Neues aus Kuba
Aktuelle Nachrichten und Meldungen, Analysen und Hintergrundinformationen
|
Kuba kämpft derzeit mit einer Epidemie von Dengue, Chikungunya und Oropouche. Schätzungen zufolge könnten bereits rund 30 Prozent der Bevölkerung betroffen sein, insbesondere die hämorrhagische Dengue-Variante gilt als gefährlich.
16.11.2025 16:30 Uhr
![]()
Kuba sieht sich derzeit mit einer starken Zunahme von Dengue, Chikungunya und Oropouche konfrontiert – drei Krankheiten, die durch den Stich von Mücken und anderen Insekten übertragen werden. Die kubanischen Behörden sprachen diese Woche erstmals von einer „Epidemie“. Präsident Miguel Díaz-Canel erklärte in einer Sitzung zur Überwachung der Ausbrüche, man werde die Situation mit derselben Priorität behandeln wie die COVID-19-Pandemie.
Die offiziellen Zahlen sind lückenhaft. Laut Angaben des Ministeriums für öffentliche Gesundheit (Minsap) wurden bislang 21.681 Chikungunya-Fälle und etwa 2.360 Dengue-Fälle registriert, überwiegend der hämorrhagischen Variante. Diese Form des Dengue-Fiebers kann zu schweren Blutungen, Organversagen und Kreislaufschock führen und gilt als die gefährlichste Ausprägung der Krankheit. Schätzungen zufolge könnten bereits rund 30 Prozent der Bevölkerung mit einer dieser Krankheiten infiziert sein. In Santiago de Cuba werden täglich rund 1.200 unspezifische Fieberfälle gemeldet, in der Provinz Matanzas könnten bis zu 4.000 Erkrankungen pro Woche auftreten. Offiziell wurden bislang keine Todesfälle anerkannt, Berichte in sozialen Netzwerken deuten jedoch auf mögliche Opfer hin. Die Epidemien wirken sich auf das öffentliche Leben aus. Schulen, Krankenhäuser, staatliche Einrichtungen und private Unternehmen verzeichnen hohe Krankenstände. Sportveranstaltungen wie die Serie Nacional de Béisbol wurden abgesagt, und kulturelle Institutionen wie das Nationale Ballett Kubas mussten Aufführungen verschieben. Besonders Chikungunya mit hohem Fieber, Gelenkschmerzen und Appetitverlust beeinträchtigt den Alltag vieler Kubanerinnen und Kubaner. Die Ausbreitung der Krankheiten steht im Zusammenhang mit strukturellen Problemen des Landes. Die Kapazitäten zur Prävention, etwa Massenbekämpfung von Mücken durch Fumigation, sind eingeschränkt, unter anderem wegen fehlender Treibstoffressourcen. Zusätzlich erschwert unzureichende Müllentsorgung die Kontrolle der Krankheitsüberträger. Zwischen 2021 und 2024 verlor das kubanische Gesundheitssystem 29 Prozent seiner Ärzte und 17 Prozent des Pflegepersonals, Engpässe bei Medikamenten sind häufig. Diese gesundheitliche Belastung fällt in eine bereits angespannte wirtschaftliche Lage. Kubas Wirtschaft schrumpfte in den letzten fünf Jahren um elf Prozent, Stromversorgung und Treibstoffversorgung sind instabil, die Inflation steigt, und der produktive Sektor stagniert. Nahrungsmittelknappheit und zunehmende Migration verschärfen die Situation. Internationale Organisationen wie die CEPAL erwarten auch für 2025 kein Wirtschaftswachstum.
Quelle: EFE (https://t1p.de/0hdbw)
Anzeige (G2)
|
|
Letzte Meldungen
Text: Leon Latozke
Anzeige (G1)
(adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});
0 Kommentare
Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.
Antwort hinterlassen |
|
|
| Anzeige (G3) |