischen Tourismussektor, der stark von internationalen Gästen und einer funktionierenden Infrastruktur abhängig ist. Die kubanische Regierung steht damit vor der Herausforderung, den Tourismussektor wieder attraktiv zu machen, ohne die ökonomischen Engpässe zu überwinden und die Servicequalität deutlich zu verbessern, wird eine Erholung des Marktes kurzfristig schwer vorstellbar sein. In einem Land, in dem der Tourismus traditionell als Motor für Deviseneinnahmen und wirtschaftliche Stabilität gilt, könnte die anhaltende Krise langfristige Folgen für die Einnahmen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit Kubas haben. Autor: Leon Latozke
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