Neues aus Kuba
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Kuba hat erstmals das Finale der Volleyball Nations League erreicht und zählt damit zu den acht besten Teams der Welt. Trotz einer Niederlage gegen China qualifizierte sich die Mannschaft um Topscorer Marlon Yant für die Endrunde in Ningbo
Die kubanische Volleyballnationalmannschaft der Männer hat zum ersten Mal in ihrer Geschichte das Finale der Volleyball Nations League (VNL) erreicht. Trotz einer knappen Niederlage im letzten Spiel der Vorrunde qualifizierte sich das Team für die Endrunde, die am 30. August in der chinesischen Stadt Ningbo ausgetragen wird. Kuba zählt damit zu den acht besten Mannschaften des diesjährigen Wettbewerbs – ein bemerkenswerter sportlicher Erfolg für das karibische Land, das sich zunehmend als fester Bestandteil der internationalen Volleyball-Elite etabliert.
Nach drei Wochen Vorrunde beendete Kuba die Qualifikationsphase mit sechs Siegen und 20 Punkten auf dem siebten Tabellenplatz. Die Mannschaft von Trainer Jesús Cruz sicherte sich damit das letzte Ticket für das Finalturnier. Den entscheidenden Schritt machte das Team trotz einer 2:3-Niederlage gegen China. Die Partie, die bei einem klaren Sieg für Kuba einen entspannteren Finaleinzug ermöglicht hätte, offenbarte Schwächen in der Annahme sowie bei den Aufschlägen – Mängel, die im Verlauf des Turniers wiederholt aufgetreten waren. Im Spiel gegen China, das lediglich den 17. von 18 Plätzen belegte, begann Kuba stark und dominierte den ersten Satz mit 25:20. Im weiteren Verlauf jedoch kam es zu wiederholten Eigenfehlern, die es dem Gegner ermöglichten, die Partie zu drehen. Zwar gewann Kuba den dritten Satz deutlich mit 25:15, verlor jedoch die Sätze zwei, vier und schließlich auch den entscheidenden Tiebreak. Dennoch reichte die Gesamtleistung aus, um sich knapp vor Kanada, Iran und Serbien in der Tabelle zu behaupten. Angeführt wurde das kubanische Team von Marlon Yant, der mit 31 Punkten gegen China erneut seine Offensivqualitäten unter Beweis stellte. Mit insgesamt 237 Punkten avancierte der Außenangreifer zudem zum besten Scorer der gesamten Vorrunde. Neben Yant überzeugten auch Miguel Ángel López (17 Punkte), José Masó (13), Javier Concepción (11), der viertbeste Blocker des Turniers, sowie der erfahrene Mittelblocker Robertlandy Simón (8). Mit dem Einzug in die Finalrunde setzt sich der positive Trend im kubanischen Volleyball fort. Die Mannschaft, deren Leistungsträger inzwischen fast ausschließlich in europäischen Ligen aktiv sind, profitiert sichtbar von der zunehmenden Professionalisierung und internationalen Erfahrung ihrer Spieler. In der Gruppenphase gelangen Kuba unter anderem Siege gegen etablierte Volleyballnationen wie Brasilien und Polen. Der Erfolg gegen Brasilien war insofern bemerkenswert, als das südamerikanische Team mit elf Siegen und 32 Punkten die Vorrunde dominierte – und seine einzige Niederlage gegen Kuba hinnehmen musste. In der Endrunde trifft Kuba nun im Viertelfinale auf Italien, das mit zehn Siegen und 28 Punkten als Zweitplatzierter der Vorrunde gilt. Im Falle eines Sieges würde die Mannschaft im Halbfinale entweder auf Frankreich oder Slowenien treffen. Die Ausgangslage ist anspruchsvoll, doch die bisherigen Leistungen lassen zumindest auf ein enges Duell hoffen. Der sportliche Erfolg kommt in einem für Kuba schwierigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umfeld. Der Staat misst dem Spitzensport traditionell hohe symbolische Bedeutung bei. Internationale Erfolge gelten als Nachweis nationaler Stärke und werden öffentlichkeitswirksam präsentiert. Entsprechend prominent wird die Finalteilnahme der Volleyballnationalmannschaft in den staatlichen Medien gewürdigt. Unabhängig vom weiteren Turnierverlauf markiert die erstmalige Teilnahme am Finalturnier der VNL einen bedeutenden Meilenstein für den kubanischen Volleyball. Sie dokumentiert nicht nur die sportliche Entwicklung des Teams, sondern auch die Rückkehr Kubas auf die internationale Bühne eines Sports, in dem die Inselnation in der Vergangenheit immer wieder herausragende Leistungen gezeigt hat. Die aktuelle Generation scheint in der Lage, an diese Tradition anzuknüpfen – und ihr im globalisierten Profisport neue Impulse zu verleihen.
Quelle: Granma (https://t1p.de/534h4)
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