Neues aus Kuba
|
29.05.2026 09:00 Uhr
Kuba macht die US-Blockade für Wasserversorgungsprobleme bei 28 Prozent seiner Bevölkerung verantwortlich. Fehlende Energie und Ersatzteile führen zu Ausfällen von Pumpstationen.
Die kubanische Regierung hat die wirtschaftlichen Sanktionen der Vereinigten Staaten für eine dramatische Verschlechterung der öffentlichen Wasserversorgung verantwortlich gemacht. Wie der Präsident des nationalen Instituts für Wasserressourcen (INRH), Antonio Rodríguez, am Mittwoch (27.) im staatlichen Fernsehen erklärte, leidet rund ein Viertel der Bevölkerung unter massiven Problemen bei der Trinkwasserversorgung. Konkret seien 2,7 Millionen der 9,7 Millionen Kubaner von gravierenden Versorgungsengpässen betroffen, die durch die US-Energieblockade und die jüngsten Exekutivanordnungen aus Washington noch verschärft würden. Der Anteil der Bürger mit unzureichender Wasserversorgung liege damit bei 28 Prozent.
Rodríguez präzisierte, dass die Energiekrise, die durch das US-Embargo auf Öllieferungen massiv verstärkt werde, das gesamte Wassersystem des Landes lahmlege. Die Pumpstationen, Aufbereitungsanlagen und Verteilernetze seien auf eine stabile Stromversorgung angewiesen. "In vielen Gebieten wird das Wasser nur mit sehr geringem Druck weitergepumpt. Sobald der Strom ausfällt, bleiben Hunderttausende Menschen ohne Versorgung", schilderte der Behördenchef die Lage. Die häufigen und langen Stromausfälle – teilweise über 20 Stunden täglich – führten zudem zu einer erhöhten Verschleißrate und Schäden an Pumpen und Wasserleitungen, die aufgrund fehlender Ersatzteile und Finanzmittel kaum repariert werden könnten. Der INRH-Präsident unterstrich, dass der Wassersektor zu den am stärksten von den US-Maßnahmen betroffenen Bereichen zähle. Die Unmöglichkeit, internationale Kredite zu erhalten, und der Abzug ausländischer Zulieferer hätten die Investitionen in die Infrastruktur praktisch zum Erliegen gebracht. Um die Krise abzumildern, sei der Sektor dringend auf eine beschleunigte Umstellung seiner Energieversorgung angewiesen. Man arbeite daran, 52 Prozent der rund 3300 Pumpstationen des Landes auf erneuerbare Energiequellen umzustellen. Die kubanische Regierung macht den von der Administration Donald Trump massiv verschärften und von der Regierung Joe Biden zunächst beibehaltenen Wirtschaftskrieg für die katastrophale Lage verantwortlich. Seit Mitte 2024 leidet das Land unter einer schweren Energiekrise, die sich seit Januar 2025 durch das faktische Öl-Embargo der USA noch einmal drastisch verschlimmert hat. Kuba kann seit Ende 2025 so gut wie kein Rohöl mehr importieren, was zu einer lähmenden Paralyse der Wirtschaft, tagelangen Blackouts und einem wachsenden sozialen Unmut geführt hat. Die Vereinten Nationen haben die Blockade wiederholt als Verstoß gegen das Völkerrecht verurteilt.
Quelle: EFE (https://t1p.de/yslpb)
Autor: Leon Latozke
Letzte Meldungen
0 Kommentare
Ihr Kommentar wird veröffentlicht, sobald er genehmigt ist.
Antwort hinterlassen |


RSS-Feed