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Botschaften und Unternehmen in Kuba treffen Vorsorge angesichtswachsender Spannungen mit den USA. Nach der Festnahme Madurós und dem Öl-Lieferstopp aus Venezuela prüfen sie Evakuierungspläne und Notfallmaßnahmen. Experten werten die Situation als die angespannteste zwischen Kuba und den USA seit Jahrzehnten.
29.01.2026 16:45 Uhr
Diplomatische und wirtschaftliche Vorsorge in Kuba angesichts wachsender US-Spannungen
Diplomatische Vertretungen und internationale Unternehmen in Kuba überprüfen derzeit ihre Notfall- und Evakuierungspläne. Anlass ist die zunehmende politische und wirtschaftliche Unsicherheit nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar 2026. Beobachter sehen in den jüngsten US-Maßnahmen Hinweise auf eine Eskalation, die auch Kuba unmittelbar betreffen könnte. Mehrere Botschaften, darunter europäische und lateinamerikanische, aktualisieren derzeit ihre Evakuierungsstrategien und überprüfen die Listen ihrer Staatsangehörigen auf der Insel. In einigen Fällen werden die Bürger direkt kontaktiert, um aktuelle Daten zu bestätigen. Eine Diplomatin in Havanna betonte die Notwendigkeit, auf unterschiedliche Szenarien vorbereitet zu sein, und wies auf mögliche Engpässe bei Strom, Wasser und Treibstoff hin. Nicht alle diplomatischen Vertretungen sehen derzeit Handlungsbedarf. Einige halten ihre bestehenden Pläne für ausreichend, verfolgen die Lage jedoch aufmerksam, um im Ernstfall reagieren zu können. Auch für internationale Unternehmen in Kuba hat die aktuelle Situation Auswirkungen. In internen Gesprächen mit den Konzernzentralen werden Risiken neu bewertet. Entscheidende Faktoren sind die Möglichkeit einer militärischen Intervention der USA, selbst punktuell, und die Verschärfung der wirtschaftlichen Krise auf der Insel. Stromausfälle und Treibstoffknappheit erschweren den Betrieb und könnten bei einem vollständigen Lieferstopp aus Venezuela und Mexiko die Produktion erheblich einschränken.
![]() Ein prominentes Beispiel ist die britische Firma Unilever, die bereits die Familien ihrer ausländischen Mitarbeiter evakuiert hat. Das Unternehmen stellt in Kuba Produkte aus den Bereichen Hygiene, Reinigung und Kosmetik her. Andere Firmen halten strategische Vorräte an Treibstoff vor, warnen jedoch, dass ein längerer Lieferstopp die Produktion gefährden würde. Die Spannungen zwischen Kuba und den USA sind historisch gewachsen. Seit der Revolution von 1959 kam es immer wieder zu Krisen: die Invasion in der Schweinebucht 1961, die Kubakrise 1962, die Massenauswanderung von Mariel 1980 sowie der Abschuss von Flugzeugen der Exilorganisation „Hermanos al Rescate“ 1996. Fachleute betrachten die derzeitige Situation als die angespannteste seit Jahrzehnten. Die USA haben nach der Festnahme Madurós direkte Warnungen an Kuba ausgesprochen und die Versorgung der Insel mit venezolanischem Öl unterbrochen, das bisher Hauptlieferant war. Präsident Donald Trump erklärte, Kuba sei durch die Energieblockade „am Rande des Zusammenbruchs“. Außenminister Marco Rubio ergänzte, wer sich in Havanna befinde, müsse besorgt sein, „auch wenn nur ein wenig“. US-Subsekretär Christopher Landau äußerte zudem, Washington wünsche, dass die Kubaner noch in diesem Jahr „ihre grundlegenden Freiheiten ausüben können“. Diese Formulierung gilt als deutlicher Hinweis auf einen möglichen politischen Wandel auf der Insel.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/7urce)
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