Neues aus Kuba
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01.06.2026 08:00 Uhr
Kuba und die Eurasische Wirtschaftskommission haben einen gemeinsamen Fünfjahresplan für 2026 bis 2030 vereinbart. Der Plan soll die praktische Zusammenarbeit in Bereichen wie Tourismus, Handel und Biotechnologie vertiefen.
Kuba und die von Russland dominierte Eurasische Wirtschaftsunion haben einen neuen Fünfjahresplan für die Jahre 2026 bis 2030 unterzeichnet. Das Abkommen, das am Rande des Fünften Eurasischen Wirtschaftsforums in der kasachischen Hauptstadt Astana besiegelt wurde, soll die Zusammenarbeit zwischen der Insel und dem Staatenbündnis vertiefen. Unterzeichnet wurde das Dokument von Bakytzhan Sagintayev, dem Vorsitzenden der Eurasischen Wirtschaftskommission, und Kubas Vizepräsident Salvador Valdés Mesa. Der vorherige Kooperationsplan war 2025 ausgelaufen, wie die Kommission am Donnerstag mitteilte.
Der neue Rahmen zielt darauf ab, den fachlichen Austausch fortzusetzen und die praktische Kooperation in verschiedenen Bereichen voranzutreiben. Im Fokus stehen unter anderem direkte Kontakte zwischen Unternehmen aus den Mitgliedsstaaten der Union und Kuba sowie die Entwicklung gemeinsamer Projekte. Die kubanische Parteizeitung Granma, die vergangen über die Ankunft von Valdés Mesa in Kasachstan berichtete, nannte Tourismus, Handel und Biotechnologie als Schlüsselsektoren, in denen Havanna die Kooperation ausbauen möchte. Kuba besitzt seit Januar 2021 den Status eines Beobachterstaats bei der Eurasischen Wirtschaftsunion, was eine formelle Mitgliedschaft ausschließt, dem Land jedoch eine regelmäßige Teilnahme an den Arbeitsformaten des Bündnisses ermöglicht. Die Eurasische Wirtschaftsunion wurde 2014 gegründet und umfasst Russland, Belarus, Kasachstan, Kirgisistan und Armenien. Der Verbund soll den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Arbeitskräften fördern und wird von Beobachtern als ein von Russland geführter Wirtschaftsblock beschrieben. Obwohl der Warenhandel mit der Union für Kuba im Vergleich zu seinen wichtigsten Handelspartnern gering ausfällt, spielt Russland als Lieferant und Kreditgeber eine bedeutende Rolle. Moskau hat in den vergangenen Jahren regelmäßig Öl und Weizen geliefert, und russische Touristen kehrten vermehrt auf die Insel zurück. Zudem eröffnete die staatliche russische Novikombank 2024 in Havanna eine Vertretung, um Handels- und Investitionsaktivitäten zu erleichtern. Im Rahmen des bilateralen „Plans 2030“ haben russische Unternehmen Investitionen von mehr als einer Milliarde US-Dollar in Kuba zugesagt, insbesondere in den Bereichen Stromerzeugung, Landwirtschaft und öffentliche Infrastruktur. Allerdings waren solche Vorhaben in der Vergangenheit wiederholt durch kubanische Zahlungsschwierigkeiten verzögert oder gestoppt worden. Die wirtschaftliche Lage Kubas hat sich zuletzt weiter zugespitzt. Seit Januar blockieren die USA Treibstofflieferungen für die Insel, was zu anhaltenden Stromausfällen führt und die schwere Wirtschaftskrise verschärft. Die letzte dokumentierte Öllieferung aus Russland erreichte Kuba Ende März an Bord des Tankers „Anatoly Kolodkin“ mit 100.000 Tonnen Rohöl. Ein weiterer Tanker wurde von Moskau angekündigt, ist aber bislang nicht eingetroffen. Die US-Regierung unter Präsident Trump verschärft zudem ihren Kurs gegen Havanna, wobei Außenminister Marco Rubio militärische Optionen nicht ausschloss.
Quelle: Berliner Zeitung (https://t1p.de/xf2z7)
Autor: Leon Latozke
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