Neues aus Kuba
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Kuba verzeichnet im Jahr 2025 beträchtliche Rückgänge im Tourismussektor: Die Zahl internationaler Besucher wird voraussichtlich rund 25 % unter den staatlichen Prognosen liegen, die Einnahmen bleiben ebenfalls hinter den Zielen zurück. Im Vergleich zu anderen Karibikdestinationen wie Cancún oder Punta Cana bleibt Kuba weit zurück.
19.12.2025 09:00 Uhr
Abbildung: Foto von Gower Brown auf Unsplash
Das kubanische Tourismusministerium hat offiziell eingeräumt, dass der Tourismussektor des Landes weit hinter den staatlichen Prognosen für 2025 zurückbleibt. Nach Angaben von Minister Joaquín Alonso wird das Ziel für die Zahl internationaler Besucher um rund 25 Prozent verfehlt, ebenso die geplanten Einnahmen aus dem Sektor. Damit zeichne sich für das laufende Jahr das schlechteste Ergebnis seit 2003 ab – ausgenommen die drei pandemiebedingt stark beeinträchtigten Jahre.
Konkret rechnet das Ministerium mit Einnahmen von rund 917,4 Millionen US-Dollar, was 75,8 Prozent der ursprünglichen Zielmarke entspricht. Die Zahl der internationalen Gäste wird auf etwa 1,9 Millionen geschätzt, was lediglich 73,1 Prozent der staatlichen Planung ausmacht. Bereits die Daten der ersten zehn Monate 2025 deuteten auf einen Rückgang hin: Mit 1.477.892 Besuchern lag die Zahl knapp 20 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Ursachen für diese schwache Entwicklung sind vielfältig. Die andauernde wirtschaftliche Krise in Kuba wirkt sich erheblich auf die Infrastruktur, die Qualität der Dienstleistungen und das touristische Gesamterlebnis aus. Hinzu kommen Engpässe im Energiesektor, die regelmäßig zu Stromausfällen führen, und die Kürzung von Flugverbindungen, die die Erreichbarkeit der Insel einschränkt. Zudem belasten die anhaltenden US-Sanktionen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Tourismus. Historisch gesehen war der Tourismussektor lange Zeit einer der wichtigsten Motoren der kubanischen Wirtschaft. Vor der Pandemie zog die Insel noch 4,6 Millionen Besucher 2017 und 4,7 Millionen 2018 an. Die Deviseneinnahmen aus dem Tourismus gelten als entscheidend für die staatlichen Einnahmen und stehen neben professionellen Dienstleistungen und Überweisungen aus dem Ausland ganz oben auf der Liste der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren. Die derzeitige Lage Kubas steht in starkem Kontrast zu anderen Karibikdestinationen wie Punta Cana in der Dominikanischen Republik oder Cancún in Mexiko. Diese Ziele verzeichnen nach der Pandemie Rekordzahlen bei den Besucherzahlen und können die wirtschaftlichen Effekte des Tourismus weitgehend ausschöpfen. Kuba hingegen sieht sich mit einem anhaltenden Einbruch in einem zentralen Sektor seiner Wirtschaft konfrontiert, was die ohnehin schwierige wirtschaftliche Lage des Landes weiter verschärft. Analysten gehen davon aus, dass ohne substanzielle Reformen und Investitionen in Infrastruktur, Energieversorgung und internationale Anbindung die künftige Entwicklung des Tourismussektors begrenzt bleiben dürfte. Die kubanische Regierung betont zwar weiterhin die strategische Bedeutung des Tourismus für die wirtschaftliche Erholung des Landes, doch die realen Zahlen der internationalen Besucher und der Einnahmen zeigen deutlich die strukturellen Herausforderungen, vor denen die Insel steht.
Quelle: Swissinfo/EFE (https://t1p.de/ucgz0)
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